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Kind zu Vater holen / Aufenthaltbestimmungsrecht

| 02.02.2015 15:23 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


17:12
Sehr geehrte Damen und Herren,

folgender Sachverhalt:
Ich habe eine kleine Tochter, 5 Jahre und lebe von der Mutter getrennt seit meine Tochter ca. 6 Monate alt ist. Wir haben das gemeinsame Sorgerecht und seither alle Belange wie Unterhalt (Düsseldorfer Tabelle) und Umgang unter uns geregelt.
Der Umgang stellt sich wie folgt dar: Bis Oktober 2013 hatte ich meine Tochter jeweils Samstag 13:00 - Sonntag ca. 21:00 und Dienstag/Donnerstag Abend für jeweils ca. 3-4 Stunden. Aufgrund des Kindergartens haben wir ab Oktober 2013 dann das Wochenende beibehalten und unter der Woche eine Übernachtung von Dienstag auf Mittwoch geregelt, wobei ich sie Mittwoch dann direkt in den Kindergarten gebracht habe.
Seit März 2014 habe ich den Umgang aufgrund meiner Arbeitslosigkeit ausgedehnt, Wochenende wie gehabt, Dienstags hole ich meine Tochter direkt vom Kindergarten ab, sie übernachtet bei mir und ich bringe sie Mittwoch Abend gegen 20:00 zur Mutter zurück. Je nach Umstand habe ich teilweise noch eine Übernachtung von Mi auf Do drangehängt.
Das Verhältnis zu meiner Tochter kann ich als sehr gut bezeichnen.

Ich wohne ca. 1,5 Kilometer in einem anderen Stadtteil von der Mutter entfernt, meine Tochter geht allerdings in "meinem" Stadtteil in den Kindergarten, 100 Meter von meiner Wohnung entfernt.

Nun zum eigentlichen Problem: Im Sommer 2012 hat sich die Mutter dazu entschlossen, ca. 35 Kilometer weit weg zu ziehen. Das ganze geschah ohne Abstimmung mit mir und ohne daß ich im Vorfeld bescheid wusste. Die 35 Kilometer sind auf einer extrem stauträchtigen Strecke, so daß ich dafür ca. eine Stunde gebraucht habe. Dies hat den Umgang mit meiner Tochter extrem eingeschränkt. Dazu ist zu sagen, daß die Mutter ohne sichtlichen Grund weggezogen ist, weder hatte sie eine am neune Wohnort eine Arbeitsstelle noch familiäres Umfeld. Sie ist lediglich mit Ihrem neuen Partner zusammengezogen.

Ich konnte den Umzug leider nicht verhindern (ich wusste damals nicht um eine evtl. Möglichkeit das Familiengericht anzurufen) und bin meiner Tochter zuliebe in die Nähe des neuen Wohnortes gezogen. Dies brachte für mich erhebliche Nachteile mit, meine Arbeitsweg hat sich zeitlich verdreifacht.

Nach dem Umzug begannen dann die "Auswüchse" der Kindsmutter: Der Umzug hat meine Tochter an einen sozialen Brennpunkt geführt. Beim Umzug war meine Tochter 2,5 Jahre und die Anmeldung für den Kindergarten stand an. Dieser wurde, da nicht rechtzeitig erfolgt, von der Mutter in Ihrem Stadtteil "versemmelt". Ich durfte mich darum kümmern und konnte in meinem Ortsteil einen Kindergartenplatz zum 1. Januar 2013 erhalten. Die Mutter hatte zum damaligen Zeitpunkt keinen Führerschein, musste meine Tochter also mit dem Bus zum Kindergarten bringen. Dies hatte zur Folge daß das Kinde "gerne" mal aus Bequemlichkeit zuhause gelassen wurde, Themen ausserhalb der Reihe wie die zweiwöchigen Waldwochen durfte fahrtechnisch trotz berufstätigkeit ich übernehmen. Ansonsten wäre meine Tochter zuhause geblieben.

