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Kindergeld zwischen Schule und Studium

| 14.09.2008 22:37 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Ich bin 19 Jahre alt, habe dieses Jahr Abitur gemacht und mich gleich darauf fürs Studium beworben. Jetzt reifte in mir die Erkenntnis, dass ich mich für das falsche Fach beworben habe und doch etwas Anderes studieren möchte. Bewerben kann ich mich aber erst wieder im nächsten Jahr. Einen Ablehnungsbescheid einer Uni kann ich trotzdem vorweisen.

Für das Übergangsjahr habe ich für die Zeit von Januar bis Juni ein Auslandspraktikum in Russland vor, bis dahin möchte ich entweder geringfügig beschäftigt arbeiten gehen oder hier in Deutschland ein weiteres Praktikum absolvieren. Ein Verdienst ist mit maximal 100 Euro im Monat zu erwarten.

Habe ich für die kommenden 12 Monate Anspruch auf Kindergeld ohne Unterbrechungen, also auch für die Zeit bis jetzt, in der ich ja noch keiner Beschäftigung nachging? Was muss ich ggf. tun?
Muss ich nachweisen, dass das Praktikum unbedingt nötig für meine Ausbildung ist? (Irritierend ist, dass das von mir mündlich von der Familienkasse verlangt wurde, obwohl andere, die ich kenne, das nicht nachweisen müssen!) Ich halte dieses Praktikum für äußerst sinnvoll, aber es hat nur indirekt mit meinem späteren Studienfach zu tun.

Meine Mutter arbeitet im öffentlichen Dienst, deshalb ist ihr Personalbüro für Kindergeld zuständig.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage beantworte ich wie folgt:

1. Für ein über 18 Jahre altes Kind kann bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres Kindergeld weiter gezahlt werden, solange es sich in einer Berufsausbildung befindet.
Berufsausbildung im Sinne des Kindergeldrechts ist die Ausbildung für einen künftigen Beruf. Dabei erkennt die Familienkasse alle Ausbildungsmaßnahmen an, durch die das Kind die Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen erwerben kann, die als Grundlagen für die Ausübung seines angestrebten Berufs geeignet sind. Dies bedeutet eine ernsthafte Vorbereitung auf das Berufsziel. Als Berufsziel gelten nicht nur reguläre Ausbildungsabschlüsse, sondern jede Tätigkeit, die in der Zukunft zur Schaffung beziehungsweise Erhaltung einer Erwerbsgrundlage nachhaltig ausgeübt werden kann, also auch ein studienbezogenes Praktikum.

Kindergeld kann auch bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres des Kindes für eine Übergangszeit von vier Monaten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten bezogen werden. Der nächste Ausbildungsabschnitt muss spätestens im 5. Kalendermonat nach Ablauf von vier vollen Kalendermonaten, in denen sich das Kind nicht in Ausbildung befunden hat, beginnen.

Zusammenfassend ist es daher korrekt, dass die Familienkasse einen entsprechenden Nachweis hinsichtlich der Erforderlichkeit eines Praktikums bzgl. Ihres künftigen Studiums verlangt und nur dann ein Anspruch auf Fortzahlung des Kindergeldes besteht.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 20.09.2008 | 08:56

Sehr geehrte Anwältin,

vielen Dank für Ihre Antwort. Zur genaueren Klärung gestatten Sie mir bitte folgende Nachfrage:
- Ich kenne andere Leute, die nur den Ablehnungsbescheid einschicken mussten und dann ohne Probleme ein weiteres Jahr Kindergeld bekamen, ohne überhaupt Bescheid zu geben, wie sie das Jahr verbringen. Wieso muss ich dann oben erwähnten Nachweis erbringen? Ist das eine Ermessensentscheidung der Familienkasse?
- Wie sähe demzufolge die Situation theoretisch aus, wenn ich in kommenden Jahr nichts tun würde, außer auf mein Studium zu warten? (Bei den anderen würde das ja gehen, wenn sie nichts nachweisen mussten!)
Bitte beachten Sie dabei, dass ich ja das Studium überhaupt nicht beginnen konnte, selbst wenn ich gewollt hätte. Hätte ich dann also *irgendetwas* studieren sollen, egal was, Hauptsache studieren, nur um Kindergeld zu bekommen?

Vielen Dank schonmal für Ihre Antwort.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.09.2008 | 05:55

Sehr geehrter Fragesteller,

Kindergeld wird nur für eine Übergangszeit (Zwangspause) bis zu vier Kalendermonaten gezahlt (z. B. zwischen Schulabschluss und Beginn des Studiums, vor und nach dem Wehr- bzw. Zivildienst oder einem entsprechenden Ersatz/Freiwilligendienst).
Außerdem kann Kindergeld für ein Kind ohne Ausbildungsplatz und ohne berufsqualifizierenden Abschluss bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt werden. Für ein Kind ohne Arbeitsplatz bis Vollendung des 21. Lebensjahres.
Sie können also den Ablehnungsbescheid der Kindergeldkasse vorlegen und würden, solange Sie arbeitslos sind und das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, Kindergeld beziehen.
Voraussetzung wäre dann allerdings, dass Sie während dieses Zeitraums arbeitslos (gemeldet) sind.
Viele Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwältin


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