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Kinderfreibeträge bei in USA lebenden, unterhaltsberechtigten minderjährigen Kindern

| 08.04.2009 19:38 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Guten Tag,

ein anderes Finanzamt übernahm nach meinem Umzug meine Akte vom vorherigen. Der neueste Steuerbescheid berücksichtigt einen Kinderfreibetrag für 3 Kinder i.H.v. EUR 17.424,00 bei der Berechnung des Solidaritätszuschlages, jedoch nicht bei der Berechnung des zu versteuernden Einkommens, was bei den voran gegangenen Steuerbescheiden des anderen Finanzamtes allerdings der Fall gewesen war.

Das erste FA hatte mir nach meiner Rückkehr aus den USA gesagt, ich bekäme kein Kindergeld, könne dafür aber die Freibeträge bei der Steuererklärung geltend machen. Das hat auch immer funktioniert.

Nach Aussage des neuen zuständigen Finanzamtes unterliege man beim anderen Amt einem Irrtum. Da die Mutter der Kinder in den USA je Kind und Jahr USD 1.000,00 bekomme, wäre das ja ein doppelter Vorteil und damit käme eine Anrechnung bei der Einkommenssteuer nicht in Frage.

Zunächst einmal interessiert mich natürlich der tatsächliche Sachverhalt, welches Amt also einem Irrtum erliegt. Des Weiteren interessiert mich, wie ein Einspruch – sofern er Aussicht auf Erfolg haben könnte – sinnvollerweise aufgebaut sein sollte.

Außerdem bin ich gelinde gesagt überrascht, das mir Zinsen für ein Jahr für die nachzuzahlende Einkommenssteuer berechnet werden, in dem der Antrag bei der Behörde lag. Begründung der Mitarbeiterin des Amtes: Ich hätte ja den Betrag anlegen können. Das ich, auf Grund der Aussagen und der daraus resultierenden Bescheide des ersten Finanzamtes mit der Nachzahlung nicht rechnen konnte, war ihr egal. Was ist hier die sinnvollste Vorgehensweise?

Vielen Dank / mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Frage im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes.

Bei Auslandskindern, für die Sie Unterhalt zahlen, haben Sie gemäß
§ 32 Abs. 6 Satz 4 EStG Anspruch auf die Gewährung des Kinderfreibetrages. Im deutschen Steuerrecht wird das Kindergeld bei der Jahressteuererklärung den Steuervorteilen aus dem Kinderfreibetrag immer in der Berechnung der Einkommensteuer gegenübergestellt. Bei Ihnen werden gemäß § 65 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG im Ausland gewährte Leistungen, die dem Kindergeld vergleichbar sind gegengerechnet.

Gehen wir davon aus, dass die von Ihnen genannte Leistung in USA dem Kindergeld vergleichbar ist, dann müssen Sie sich diese Beträge auch anrechnen lassen. Hier muss dann vorab im Einzelnen geprüft werden, ob es sich um solche Leistungen handelt.

Sie erhalten grundsätzlich den vollen Kinderfreibetrag, da der andere Elternteil im Ausland lebt. Dann müssen Sie auch den Betrag, der in USA ähnlich dem Kindergeld gezahlt in voller Höhe anrechnen lassen. Das hat der BFH in einem Fall (Österreich) bereits entschieden, Az VIII R 53/01 , 13.2.2002.

Das Finanzamt muss daher für Sie diese Berechnung durchführen.

Das neue Finanzamt hat Ihnen offensichtlich eine fehlerhafte Rechtsauskunft erteilt. Es ergibt sich kein doppelter Vorteil sondern lediglich die Berücksichtigung der ausländischen Leistungen.

Bitte haben Sie Verständnis, dass im Rahmen dieses Forums eine genaue Berechnung Ihrer Steuern nicht erfolgen kann.

Sofern schon der Bescheid vorliegt, sollten Sie Einspruch einlegen und auf die genannte Entscheidung verweisen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen.

Ich stehe für eine weitere Beratung gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Bewertung des Fragestellers 09.04.2009 | 18:49

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