Im Frühjahr 2013 (neun Monate nach dem Umzug an den neuen Ort) informiert mich die Mutter über neue Umzugspläne in einen 6 Kilometer entfernten Stadtteil, da angeblich die Wohnung zu sehr weitab vom Schuss gewesen sei. Mit viel Überzeugungsarbeit konnte ich den Umzug verhindern, dieser fand dann im selben Haus statt. Ohne Rücksicht auf meine Tochter (dies hätte einen Kindergartenwechsel bedingt) wurde wieder eine kurzsichtige Entscheidung getroffen.

Von Anfang an war bekannt daß der Kindergarten innerhalb des Ortsteils in neue Räumlichkeiten umziehen würde. Dies fand im Januar 2014 statt und war mit dem Bus etwas schwieriger zu erreichen, gleichwohl für mich nur noch 100 Meter entfernt. Der Mutter wurde es nach zahlreichen Fehlzeiten nach ca. 2 Monaten schon zuviel und Sie hatte einen Kindergartenwechsel in Betracht gezogen!! (Wohlgemerkt aus Bequemlichkeit, ohne Rücksicht auf meine Tochter die sich dort sehr wohl fühlt) Da dies nicht ohne meine Zustimmung geschehen kann, hatte ich mein Veto eingelegt und Sie dazu gedrängt endlich den Führerschein zu machen. Seit Mai 2014 hat Sie diesen tatsächlich, das Thema Kindergarten hatte sich damit etwas beruhigt.

Im März 2014 bin ich dann leider gekündigt worden. Dies brachte den ausgedehnten Umgang mit sich und ich konnte mir vom "Leben" meiner Tochter ein ungefiltertes Bild machen. Meine Tochter hat im Kindergarten zwei beste Freundinnen. In mittlerweile 2 Jahren ist es der Mutter kein einziges Mal gelungen mit einem dieser Kinder etwas ausserhalb des Kindergartens zu unternehmen. Dies übernehme seit knapp einem Jahr ich und habe zu den Eltern beider Kinder einen recht guten Kontakt geschlossen. Meine Tochter wird von der Mutter eigentlich nur zuhause "gehalten", Kontakte mit gleichaltrigen finden nicht statt. Obwohl ich sie mehrfach darauf angesprochen habe, ändert Sie nichts daran. In meinen Augen ist eine soziale Integration meiner Tochter sehr wichtig - sie blüht immer regelrecht auf wenn Sie mit Ihren Freundinnen etwas unternehmen darf.

Dasselbe galt für die Anmeldung in einem Verein - die Mutter hat es in ca. 1 Jahr nicht geschafft sie anzumelden. Dies durfte wiederum ich im Dezember 2014 mit einem Mausklick übernehmen. Das Bringen und holen zum Verein, der sich in meinem Staddteil befindet, übernehme selbstredend ich.

Vor kurzem durfte ich meine Tochter in einer regelrechten Nacht und Nebel Aktion bei meiner Krankenversicherung anmelden, da die Mutter angeblich nicht mehr versichert war. Details wurden mir nicht genannt und dies war wiederum ein Grund für mich an den Fähigkeiten der Mutter zu zweifeln. Ferner ist zu sagen daß wichtige Arztbesuche (Meine Tochter musste sich leider bereits 2 OPs unterziehen) allesamt ich übernehmen darf, da die Mutter nicht in der Lage ist für meine Tochter dienliche Entscheidungen zu treffen.

Nun kommt hinzu daß die Mutter demnächst Nachwuchs mit Ihrem neuen Lebenspartner bekommt. Ich mache mir sehr große Sorgen um meine Tochter - jetzt schon unternimmt die Mutter kaum etwas mit Ihr, wie soll daß dann mit dem Nachwuchs werden?
Zudem habe ich zum 1. April eine neue Stelle gefunden und kann das Thema "Soziale Integration" meiner Tochter dann kaum noch übernehmen.
Darauf angesprochen wiegelt die Mutter nur lapidar ab und meint daß es ja nicht so schlimm sei wenn meine Tochter mal länger nicht in den Kindergarten geht und daß ich mich dann eben am Wochenende um Unternehmungen mit Ihren Freundinnen kümmern solle.

