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Kind ins Auto gerannt

| 09.11.2012 14:44 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Philipp Wendel


Ich bin aus einer Parklücke langsam rückwärts rausgefahren. Als ich schon einen Meter draußen war ist mir ein Kind (ca 7 Jahre alt) in die Seite (Höhe des Tankdeckels) des Autos gerannt. Ihre Backe (Jochbein) wurde leicht blau.
Ich habe das Kind getröstet (es hat sich schnell wieder beruhigt) und die Frau, die dabei war (Nachbarin des Kindes) hat gesagt, dass sie das Mädchen jetzt nachhause zur Mutter bringt. Ich habe ihr noch meinen vollständigen Namen gesagt und meinen Arbeitsplatz (bin Lehrerin und gerade vom Schulparkplatz gefahren). Dann bin ich nachhause gefahren...

Frage: Habe ich mich korrekt verhalten? Was kann nun auf mich zukommen?
Mache mir nun Sorgen, dass mich die Mutter anzeigt...war das okay, dass ich dann weitergefahren bin? Schuld an dem Unfall werde ichwohl sein?! (obwohl ich das Mädchen überhaupt nicht sehen konnte und ja auch schon ein Stück aus der Lücke gefahren bin...)

Danke

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworte. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, daß dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung kann durch Ihre Anfrage nicht ersetzt werden.

Ich möchte meine Antwort in etwaige zu erwartende strafrechtlichen und zivilrechtlichen Folgen unterteilen.

strafrechtliche Folgen:

Ja es war okay dass Sie weitergfahren sind. Dadurch dass Sie ausgestiegen sind und der Nachbarin Ihre Kontaktdaten gegeben haben, sind Sie Ihrer Pflicht nachgekommen, der anderen Unfallbeteiligten die Feststellung Ihrer Personalien ermöglicht zu haben.
Eine Strafbarkeit wegen Unerlaubten Entfernens vom Unfallort gemäß § 142 StGB scheidet damit aus.

Auch gehe ich aufgrund Ihrer Schilderung (das Mädchen war nicht zu sehen; leichte Verletzung, Prellung)davon aus, dass Ihnen keine Bestrafung wegen fahrlässiger Körperverletzung gemäß § 229 StGB droht.
Sollten die Eltern gegen Sie Anzeige erstatten gemäß § 229 StGB, würden Sie von Seiten der Polizei - da diese dann ermitteln muss - aufgefordert werden zu einer Vernehmung zu erscheinen.
Zwar gilt der Grundsatz, als Beschuldigter keine Aussage vor Akteneinsicht zu treffen. Sollte es bei Ihnen jedoch dazu kommen, rate ich Ihnen eine Aussage dahingehend zu treffen, dass es keine Möglichkeit gab das Kind zu sehen und Sie die sonstige gebotene Sorgfaltspflicht welche im Straßenverkehr gilt im Übrigen auch eingehalten haben.
Ich bin mir ziemlich sicher, sollten Sie nicht vorbestraft sein, dass von Seiten der Staatsanwaltschaft eine Einstellungsverfügung getroffen werden wird.

Ich gehe zusammengefasst und unter Zugrundelegung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts davon aus, dass Ihnen strafrechtlich keine Konsequenzen drohen.

zivilrechtliche Folgen:

Hier ist der Sachverhalt anders zu werten. Zwar führen Sie aus, dass Sie das Mädchen nicht sehen konnten, und dieses in Ihr Auto gerannt ist. Unterstellt, das Mädchen ist zwischen 7 und 10 jahre alt, werden Sie nicht um eine Haftung aus §§ 18, 7 StVG auf Schadensersatz und eventuell Schmerzensgeld (falls jenes von den Eltern des Kindes geltend gemacht wird) umher kommen. Denn bei Kindern bis zu 10 Jahren ist eine zivilrechtliche Haftung des Fahrers selbst dann gegeben, wenn dieser den Nachweis eines sog. ,,unabwendbaren Ereignisses' führen kann (in sonstigen Fallkonstellationen würde dieser Nachweis zu einem Haftungsausschluss führen). So sagt die ganz herrschende Literatur:
,,Der Kraftfahrzeughalter(-führer) wird künftig auch gegenüber Kindern bis zum vollendeten 10.Lebensjahr einer Haftung nicht mehr durch den Nachweis eines unabwendbaren Ereignisses entgehen können' (vgl. auch die Regierungsbegründung, BT-Drucksache 14/7752, S.30)

Wie hoch diese Haftung in Ihrem Fall ausfallen könnte, lässt sich von mir nicht vorhersagen. Zwar stellt die ,,blau gewordene Backe' des Kindes mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Verletzung dar, aber in welchem Grad bzw. Ausmaß (sowie etwaiger folgender Beeinträchtigungen) lässt sich aus momentaner Sicht noch nicht beurteilen.

Natürlich würde im Falle einer etwaigen Haftung Ihrerseits Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung greifen, da kein Vorsatz vorliegt.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen hinsichtlich einer ersten Einschätzung weitergeholfen. Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Philipp Wendel

Bewertung des Fragestellers 12.11.2012 | 17:01

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