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Kind unterschoben

| 03.11.2009 09:00 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Ich hatte vor 10 Jahren ein kleines Abenteuer mit einer Arbeitskollegin,ich sprach sie auf Kondome an,darauf sagte sie das brauchen wir nicht, ich werde doch wohl am besten wissen wann ich meine fruchtbaren Tage habe, es kann nichts passieren. Ich hatte danach keinen Kontakt mehr zu ihr,da ich weggezogen bin in die Schweiz. Nun hat sie mich in einem Internetforum gefunden und wollte sich dringend mit mir treffen. Bei dem Treffen zeigte sie mir ihr Kind und sagte es ist meines. Sie sagte,dass sie damals alles geplant hatte,ihre fruchtbaren Tage errechnet und mich verführt hat.Als Vater hat sie ihren Ehemann eintragen lassen.
Ich bin seit 2000 verheiratet und habe selbst Kinder. Sie versucht seit 3 Monaten meine Ehe zu zerstören,sagt meiner Frau ich hätte jetzt bei dem Treffen auch mit ihr geschlafen usw.Ich habe zwar nichts getan,kann es aber auch nicht beweisen, ich weiss mir keinen Rat mehr. Unterhalt will sie keinen, sie sagt,sie hat das Kind von mir gewollt,weil sie in mich verliebt war und ist, sie wollte mir jetzt nur lediglich endlich die Wahrheit sagen. Meine Fragen: Was kann ich gegen diese Frau unternehmen,kann ich Schadensersatz verlangen?Ist dieses Kind erbberechtigt?Was kann im schlimmsten Fall auf mich zukommen?

Sehr geehrter Fragesteller,

da hier wohl die Vaterschaft für das Kind vom Ehemann der Kindsmutter anerkannt worden ist, besteht weder seitens des Kindes noch seitens der Mutter ein Unterhaltsanspruch gegen Sie.

Dies kann sich grundsätzlich dann ändern, wenn der aktuelle Vater seinerseits die Vaterschaft erfolgreich angefochten hat. In dem Fall würde als Vater derjenige gelten, der im Empfängniszeitraum der Mutter beigewohnt hat, § 1600d BGB.

Würde die aktuelle Vaterschaft seitens des derzeitigen Mannes der Kindsmutter erfolgreich angefochten, so könnte die Kindsmutter ein Verfahren auf Feststellung Ihrer Vaterschaft für das Kind betreiben. In diesem Verfahren kann aber durch die Entnahme von Blutproben das Bestehen oder Nichtbestehen der Vaterschaft bewiesen werden, § 169, 178 FamFG.

Stellen Sie sich im Festestellungsverfahren als Vater heraus, so haben Sie jedenfalls mit Unterhaltsansprüchen der Kindes zu rechnen. Darüber hinaus wäre das Kind als Abkömmling auch Ihr gesetzlicher Erbe.

Schadensersatz für das ungewollte Kind kommt nicht in Betracht. Schadensersatz für rufschädigendes Verhalten Ihnen ggü. seitens der Kindsmutter ist nicht ausgeschlossen. Es müsste hier aber ein Verhalten der Kindsmutter vorliegen, welches bei Ihnen kausal zu einem messbaren Vermögensschaden geführt hat. Hierfür sind in Gänze beweispflichtig.

In Abhängigkeit von Art und Intensität, mit welcher die Kindsmutter im Moment auf Ihr Familienleben Einfluss nimmt und dem beabsichtigtem Zweck, den die Kindsmutter damit verfolgt, kommt strafbares Verhalten nach den §§ 238, 240 StGB (Nachstellung und Nötigung) in Betracht. Strafanzeige wäre hier möglich.

Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben. Bei Unklarkeiten fragen Sie einfach nach.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Scholz, RA

Nachfrage vom Fragesteller 03.11.2009 | 10:03

Sie hat damals mit dem Vorsatz schwanger zu werden mit mir geschlfen,da habe ich von ihr sogar schriftlich in einer Email.Kann man da gar nichts machen?Wenn Frauen ungewollt schwanger werden können sie abtreiben und Männer???
Sie hat damals zu mir gesagt,sie hätte eine künstliche Befruchtung gehabt,das Kind ist jetzt 9 Jahre alt, ist es denn überhaupt noch möglich,dass der "Vater" die Vaterschaft anfechtet?Müsste ich dann Unterhalt für 9 Jahre zurückzahlen?Ich habe auch erst im August erfahren,dass ich der biologische Vater sein soll und war sehr geschockt.Ich will keinen Kontakt weder zu der Mutter noch zu dem Kind. Für mich existiert dieses Kind nicht, diese Frau hat mich hintergangen.Nun steht meine Ehe auf dem Spiel,weil sie sagt ich hätte am 01.08.09 auch mit ihr geschlafen.Wie kann ich sie dazu bringen die Wahrheit zusagen?Ich bin wirklich fertig mit den Nerven,ich liebe meine Familie und nun holt mich nach 10 Jahren die Vergangenheit ein.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.11.2009 | 10:53

