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Kindergeld zurückzahlen nach Studienende?

16.02.2011 07:49 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Lausch


Guten Morgen,

auf diesem Wege möchte ich eine kurze Frage bezüglich meines Kindergeldanspruchs für das Jahr 2010 stellen: Ich bezog Kindergeld bis einschließlich Juli (in diesem Monat wurde ich 25) und beendete mein Studium Ende September. Seit Oktober arbeite ich nun. Bis einschließlich September erhielt ich jeden Monat als einzige Einkunft Waisenrente (ca. 300 Euro), seit Oktober mein Gehalt, das für die drei verbleibenden Monate des Jahres 2010 insgesamt 6.000 Euro betrug.
Meine Frage nun: Da ich insgesamt über den Freibetrag kommen werde, gebe ich nun bald zum ersten Mal meine Einkommenssteuererklärung ab, die dann wohl an die Familienkasse weitergeleitet wird. Muss mein Vater mit einer Kindergeldrückfoerderung für das ganze Jahr 2010 rechnen? Denn bis Juli habe ich ja die geforderten Grenzen nicht überschritten und danach wurde die Zahlung eingestellt.
Da mein Vater Beamter ist und ich bis Studienende mit ihm zu 80% über Beihilfe versichert war: Könnte dies bei einer Rückforderung auch Probleme geben? Ich habe gehört, Beihilfe ist immer an Kindergeld gekoppelt...

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Sehr geehrte Fragestellerin,

der Anspruch auf Kindergeld für Kinder über 18 besteht nur dann, wenn das Kind keine Einkünfte erzielt, die den gesetzlich festgelegten Freibetrag überschreiten. Dabei ist grundsätzlich das gesamte Kalenderjahr zu berücksichtigen. Unter den Begriff der "Einkünfte" fallen auch Renten, so dass auch die Halbwaisenrente anzurechnen ist. Die Halbwaisenrente wird jedoch nur mit ihrem Ertragsanteil, bzw. unter Berücksichtigung des Rentenfreibetrages besteuert, so dass die Rente nur anteilig zu berücksichtigen ist. Aus Vereinfachungsgründen und da Ertragsanteil/Freibetrag abhängig vom Beginn des Rentenbezuges sind, wird dies in der weiteren Berechnung zunächst außer acht gelassen, zumal dies bei dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt keine Auswirkungen hat.

Sie haben im Jahr 2010 insgesamt Einkünfte in Höhe von 8700 EUR erzielt. Ich gehe davon aus, dass das von Ihnen mit 2000 EUR monatlich angegebene Einkommen der Bruttobetrag ist. Sollte dies nicht der Fall sein, teilen Sie im Rahmen der Nachfrage bitte den monatlichen Bruttobetrag mit. In diesem Fall wäre auch von Bedeutung, seit wann (Monat/Jahr) Sie Halbwaisenrente bezogen haben.

Von den Einkünften sind in jedem Fall pauschal folgende Freibeträge abzuziehen:

Arbeitseinkommen 920,00 EUR Werbungskostenpauschale für Arbeitnehmer

Halbwaisenrente 102,00 EUR Werbungskostenpauschale

Soweit höhere Kosten nachgewiesen werden können, können diese geltend gemacht werden, außerdem wäre eine Verrechnung positiver und negativer Einkünfte möglich.

Damit ergeben sich auch ohne genaue nur anteilige Berücksichtigung der Halbwaisenrente Einkünfte, die unter dem für 2010 geltenden Freibetrag von 8004,00 EUR liegen, so dass eine Rückforderung überzahlten Kindergeldes nicht erfolgen wird.

Auch bezüglich eventuell erhaltener Beihilfe werden Sie sich also keine Gedanken machen müssen.

Tatsächlich ist jedoch die Beihilfeberechtigung indirekt mit dem Kindergeld gekoppelt. Der Vollständigkeit halber möchte ich jedoch darauf hinweisen, dass die Beihilfeberechtigung erst mit Ablauf des Folgejahres, erlischt, in dem die Voraussetzungen für die Beihilfe nicht mehr bestehen. Selbst wenn also rückwirkend zum 01.01.2010 der Kindergeldanspruch erloschen wäre, würde dies die Beihilfeberechtigung für das Jahr 2010 nicht berühren.

Wie gesagt gehe ich jedoch davon aus, dass auch für 2010 (bis einschl. September) der Anspruch auf Kindergeld besteht. Etwas anderes gilt nur dann, wenn Sie im Sachverhalt lediglich Ihr monatliches Nettoeinkommen angegeben haben sollten. Dann wie gesagt, nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ausreichenden Überblick verschaffen und wünsche Ihnen viel Erfolg in Ihrem künftigen Beruf.

Mit freundlichen Grüßen
Lausch
- Rechtsanwältin -

Nachfrage vom Fragesteller 16.02.2011 | 09:12

Sehr geehrte Frau Lausch,

bezüglich der Einkommensgrenze: Wird das Gehalt von August bis Dezember überhaupt berücksichtigt, wenn ich nur bis Juli Kindergeld bezog bzw. hierauf danach auch keinen Anspruch mehr hatte?
Und noch eine Nachfrage: In den Unterlagen meines Vaters entnahm ich, dass er über die Jahre lediglich 2000 Euro als Einkünfte angab (meine Gesamtrente setzt sich aus der BA-Service-Haus Rente, der gesetzlichen Rente und Vesorgungsbezug der Länder zusammen) und nicht die tatsächlichen ca. 3400 p.a. Er ging wohl davon aus, dass nur die Halbwaisenrente und nicht die sonstigen Bezüge angegeben werden müssen. Dennoch war ich natürlich immer unter dem Grundfreibetrag. Sollten wir diesen Fehler der Familienkasse mitteilen oder ist dies nicht nötig, da ja die Freibetragsgrenze ohnehin nicht überschritten wurde?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.02.2011 | 09:32

Sehr geehrte Fragestellerin,

ja, das Gehalt von August bis Dezember ist ebenfalls zu berücksichtigen, da der Anspruch auf Kindergeld sich grundsätzlich nach den im gesamten Kalenderjahr erzielten Einkünften richtet.

Bezüglich der Vorjahre gehe ich davon aus, dass die Familienkasse den Anspruch auf Kindergeld regelmäßig durch Vorlage entsprechender Einkommensnachweise geprüft hat, die von Ihnen eingesehenen Unterlagen also lediglich die vorläufige Meldung betreffen. Diese Jahre dürften also abgeschlossen sein. Vorsorglich sollten Sie dies jedoch mit Ihrem Vater abklären.

Mit freundlichen Grüßen

Lausch
- Rechtsanwältin -

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