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Kindergeld zwischen 2 Studien / Freiberufler

23.09.2011 18:22 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Hallo liebes frag-einen-anwalt-de Team. Meine Frage ist folgende:
Im Mai 2010 wurde ich durch nichbestehen einer Prüfung zwangsexmatrikuliert. Ich habe dann ab Oktober (4 monate später) ein Praktikum begonnen das im engen zusammenhang mit meinem neuen Wunschstudium steht. Das Praktikum ging von Oktober-März (6 Monate). Im April habe ich ein gewerbe angemeldet und arbeite seit dem freiberuflich bei der firma bei der ich das praktikum gemacht habe und noch bei 1-2 anderen. meine arbeit steht im engen verhältnis zu meinem wunschstudium (informationsmanagement). hätte ich die ganze zeit kein kindergeld bekommen dürfen? ich habe mich für ein studium beworben(inform.management) habe aber noch kein bescheit dafür erhalten. ich würde gerne erst im Wintersemester 2012 studieren
...wenn ich den studienplatz jetzt bekomme ihn aber nicht annehme muss ich dann das gesammte kindergeld seit mai 2010 zurrückzahlen? oder erst ab märz 2011 da ich da mit meiner freiberfulichen tätigkeit begann ?
gibt es eventuell zusätzlich möglichkeiten den betrag zu minimieren ? würde gerne einen rat erhalten bevor ich montag bei der kindergeldkasse anrufe und mich verplapper etc...
ich bin 23 und erhalte im mom noch kindergeld


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage möchte ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes gerne wie folgt beantworten:

Grundsätzlich erhält man Kindergeld für Kinder über 18 Jahre, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Bis zum 25. Lebensjahr wird Kindergeld weitergezahlt, wenn das kind sich noch in der Ausbildung (Berufsausbildung) befindet, um einen anerkannten Beruf zu erlernen. Sie muss auf ein bestimmtes Berufsziel und die Vermittlung erforderlicher Fachkenntnisse ausgerichtet sein und kann an entsprechenden Berufsschulen, Fachhochschulen, Universitäten erfolgen. Der Anspruch auf Kindergeld endet in dem Monat (Universität), in dem über das Gesamtergebnis der letzten möglichen Abschlussprüfung informiert worden ist. Die Immatrikulation ist insoweit unerheblich. Auch in sog. Zwangspausen, wie z.B. zwischen Schulabschluss an Studienbeginn, wird das Kindergeld grds. weitergezahlt. Für Kinder ohne Arbeitsplatz wird nur bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres Kindergeld gezahlt, wenn es nicht in einem Beschäftigungs- bzw. Ausbildungverhältnis steht und bei dem zuständigen Träger als arbeitslos gemeldet ist. Über dieses Alter wird Kindergeld grds. nur dann weitergezahlt, wenn ein Wehrdienst oder entsprechender Ersatzdienst geleistet wurde. Diese Zeit wird dann angerechnet.

Wäre die Prüfung an der Uni wiederholbar und würden Sie sich zur Wiederholung entscheiden, bliebe der Kindergeldanspruch zweifelsfrei bestehen, auch wenn Sie das 25. Lebensjahr vollendet hätten. Hier haben Sie endgültig die Prüfung nicht bestanden, womit im Grunde der Anspruch auf Kindergeld grds. entfällt. Im Rahmen einer 2. Ausbildung würde der Kindergeldanspruch grds. bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres (und u.U. darüber hinaus: Wehrdienst bzw. Ersatzdienstanrechnung) bestehen. Dies ist aber in Ihrem Fall problematisch, da Sie zwischenzeitlich beruflich selbständig tätig waren und daher grds. eigentlich keinen Kindergeldanspruch mehr hatten. Sie sollten hier argumentieren, dass Sie letztlich primär auf Ihren Studienplatz im Zweitstudium warten und die Zeit lediglich überbrücken. Allerdings zeigt eine selbständige Erwerbstätigkeit einen Schwerpunkt hinsichtlich der Ausübung einer bestimmten beruflichen Tätigkeit und nicht das Bestreben, eine Wartezeit auf ein Zweitstudium zu überbrücken. Sie sollten versuchen plausibel darzulegen und nachzuweisen, dass Sie sich nach der Exmatrikulation ernsthaft und primär um einen Zweitstudienplatz bemüht haben und ein studiumrelevantes Praktikum in der Wartezeit auf den Studienplatz absolviert haben. Es wäre auch sinnvoll, einen Studienplatz so früh wie möglich anzunehmen, um ggf. mit einer Überbrückungsphase argumentieren zu können. Sollten Sie einen angebotenen Studienplatz aber ausschlagen, würden Sie damit deutlich machen, nicht zwingend auf das Zweitstudium „hinzuarbeiten", sondern stattdessen Ihre Prioritäten in Ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit sehen. Damit wäre der Kindergeldanspruch wohl verloren und es müsste auch mit einer entsprechenden Rückzahlungsforderung durch die Familienkasse gerechnet werden. Ob sich die Familienkasse auf die oben genannte Argumentation einlässt erscheint aber eher fraglich, da Sie seit April selbständig berufstätig sind und in diesem Sinn sich nicht in einer Überbrückungsphase zwischen zwei Ausbildungen befinden, wie dies bei Praktika argumentiert werden könnte. Ggf. wird eine Rückzahlung von dem Zeitpunkt an erwartet werden können, ab dem Sie nicht mehr an einer weiteren Ausbildung interessiert waren, sondern sich beruflich selbständig gemacht haben.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen eine erste Orientierung verschaffen. Hinweisen möchte ich darauf, dass diese Plattform nur eine erste Einschätzung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts leisten kann. Eine umfassende Rechtsberatung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden.

Mit freundlichen Grüßen,

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