Sehr geehrter Fragesteller,

für die Anfechtungsfrist gilt § 1600b Abs. 1 BGB. Innerhalb zwei Jahren ab Kenntnis über die Umstände, die gegen eine Vaterschaft sprechen, kann die Vaterschaft angefochten werden. Weiß der Vater also noch nichts über die tatsächliche Abstammung des Kindes, so ist die Anfechtung ohne weiteres möglich.

Gemäß § 1607 Abs. 3 Satz 3 BGB geht der Unterhaltsanspruch des nichtehelichen Kindes gegen den biologischen Vater auf den Scheinvater über.

Dies führt grundsätzlich dazu, dass der Scheinvater - vorausgesetzt, die Vaterschaft des biologischen Vaters ist unstreitig (geworden) - den biologischen Vater im Wege des Regresses in für den Zeitraum in Anspruch nehmen kann, in dem er Unterhalt an das Kind, welches nicht sein eigenes war, gezahlt hat. In Ihrem Falle wären das tatsächlich neun Jahre. Hierbei spielt es auch keine Rolle, ob Sie von dem Kind wussten oder nicht. Als biologischer Vater sind Sie in der Pflicht.

Einen rechtlich durchsetzbaren Anspruch, dass jemand die Wahrheit sagt, gibt es nicht. Vielmehr haben Sie einen strafbewehrten Anspruch darauf, dass keine Unwahrheiten über Sie verbreitet werden, wobei Sie in der Beweispflicht dafür sind, das die in Rede stehenden Äußerungen tatsächlich nicht der Wahrheit entsprechen. Da Sie hier schwerlich "beweisen" können, dass Sie beim Treffen keinen sexuellen Verkehr gehabt haben, werden Sie sich wohl oder übel auf das Vertrauen Ihrer Frau verlassen müssen. Falls Sie aber beweisen können, dass sexueller Verkehr nicht stattgefunden hat, etwa, weil die ganze Zeit Zeugen anwesend waren (weil sie beide sich in einem Lokal getroffen haben), dann könnten Sie strafrechtlich neben den in der Ausgangsantwort genannten §§ noch wegen übler Nachrede und/oder Verleumdung (§§ 186, 187 StGB) gegen die Kindsmutter vorgehen.

Ich kann Ihnen nur Raten, hier die Ruhe zu bewahren. Offensichtlich spielt die Kindsmutter damit, dass Sie strafrechtliche Schritte deshalb vermeiden wollen, damit der Umstand der damaligen Schwangerschaft nicht öffentlich wird. Bedenken Sie aber, dass noch die Vaterschaft beim Ehemann der Kindsmutter liegt. Ob das Kind tatsächlich von Ihnen ist, wissen Sie selbst nicht, es ist bislang nur eine Behauptung der Kindsmutter, die nicht wahr sein muss. Allein der Umstand sexuellen Verkehrs damals muss nicht zwangsläufig zu einem Kind geführt haben. Vielleicht sprechen Sie die Kindsmutter einmal darauf an, ob ihr Ehemann über die Abstammung des Kindes bescheid weiß. Weiß der dies länger als zwei Jahre, so brauchen Sie nichts mehr fürchten, denn die Anfechtungsfrist wäre jedenfalls verstrichen. Weiß er es nicht, können Sie es ggü. der Kindsmutter in den Raum stellen, den Ehemann selbst davon zu informieren, dass das Kind mglw. von Ihnen stammt, wobei hier die Reaktion der Kindsmutter abzuwarten wäre. In dem Fall wäre vielleicht damit zu rechnen, dass es zu einer gerichtlichen Feststellung der Vaterschaft käme: Nur ob hier zwangsäufig Sie als Vater festgestellt würden, ist noch vollkommen offen. Falls es aber so sein sollte, so wäre die Sache geklärt und Sie hätten nicht weiter ein Eindringen in Ihr Privatleben seitens der Kindsmutter zu fürchten. Im Ergebnis hilft Ihnen jetzt nur ein offensiver, gleichwohl aber maßvoller Umgang mit der ganzen Angelegenheit.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Scholz, RA

Bewertung des Fragestellers 03.11.2009 | 11:20

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 03.11.2009 5/5,0
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