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Kinder nach Trennung Aufenthalt in Israel


12.11.2015 17:01 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Mann und ich sind seit März diesen Jahres nach sieben Jahren Ehe getrennt und haben drei gemeinsame Kinder (vier, zehn, sechzehn Jahre alt). Die Kinder wohnen bei mir. Mittlerweile habe ich einen Freund, der in Israel arbeitet und wohnt. Es ist für ihn beruflich bedingt schwierig, nach Deutschland zu kommen, so dass ich gerne ca. alle zwei Monate zu ihm fahren würde, um ihn für etwa eine Woche zu besuchen.

Ich war nun zweimal dort und während dieser Zeit haben meine Eltern für je eine Woche auf die Kinder aufgepasst. Jedoch werde ich nicht jedes Mal meine Eltern darum bitten können. Ich würde die Kinder auch mitnehmen, was mein (Ex-)Mann jedoch nicht möchte. Obwohl die Situation vor Ort in Israel bei weitem nicht so dramatisch ist wie in den Medien geschildert, kann ich das durchaus nachvollziehen. Ich muss die Kinder auch nicht mitnehmen. Er weigert sich jedoch, die Kinder in diesem Zeitraum selbst zu betreuen, obwohl ich gerne bereit bin, mich nach seinem Urlaub usw. zu richten.

Generell ist es so, dass wir bisher auch keine Umgangsregelung haben. Er wollte die Kinder bisher nur sehen , wenn er "Lust dazu" hat. Als ersten Schritt zu einer Regelung habe ich nun einen Termin bei der Caritas vereinbart, damit wir wenigstens den Alltag geregelt bekommen.

Der Kern meiner Frage ist also - kann er mir verbieten, die Kinder nach Israel mitzunehmen, wenn er sich gleichzeitig weigert, sie zu betreuen? Oder müsste er dann für die Zeit meiner Abwesenheit für Betreuung der Kinder sorgen?

Danke im Voraus.

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Sehr geehrte Ratsuchende,


offenbar verkennt Ihr Mann, dass es nicht nur ein Umgangsrecht, sondern auch eine Umgangspflicht gibt, die theoretisch sogar gerichtlich durchgesetzt werden könnte. Von daher ist es also keineswegs so, dass er dei Kinder nur dann sehen "muss", wenn er Lust dazu hat.

Dabei sind alle Belange zu berücksichtigen und notfalls könnten Sie dann auch Kosten einer Kinderbetreuung ebenfalls durchsetzen.

Für die Zeit Ihrer Abwesenheit muss er also für die angemessene Betreuung der Kinder sorgen, kann sich also nicht herausreden, was umso mehr gilt, als Sie auch noch Ihre Reisezeiten seinen Möglichkeiten anpassen wollen.


Das sollte man Ihrem Mann vielleicht einmal deutlich machen, denn Kinder sind auch ein Spielzeug, welches man sich nur bei Bedarf erinnert.


Sicherlich kann er Ihnen alles Mögliche zunächst einmal verbieten und sein Ego zu wahren; aber durchsetzen kann er nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung so ein Reiseverbot nicht.


Im Rahmen der Umgangszeit entscheidet allein der Umgangsberechtigte über die Ausgestaltung des Umgangs mit dem Kind, wozu ohne Frage auch Reisen gehören. Und wenn er die Kinder nicht betreuen will, obliegt Ihnen grundsätzlich die Umgangsberechtigung auch hinsichtlich einer Auslandsreise.


Allerdings gibt es Gerichte, die bei Reisen in ein unsicheres Reiseland dann Einschränkungen machen, wenn das Kindeswohl gefährdet sein könnte. Für den Bereich Jerusalem und Westjordanland hat das Auswärtige Amt verschärfte Reisehinweise erteilt, so dass Sie ggfs. eine Auskunft für das genaue Reiseziel beim Auswärtigen Amt vorsorglich einholen sollten, falls Ihr Mann tatsächlich im Vorfeld ein Verfahren einleiten sollte.



Mit freudlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg
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