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Kinder wollen nicht beim Vater übernachten

19.02.2015 14:48 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,
seit 2010 sind mein Exmann und ich geschieden, wir haben das gemeinsame Sorgerecht. Seit November 2012 übernachten die Kinder ( fast 6 und 8 Jahre) jedes zweite Wochenende für eine Nacht bei ihm und seiner Lebensgefährtin. Die Kinder sind vernarrt in seine Freundin und ich habe das Gefühl, sie ist wichtiger für die Kinder, als mein Exmann.
Nun ist die Lebensgefährtin für 4 Wochen auf Reha und somit an den Übernachtungswochenenden nicht vor Ort. Die Kinder wussten das und wollen nun nicht übernacht bei ihrem Papa bleiben. Ich habe das mit ihr besprochen, sie vermittelt zwischen meinem Exmann und mir, da das Verhältnis nicht das Beste ist und sie zeigte Verständnis für die Kinder. Wir einigten uns darauf, die Übernachtungen auszusetzen, wenn sie nicht da ist und die Übernachtungen Gelegenheit nachzuholen. Sie hat dies auch mit meinem Exmann besprochen. Dieses Gespräch war vor 2 Tagen. Da ich nichts mehr von ihr gehört habe, dachte ich, das Besprochene geht in Ordnung.
Nun waren die Kinder gestern bei Oma und Opa väterlicherseits zu Besuch und dort hat mein Exmann die Kinder bearbeitet, wenn sie am Wochenende doch bei ihm übernachten, machen sie einen tollen Fernsehabend mit ganz vielen Süßigkeiten. Meine Kinder sind natürlich sofort darauf abgesprungen, welches Kind würde das nicht? Ich finde die Masche ganz schön hinterhältig. Es spricht nicht für einen Vater, wenn er die eigenen Kinder mit etwas locken muss! Er benutzt des öfteren Psychospielchen, um die Kinder auf seine Seite zu ziehen, beispielsweise tut er so, als würde er weinen, oder betont, wie traurig er ist. Bei den Kindern funktioniert das leider noch. Warum kann er nicht einfach den Wunsch der Kinder akzeptieren?

Vor einem Jahr waren meine Töchter bereit ein Mal über Nacht, ohne das seine Partnerin anwesend war: es war ein Fiasko, bereits nach 2 h musste ich meine kleine Tochter abholen. Sie war panisch, inTränen aufgelöst. Meine große Tochter blieb alleine dort und verhielt sich die Tage danach sehr komisch.
Nun weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll? Was soll ich tun, wenn er nun am Samstag tatsächlich vor der Tür steht und die Kinder mitnehmen will? Wenn die Kinder nicht wollen, kann ich sie ja nicht mit Gewalt ins Auto zerren!? Kann er erzwingen, dass sie mitfahren? Sollte er das tun, kann ihm doch das Wohl seiner Kinder nicht wichtig sein?!
Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Sehr geehrte Fragestellerin,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Ob der Vater den Umgang zwangsweise durchsetzen kann, hängt davon ab, ob es eine gerichtliche Umgangsregelung gibt. Nur wenn das der Fall ist, wäre die zwangsweise Durchsetzung (im Regelfall durch Androhung von Zwangsgeld bzw. Zwangshaft) überhaupt möglich. Wenn Sie sich einfach ohne ein Gerichtsverfahren auf den Umgang, so wie er aktuell praktiziert wird, geeinigt haben, kann eine zwangsweise Durchsetzung nicht erfolgen. Der Vater müsste den Umgang erst gerichtlich regeln lassen, um einen Vollstreckungstitel zu haben.

Sie sollten sich dennoch um eine einvernehmliche Regelung bemühen.

Die Kinder unter Protest und Geschrei ins Auto zu zerren, ist sicher der schlechteste Weg.

Vielleicht wäre es sinnvoll, noch einmal mit den Kindern und anschließend mit dem Vater zu sprechen. Wenn die Kinder, gleich aus welchem Grund, nun doch zum Vater wollen, könnten Sie es ausprobieren und anbieten, die Kinder abzuholen, wenn sie es sich anders überlegen. Auch wenn es vor einem Jahr nicht geklappt hat und die Vorgehensweise des Vaters fragwürdig ist: Die Kinder werden älter. Wenn Sie den Eindruck haben, die Kinder wollen jetzt doch zum Vater: Versuchen Sie es.

Wenn Sie es nicht für vernünftig halten, bieten Sie Ihrem geschiedenen Mann etwas anderes an. Vielleicht kann er tagsüber mit den Kindern etwas unternehmen und sie nach dem Abendessen nach Hause bringen. Dann hat er trotz der Abwesenheit der neuen Partnerin die Möglichkeit, die Kinder zu sehen. Und die Kinder scheinen sich ja nur an der Übernachtung ohne die Freundin, nicht am Kontakt mit dem Vater zu stören.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!



Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

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