Mittlerweile ist bei mir das Maß voll. Mir geht es nicht darum die Mutter pauschal schlecht zu machen, aber insbesondere die Einstellung zu meiner Tochter die ich besonders im letzten Jahr erleben durfte, geben mir erheblich zu denken. Es geht primär um das Wohl und die Bequemlichkeit der Mutter. Ich traue ihr kaum zu, meiner Tochter ein stabiles Umfeld zu geben und Sie auch sozial zu fördern.

Dazu hatte ich auch bereits einen Termin bei der Familienberatung der Diakonie. Diese hatte mir empfohlen das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu beantragen. Allerdings wollte ich gerichtliche Auseinandersetzungen vermeiden und mir ist es gelungen mit der Mutter zusammen einen gemeinsamen Beratungstermin zu vereinbaren. Dieser findet allerdings erst im März statt.

Meine Tochter könnte problemlos bei mir leben, Sie hat ihr eigenes Zimmer und ist in meinem Stadtteil "verwurzelt". Mit meiner langjährigen Lebenspartnerin versteht sie sich sehr gut und würde in ein intaktes Umfeld kommen. Die Betreuung könnte zunächst ich übernehmen, danach könnte meine Mutter nahtlos einspringen. Dazu ist zu sagen daß die Mutter meiner Tochter sich in den ersten drei Jahren ebenfalls kräftig Unterstützung von Ihrer Großmutter bezüglich Betreuung geholt hat.

Meine konkreten Fragen nun:

- Hätte ich realistische Chancen das ABR zu erhalten? Alle geschilderten "Eskapaden" der Mutter sind via Whatsapp nachweisbar (besser als nichts...)

- Was würde ich riskieren wenn vor Gericht das Thema gegen mich entschieden wird? Würde sich dann der Umgang verringern oder gibt es eine Art Gewohnheitsrecht auf das ich mich beziehen kann?

Vielen Dank vorab!


02.02.2015 | 15:57

Antwort

von


(940)
Golmsdorfer Str. 11
07749 Jena
Tel: 036412692037
Web: http://www.jena-rechtsberatung.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

- Hätte ich realistische Chancen das ABR zu erhalten? Alle geschilderten "Eskapaden" der Mutter sind via Whatsapp nachweisbar (besser als nichts...)

Zunächst kommt es natürlich darauf an, das Kindeswohl zu berücksichtigen.

Nach Ihrer Schilderung spricht sehr viel dafür, diesen Aufenthaltswechsel herbeizuführen.

Wenn das im März stattfindende gemeinsame Gespräch nicht zu dem gewünschten Erfolg führt, ist man auf den gerichtlichen Weg angewiesen.

Im Rahmen des Verfahrens wird zunächst ein Verfahrensbeistand (Anwalt des Kindes) bestimmt werden. Diese Person wird sowohl Sie als auch die Mutter besuchen und vor allem - soweit möglich - mit dem Kind kommunizieren, um dessen Interessen zu ermitteln.

Wenn sich der Sachverhalt dann auch so dem Verfahrensbeistand darstellt, kann die Empfehlung an das Familiengericht nur dahingehend lauten, den Aufenthaltswechsel herbeizuführen.

Dies kann auch als Vergleich so geregelt werden, dass das Aufenthaltsbestimmungsrecht geteilt bleibt, das Kind aber seinen tatsächlichen Aufenthalt bei Ihnen hat. In diesem Zusammenhang würde man auch gleich das Umgangsrecht für die Mutter mit regeln.


- Was würde ich riskieren wenn vor Gericht das Thema gegen mich entschieden wird? Würde sich dann der Umgang verringern oder gibt es eine Art Gewohnheitsrecht auf das ich mich beziehen kann?

