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Kinderbetreuungskosten (KiTa)


23.11.2007 16:04 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Wenn ich es richtig verstehe, können nach dem neuen Steuerrecht Kinderbetreuungskosten (KiTa – Kind ist 2 Jahre alt) zu 2/3 abgesetzt werden, wenn beide Eltern erwerbstätig sind.
Ich (Kindesvater) bin erwerbstätig, meine Frau (Kindesmutter) ist bis Ende November mit Prüfungsvorbereitungen beschäftigt (sie besuchte eine Homöopathie-Schule: Präsenz in der Schule 1Tag im Monat, ansonsten Studium zuhause – Schule wird steuerlich abgesetzt). Sie hat eine abgeschlossene Heilpraktikerprüfung, hat jedoch bisher nicht als Heilpraktikerin gearbeitet. Vor dem Kind arbeitete sie freiberuflich als Masseurin. Ich habe gehört, dass man die Kita-Kosten für das ganze Jahr steuerlich absetzen könnte, wenn sie jetzt im Dezember beruflich tätig sein würde. Meine Frage lautet, ob es dafür ausreichend ist, wenn sie im Dezember etwas freiberuflich als Masseurin verdienen würde, oder ob sie eine richtige Einstellung eingehen müsste (ggf. Aushilfe beim Bäcker). Die Kita-Kosten betragen für dieses Kalenderjahr ca 1950 Euro (monatliche Kita-Kosten ca 390EUR für August bis Dezember=5 Monate). Nächstes Jahr wird unsere Situation ähnlich sein und die entstandenen Kita-Kosten höher. Zweite Frage: wie viel kann man absetzen, wenn die Mutter nicht berufstätig sein würde?
Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:
Vorab verweise ich auf das BMF-Schreiben vom 18. Dezember 2006 - IV C 4 - S 2000 - 34/06 IV. Ein Steuerpflichtiger ist erwerbstätig, wenn er einer auf die Erzielung von Einkünften gerichteten Beschäftigung nachgeht, die den Einsatz der persönlichen Arbeitskraft des Steuerpflichtigen erfordert (BFH-Urteil vom 16. Mai 1975, BStBl II S. 537: Studium ist keine Erwerbstätigkeit; das Gleiche gilt für Vermögensverwaltung und Liebhaberei). Daraus folgt, dass es sich auch bei einem Minijob oder einer nicht sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit, z.B. einer stundenweisen Aushilfstätigkeit, um eine Erwerbstätig-keit im Sinne des Gesetzes handeln kann. Bei einer Arbeitszeit von mindestens 10 Stunden pro Woche kann davon ausgegangen werden, dass die Kinderbetreuungskosten erwerbsbedingt anfallen. Bei zusammenlebenden Elternteilen liegen erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten nur vor, wenn beide Elternteile erwerbstätig sind.
Wird die Erwerbstätigkeit z.B. durch Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Urlaub unter-brochen, können auch die während der Zeit der Unterbrechung entstandenen Kinderbetreuungskosten wie Betriebsausgaben oder Werbungskosten berücksichtigt werden, längstens jedoch für einen zusammenhängenden Zeitraum von vier Monaten.Liegen weder die Voraussetzungen des § 4f EStG noch diejenigen der §§ 9a oder 10 Abs. 1 Nr. 8 EStG vor, können Aufwendungen für Kinder zwischen dem 3. und dem 6. Lebensjahr (Kindergartenalter) nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG geltend gemacht werden. Berücksichtigungsfähig sind auch hier nur Betreuungskosten, allerdings müssen die übrigen Voraussetzungen (Berufstätigkeit, Krankheit oder Ausbildung beider Eltern) nicht vorliegen. Aufwendungen für die Betreuung von drei bis sechsjährigen Kindern sind also auch dann steuerlich als Sonderausgaben berücksichtigungsfähig, wenn nur ein Elternteil arbeitet oder ein alleinerziehendes Elternteil sich voll der Erziehung des Kindes widmet und nicht arbeitet.
Unabhängig also davon, nach welcher Vorschrift (§§ 4f, 9 Abs. 5 Satz 1, § 10 Abs. 1 Nr. 5 oder 8 EStG) die Kinderbetreuungskosten zu berücksichtigen sind und ob ihre Frau berufstätig ist oder in Ausbildung, können insgesamt im Kalenderjahr bzw. Wirtschaftsjahr nur zwei Drittel der Aufwendungen, höchstens 4.000 Euro, abgezogen werden.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion gerne zu Verfügung oder auch im Rahmen einer Mandatserteilung; am besten per mail: info@kanzlei-hermes.com.


