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Kinder von den Pflegeeltern zurückholen

08.06.2014 04:54 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Zusammenfassung:

Wenn der Inhaber der elterlichen Sorge einer Inobhutnahme von Kindern durch das Jugendamt widerspricht, muss nach § 42 SGB VIII entweder die Herausgabe erfolgen, oder es muss unverzüglich eine Entscheidung des Familiengerichts herbeigeführt werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit gestern leben meine Kinder (18 Monate und 8 Wochen) in einer Pflegefamilie. Ich hatte das Jugendamt angerufen und um Hilfe gebeten da ich überfordert war, hatte aber gesagt ich will nicht das mir die Kinder weggenommen werden und das ich nur über das Wochenende eine Art Bereitschaftspflegefamilie wünsche, damit ich kurzzeitig entlastet werde. Das Jugendamt + Pflegefamilie kamen dann zu mir, ich musste einen Zettel unterschreiben das die Kinder bis auf weiteres wegen Überforderung in Obhut des Jugendamtes gebe. Leider habe ich das falsch verstanden, ich dachte "Inobhut" bedeutet nur das sie dort untergebracht sind an dem Ort. Durch mehrfaches recherchieren im Internet habe ich gelesen, dass das bedeutet das ich KEIN Aufenthaltsbestimmungsrecht mehr habe und lauter Schauergeschichten von Kinderklau usw. Ich will meine Kinder am besten SOFORT zurück, ich habe solche Angst das ich diese nicht wiederbekomme. Ich bin allein sorgeberechtigt. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich meine Kinder nicht sehen darf. Die Pflegefamilie meinte ich dürfe nur im Notfall anrufen. Das Jugendamt sagte noch ich solle bis Dienstag überlegen welche Hilfen ich annehme, sprich Kinderkrippe, Tagesmutter, Familienhilfe...Dann gehts weiter mit so einer Art Hilfeplan. Ich habe einfach einen riesen Fehler gemacht und es war eine Kurzschlussreaktion. Wie bekomme ich meine Kinder so schnell wie möglich wieder zurück (Polizei, Gericht,...)? Ist dies auch am Wochenende/Feiertag noch möglich? Bis Dienstag kann ich nicht warten, habe zudem Angst das das JA einen Antrag auf Sorgerechtsentzug stellt beim Familiengericht (was man so liest im Internet)

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich kann Sie nach der Erfahrung aus der Praxis beruhigen. Sie haben keine endgültige Entscheidung getroffen.

Nach § 42 III SGB VIII ist es normal das ein Hilfeplanverfahren eingeleitet wird, solange Ihre Zustimmung nicht widerrufen wird.

Sie können der Inobhutnahme jederzeit widersprechen und Ihre Zustimmung widerrufen. Dann muss das Jugendamt entweder nach § 42 III SGB VIII die Kinder herausgeben, oder eine Entscheidung des Familiengerichts herbeiführen.

Dies müsste unverzüglich geschehen, wird aber nur beantragt, wenn das Amt eine Gefährdung des Kindeswohls annimmt. Das Kinder für einige Tage mit Zustimmung in Obhut genommen werden, ist ein normaler Vorgang. Wenn Sie jetzt widerrufen, wird das Jungendamt abwägen müssen, ob eine Rückgabe erfolgen kann. An Sonn- und Feiertagen ist es generell schwierig hier jemanden zu erreichen, der die Entscheidung trifft. Auch ein Antrag beim Gericht würde erst am nächsten Werktag gestellt werden.

Ich würde Ihnen raten, sich am Dienstag beim Jugendamt zu melden und dort zu erklären das Sie keine weitere Inobhutnahme wünschen, aber Hilfe benötigen und einen entsprechenden Antrag auf Hilfe zur Erziehung stellen, wenn dies sinnvoll ist. Sie zeigen dann auch das Sie bereit sind Hilfe anzunehmen und nehmen so dem Amt das Argument einen Antrag beim Gericht zu stellen.

Die Polizei hilft Heute und Morgen nichts, weil die Kinder rechtmäßig in Pflege sind. Selbst wenn Sie heute widerrufen wird wahrscheinlich bis Dienstag rein praktisch niemand über die Herausgabe entscheiden können, Sie können es aber versuchen. Ich rate aber ruhig zu bleiben und nicht in Panik zu verfallen.

Wenn es keine schweren Gründe gibt, spricht alles dafür, dass Sie die Kinder zurück erhalten. Sie sollten aber Hilfe annehmen.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familien- und Arbeitsrecht

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