Sollte der Antrag abgewiesen werden, ändert dies eigentlich nichts.

Der Umgang ist davon nicht betroffen.

Sollte die Kindesmutter dann den Umgang eigenmächtig umgestalten, kann man das Familiengericht erneut einschalten und den Umgang gerichtlich regeln.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Steffan Schwerin

Rückfrage vom Fragesteller 02.02.2015 | 16:58

Sehr geehrter Herr Schwerin,

vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.

Folgende Punkte benötige ich noch etwas detaillierter:

- Welche Vorraussetzungen muss ich bezüglich der Betreuung idealerweise schaffen, um Erfolg zu haben? Hätte ich mit "arbeitslos, aber komplette Betreuung durch mich" größere Chancen als mit Hilfe meiner Mutter und weiterhin berufstätig?

- Sind die Whatsapp chats als Beweismittel überhaupt zulässig? Ich habe leider sonst keine Möglichkeit die Gespräche nachzuweisen. Wie kann ich ansonsten dem entgegenwirken, daß meine Behauptungen als bloße Spinnerei abgetan werden? Die Mutter hat ein recht eigenständiges Verhältnis zur Wahrheit.

- Inwieweit würden "Zeugen" gehört, also sprich Familienmitglieder, Eltern der Freunde meiner Tochter, Kindergartenmitarbeiter usw. die meine Ausführungen unterstreichen können?

- Was kann ich taktisch noch tun, um mein Ziel zu erreichen? Belege, Ämter einbinden etc.?

Vielen Dank vorab!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.02.2015 | 17:12

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Nachfragen wie folgt:

- Welche Voraussetzungen muss ich bezüglich der Betreuung idealerweise schaffen, um Erfolg zu haben? Hätte ich mit "arbeitslos, aber komplette Betreuung durch mich" größere Chancen als mit Hilfe meiner Mutter und weiterhin berufstätig?

Das kann man so nicht sagen. Natürlich muss sowohl der finanzielle Aspekt als auch die Betreuung gewährleistet sein.

- Sind die Whatsapp chats als Beweismittel überhaupt zulässig? Ich habe leider sonst keine Möglichkeit die Gespräche nachzuweisen. Wie kann ich ansonsten dem entgegenwirken, daß meine Behauptungen als bloße Spinnerei abgetan werden? Die Mutter hat ein recht eigenständiges Verhältnis zur Wahrheit.

Ja, solche Nachrichten sind als Beweismittel zugelassen.

Zunächst sollte man sich aber darauf beschränken, vorzutragen, weshalb es dem Kindeswohl entspricht, zu wechseln und Ihre Möglichkeiten darzustellen.

„Schmutzige Wäsche waschen" sollte man nicht gleich zu Beginn.

- Inwieweit würden "Zeugen" gehört, also sprich Familienmitglieder, Eltern der Freunde meiner Tochter, Kindergartenmitarbeiter usw. die meine Ausführungen unterstreichen können?

Zeugen werden nur selten gehört im familiengerichtlichen Verfahren.

- Was kann ich taktisch noch tun, um mein Ziel zu erreichen? Belege, Ämter einbinden etc.?

Da es einen Verfahrensbeistand geben wird, ist dessen Statement ausreichend. Wenn es aber sonstige Belege gibt, dann sollten dies dem gerichtlichen Antrag beigefügt werden.

Bewertung des Fragestellers 04.02.2015 | 01:05

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"Im "realen" Leben hatte zu ähnlichen Fällen andere Antworten gehört - deshalb bin ich etwas vorsichtig mit dieser -wenn auch für mich positiven- Antwort."
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 04.02.2015
4,2/5,0

Im "realen" Leben hatte zu ähnlichen Fällen andere Antworten gehört - deshalb bin ich etwas vorsichtig mit dieser -wenn auch für mich positiven- Antwort.


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