Mit besten Grüßen

RA Hermes
Fachanwalt für Steuerrecht
BLaw Bern

www.kanzlei-hermes.com
Die vorstehende summarische Lösung ist beschränkt durch die von Ihnen gegebenen Informationen. Außerdem wird, wie die Plattform-Bedingungen es vorsehen, nur ein erster Überblick geboten. Außerdem ist der Umfang der Antwort auch abhängig von der Höhe des gebotenen Honorars. Daher kann diese Beratung das umfassende, verbindliche und abschließende Beratungsgespräch durch den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens keineswegs ersetzen. Bitte beachten Sie dies!

Nachfrage vom Fragesteller 02.12.2007 | 23:03

Sehr geehrter Herr RA Hermes,
danke für Ihre Ausführungen. Gestatten Sie bitte folgende Verständnisfragen, in denen wir uns nur auf die momentane konkrete Situation beschränken wollen, nämlich dass unsere Tochter 2 Jahre alt ist und bleibt es noch bis zum 25.07.2008:
1. Kann die Erwerbstätigkeit der Ehefrau auch auf freiberuflicher Basis erfolgen (Bücherverkauf,Massagen etc.)
2. Verstehe ich Sie richtig, dass man die Kinderbetreuungskosten nur für den Teil des Jahres absetzen kann, wo auch die Ehefrau berufstätig ist (also z.B. nicht 1 Monat Beruf und dafür das ganze Jahr absetzen - Krankheiten etc. ausgenommen).
3. Verstehe ich Sie richtig, dass wenn meine Frau nicht berufstätig wird, es keinerlei (also 0 Cent) Absetzungsmöglichkeit für Kinderbetreuungskosten gibt, solange unser Kind unter 3 Jahre ist?
Danke.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.12.2007 | 01:35

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.
1. Ja. Ein Steuerpflichtiger ist dann erwerbstätig ist, wenn er einer Tätigkeit nachgeht, mit der er Einkünfte erzielen will. Es fallen also auch Minijobs und nicht-sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten wie freiberufliche bzw. selbständige gewerbliche Tätigkeiten darunter.
2. Nein, siehe 3.
3. Nein, dies ist nur bei Alleinverdiener-Eltern der Fall. Hier können die Kosten nur als Sonderausgaben geltend gemacht werden, wenn die Kinder zwischen drei und sechs Jahre alt sind. Im Übrigen gilt die Steuerermäßigung gem. § 35 a EStG.
Ferner möchte Sie auf folgendes hinweisen: Aufwendungen für Kinderbetreuung sind vorrangig wie Betriebsausgaben oder Werbungskosten (§§ 4f und 9 Abs. 5 Satz 1 EStG) zu berücksichtigen. Liegen die entsprechenden Voraussetzungen hierfür nicht vor, ist zu prüfen, ob ein Abzug als Sonderausgaben nach § 10 Abs. 1 Nr. 8 EStG in Betracht kommt. Ist dies nicht der Fall, können Aufwendungen für Kinderbetreuung eventuell nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG berücksichtigt werden. Ist ein Abzug weder wie Betriebsausgaben oder Werbungskosten noch als Sonderausgaben mög-lich, kann unter Umständen ein Abzug im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen (§ 33a Abs. 3 EStG) oder eine Berücksichtigung im Rahmen des § 35a EStG erfolgen.

Mit besten Grüßen

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