Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kindergeld für im nicht EU-Ausland lebende Familie mit Mieteinnahmen in Deutschland

23.04.2019 23:08 |
Preis: 48,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Zusammenfassung: Kindergeld für im Ausland lebende Eltern

Guten Abend,

ich haben eine Frage bzgl. Kindergeld für eine im nicht EU-Ausland lebende Familie mit Mieteinnahmen in Deutschland.

Wir sind 2014 mit vier Kindern nach Australien gezogen und haben unseren Wohnsitz in Deutschland aufgegeben.
Seither beziehen wir auch kein Kindergeld mehr und sind von der Steuer in Deutschland befreit, da wir 100% in Australien Steuern zahlen.
Unsere Familie zieht zur Zeit von Australien nach Kanada um.

Nun gibt es eine Änderung, da auf mich (Ehefrau) ein Mietshaus in Deutschland übertragen wird und somit Mieteinnahmen zu erwarten sind, die in Deutschland versteuert werden.
Momentan habe ich keine anderen Einnahmen (weder im In- noch im Ausland). Nur mein Ehemann verdient.

Meine Fragen:
Gibt es für uns eine Möglichkeit Kindergeld in Deutschland zu erhalten, da zukünftig wieder Steuern auf Mieteinnahmen in Deutschland gezahlt werden müssen?

Wir haben in Deutschland ständigen Wohnraum zur Verfügung (kein Eigentum) und könnten somit, wenn ich das richtig verstanden habe, auch einen Wohnsitz/ständigen Aufenthaltsort dort anmelden. Wir sind unregelmäßig in Deutschland. Ist das korrekt?
Gibt es wichtige Punkte, die wir einhalten müssen, um ein Kindergeld-Anspruch zu haben?

Was würde passieren, wenn ich in Zukunft Geld in Kanada verdienen würde? Doppelsteuerabkommen?

Wie schätzen Sie die Chance ein, dass wir erfolgreich Kindergeld erhalten können?

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Als deutscher Staatsangehöriger besteht ein Anspruch auf Kindergeld, wenn Sie einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben.

Besteht kein Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland, besteht ein Anspruch nur dann, wenn sie als Person nach § 1 Abs. 2 EStG unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind oder nach § 1 Abs. 3 EStG als unbeschränkt einkommensteuerpflichtig behandelt werden.
Wenn Sie aus der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung Einnahmen erzielen, unterliegen Sie mit den Einnahmen der beschränkten Steuerpflicht nach § 1 Abs. 4 EStG .

Soweit Sie einen Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland begründen, werden Sie unbeschränkt steuerpflichtig, so dass die Voraussetzungen des § 62 Abs. 1 EStG vorliegen. Möglich wäre auch bei Einreichen einer Steuererklärung einen Antrag auf unbeschränkte Besteuerung zu stellen, wobei dann das gesamte Einkommen in Deutschland steuerpflichtig wäre, vorbehaltlich der Anwendung von Doppelbesteuerungsabkommen.

Allerdings ist in Ihrem Fall zu berücksichtigen, dass eine Kindergeldberechtigung nach § 62 Abs. 1 Nr. 1 EStG oder § 62 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b EStG nur gegeben ist, wenn die Kinder selbst einen Wohnsitz im Inland oder einem EU- oder EWR-Staat haben, § 63, Abs. 1, Satz 6 EStG .

Die Kinder begründen nicht schon dann einen Wohnsitz, wenn einer der Eltern im Inland einen Wohnsitz unterhält und die minderjährigen Kinder den Wohnsitz des Elternteils im Inland teilten. Bei einem auf mehr als ein Jahr angelegten Auslandsaufenthalt genügen kurzzeitige Besuche oder kurzfristige Aufenthalte der Kinder nicht, um die Aufrechterhaltung des inländischen Wohnsitzes anzunehmen (Urteil des Bundesfinanzhofs -BFH- vom 23. November 2000 VI R 107/99 , BFHE 193, 558 , BStBl II 2001, 294 ).

Denn die zum Haushalt ihrer Eltern gehörende minderjährige Kinder teilen nicht alle Wohnsitze ihrer Eltern. Insoweit reicht es für den Bezug von Kindergeld nicht aus, wenn ein Elternteil vom inländischen Finanzamt als unbeschränkt steuerpflichtig behandelt werde, § 62 Abs. 1 EStG und § 63 Abs. 1 Satz 3 EStG .

Im Ergebnis besteht selbst bei Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen nach § 62 EStG kein Anspruch auf Kindergeld, wenn die Kinder nicht im Inland oder einem EU- oder EWR-Staat einen dauerhaften Wohnsitz haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70508 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Herr Wilking hat meine Frage zu 100% beantwortet und auch die Rückfrage noch bearbeitet. Was ich vor allem toll fand, dass dies alles innerhalb von zwei Stunden passierte und jetzt kommt es: An einem Sonntag! Herr Wilking, vielen ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super Anwalt, jederzeit wieder! ...
FRAGESTELLER
4,2/5,0
Ausführliche Erklärung hat mir sehr geholfen. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER