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Kinderbetreuung über Firma anstellen

10.09.2021 11:18 |
Preis: 48,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frau und ich arbeiten selbständig und haben eine Firma hierfür angemeldet, konkret eine UG. Unsere Kita war von Dezember bis Juni geschlossen, wir sind mit unseren Arbeiten massiv im Rückstand. Aufgrund der niedrigen Impfquoten fürchten wir, dass die Kita wieder schließen müssen wird oder zumindest, dass die Kinder so regelmäßig in Quarantäne sind, dass unsere Arbeit hierdurch empfindlich gestört wird.

Wir überlegen deshalb eine Kinderbetreuung anzustellen, eigens dafür, dass wir bei einer nächsten Kita-Schließung unbeschadet weiter arbeiten können. Aus unserer Sicht ist das eine Betriebsausgabe, weil es darum geht, unsere Arbeit zu ermöglichen und den Betrieb weiterhin sicherzustellen.

Kann unsere Firma eine Kinderbetreuung anstellen und die Lohnkosten hierfür gewinnmindernd als Betriebsausgabe buchen? Falls ja: Gilt dies auch dann, wenn die Kraft in unserer Privatwohnung auf die Kinder aufpasst? Geeignete Räume fehlen der Firma nämlich.

Ich weiß, dass es einen Arbeitgeberzuschuss für Kinderbetreuung gibt, der in gewissem Umfang steuerfrei ist. Hier ist aber explizit geregelt, dass es KEINE häusliche Betreuung sein darf. So wollen wir es aber auch nicht regeln: Die Firma soll uns keinen Zuschuss zahlen, sondern die Kraft selbst anstellen und dann zur Arbeit in unsere Wohnung abstellen. Ist das dann als Betriebsausgabe möglich?

Einer unserer Söhne hat Autismus und gilt zu 50% als schwerbehindert (Merkmal H). Ändert das was? Oder öffnet es zusätzliche Möglichkeiten, uns in dieser Situation zu helfen?

Angenommen, wir stellen die Kraft nicht als Kinderbetreuung ein, sondern als Privatsekretär*in, oder -assistenz – sehen Sie irgendeine Möglichkeit, wie wir die Ausgaben als Betriebsausgabe geltend machen können?

(Ich möchte erinnern: inhaltlich geht es wirklich darum, dass wir weiter arbeiten können. Wir können leider nicht, wie bei Angestellten üblich, Lohnersatz über die Krankenkasse beziehen. Wir müssen arbeiten, weil unsere Kunden sonst davon laufen. Ich fände es sehr ungerecht, wenn dies eine reine Privatsache sein soll, während andere großzügig über die Sozialkassen abgefunden werden.)

Mit freundlichen Grüßen

10.09.2021 | 13:59

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

leider hat der Gesetzgeber schon vor vielen Jahren die Möglichkeit des Absetzens von Kinderbetreuungskosten als Betriebsausgaben gestrichen.

Einheitlich ist nun in § 10 EStG geregelt, dass
solche Kosten nur zu 2/3 bis max. 4000 € als Sonderausgaben berücksichtigt werden können.

Da eine UG keine Kinder haben kann, sehe ich nur die Chance, dass Sie diese Kosten in Ihrer privaten Steuererklärung angeben.

Coronatechnisch ist hier leider nichts besser geworden.

Würde die UG nun eine Kinderbetreuung einstellen, dann hätte dies keinen Geschäftsbezug, weshalb eine solche Betriebsausgabe abgelehnt werden könnte.

Auch würde ich nicht empfehlen, die Kraft unter einer anderen Berufsbezeichnung anzustellen.

Hier könnte die Welt des Steuerbetrugs tangiert sein.

Auch arbeitsrechtlich ließe sich dies nicht umsetzen und wäre riskant, denn schlösse Ihre Firma einen Arbeitsvertrag mit einem Arbeitnehmer als Sekretär, dann könnte dieser Kinderbetreuungsarbeiten ablehnen.

Ob dies im Einzelfall alles nachweisbar ist, obliegt Ihrer eigenen Risikoentscheidung.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wilke

Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 11.09.2021 | 11:16

Sie schreiben: " Würde die UG nun eine Kinderbetreuung einstellen, dann hätte dies keinen Geschäftsbezug, weshalb eine solche Betriebsausgabe abgelehnt werden könnte."

Wieso hat die Kinderbetreuung keinen Geschäftsbezug? Zur Motivation meiner Frage:

Wenn ein Unternehmen einen eigenen Betriebskindergarten unterhält, gelten die Kosten hierfür als absetzbare Betriebsausgabe (Quelle: https://www.kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/traeger-verbaende-jugendaemter/2246). Wo liegt, (abgesehen von der festen Einrichtung,) denn der Unterschied zu unserem Fall?

Auf derselben Seite steht unter "Alternative Möglichkeiten der betrieblichen Kinderbetreuung", dass es dem Betrieb auch möglich sei, Elterninitiativen finanziell zu fördern - falls es z.B. keine geeigneten Räume gibt, einen Betriebskindergarten einzurichten, so wie bei uns. Dieses Beispiel läge ja noch näher an unserem Fall.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11.09.2021 | 11:38

Sehr geehrter Fragesteller,

zwischen einem Betriebskindergarten und einer privaten Tagesmutter, welche nicht etwa die Kinder von Mitarbeitern betreut, sondern Ihre Kinder, sehe ich schon einen Unterschied.

Man könnte sogar darüber nachdenken, ob die Tagesmutter, die über die Firma zwecks privater Betreuung angestellt wird, nicht letztlich sogar eine Gewinnentnahme der Gesellschafter darstellt.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wilke

Rechtsanwalt

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