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Kind wohnt beim Onkel, Mutter verweigert Unterhalt

18.09.2008 20:36 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notar und Rechtsanwalt Oliver Wöhler


Hallo,
seit zwei Wochen wohnt mein 16-jähriger Neffe bei mir. Als er noch bei der Mutter gewohnt hat gab es einige Probleme; er hat auch einige kleinere Straftaten begangen und verstand sich mit Mutter und Steifvater nicht mehr. Das Jugendamt wurde eingeschaltet und er sollte in eine 200km entfernte Wohngruppe kommen damit er weg von seinen Freunden kommt. Ich habe vorgeschlagen ihn bei mir aufzunehmen und mein Neffe war auch davon begeistert.

Meine Schwester hat dem Zugestimmt, ebenfalls das örtliche Jugendamt. Vollmacht liegt mir vor. Die Mutter hat zugesichert alle anfallenden Unterkunftskosten zu bezahlen.

Zwischenzeitlich war ich jetzt beim Amt und die Mutter soll laut Düsseldorfer Tabelle 384€ Unterhalt + 195€ Mietanteil zahlen. Das Jugendamt kann es jedoch nicht einfordern da ich kein Antrag stellen darf da ich kein Elternteil bin. Doch der Betrag scheint der Mutter jetzt zuviel zu sein und sie weigert sich das Geld zu zahlen. Sie droht mir sogar das sie beantragt das das Kind doch in eine Wohngruppe kommt.

Ist es wirklich möglich das das Kind jetzt doch in eine Wohngruppe kommt? Mein Neffe hat sich in der kurzen Zeit bereits gut eingelebt, er geht zur Schule, hat neue Freunde, einen Praktikumsplatz usw. Kann sie ihn wirklich hier wegreissen nur weil ihr der Unterhalt zu hoch ist?

Ich muss noch dazusagen das mein Neffe es bei meiner Schwester alles andere als gut hatte. Die Mutter lebte von seinem Kindergeld und das Kind bekam kaum etwas zum Essen. Als mein Neffe zu mir kam war er spindeldürr und hatte nicht mal ausreichend Kleidung, die musste ich ihm erst kaufen.

Kann ich (mein Neffe) den Unterhalt notfalls einklagen? Wenn ja; wo? Und wie lange kann sich das hinziehen?

MfG

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Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage unter Beachtung der Angaben. Bitte bedenken Sie, dass an dieser Stelle nur eine erste Einschätzung möglich ist und das jede Ergänzung des Sachverhalts zu einer veränderten rechtlichen Beurteilung führen kann.

Grundsätzlich steht der Mutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu. Sie kann also, falls Sie Ihre Meinung ändert, die Rückkehr verlangen. Anders wäre dies nur, wenn sich aus der Vollmacht der Mutter etwas anderes ergeben würde, wenn also etwa die Vollmacht unwiderruflich wäre. Falls Ihre Schwester Bestrebungen anstellt, dann sollten Sie sich an das Jugendamt wenden. Von dort kann notfalls ein Antrag an das Familiengericht gestellt werden. Möglich wäre es eine Vormundschaft des Jugendamtes einzurichten und das Jugendamt würde dann entscheiden, dass Ihr Neffe bei Ihnen bleibt. Ob Gründe für eine Kindeswohlsgefährdung nach § 1666 BGB vorliegen, läßt sich nicht abschließend klären. Ein 16 jähriger wird in aller Regel nicht zu seiner Mutter zurückmüssen, wenn dies gegen seinen erklärten Willen wäre.

Der Unterhalt steht Ihrem Neffen zu. Für ein Verfahren gegen die Mutter müßte wahrscheinlich ein Verfahrenspfleger bestellt werden, denn von Gesetzes wegen vertritt die Mutter das Kind. Dies sollte aber kombiniert werden mit Maßnahmen der elterlichen Sorge, also Übertragung (auch vorläufig) auf das Jugendamt.

Die Dauer ist schwer zu beurteilen, dies kann in der 1. Instanz durchaus einige Monate dauern.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht und für Arbeitsrecht

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