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Kind ausgezogen, muss an die Mutter Kindsunterhalt gezahlt werden?

| 11.01.2013 18:37 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Hallo,
ein Kind zieht mit 17 Jahren von zu Hause aus und der Vater mietet Ihm eine Wohnung an damit das Kind zur Schule gehen kann und auch den Konflikten daheim mit der Mutter aus dem Wege geht. Die Miete in Höhe von 450 Euro überweist der Vater an das Kind und dieses an den Vermieter. Es gibt hierzu keine Absprache mit der Mutter. Der Mietvertrag läuft auf den Vater. Es existiert eine Urkunde über Vaterschaftsanerkennung und Unterhaltsverpflichtung vom Landratsamt/Jugendamt. Diese lautet: „Ich verpflichte mich, an das Kind für die Zeit ab Geburt bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres den Regelunterhalt zu bezahlen".

1.) Das Kind ist ausgezogen, muss trotzdem an die Mutter Kindsunterhalt weiter bezahlt werden? Oder ist es in Ordnung an das Kind direkt den Unterhalt zu leisten, da es ja nicht mehr zu Hause lebt? Der Vater verdient netto 3.000 Euro und hat 2 Kinder – wie viel muss denn überhaupt bezahlt werden (Achtung Sonderkonstellation, Kind Schüler und wohnt selbständig).

2.) Wie ist die Situation, wenn das Kind 18 Jahre alt ist und weiterhin Schüler mit eigener Wohnung bleiben möchte, was hat Vater bzw. Mutter zu bezahlen? Wie verhält es sich aufgrund der knappen finanziellen Situation, wenn die Wohnung nicht haltbar ist – kann das Kind sich weigern zur Mutter zurück zu ziehen oder ist dies bis 26 Jahre zumutbar?

Vielen Dank für die Klärung der Frage!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wenn Ihr minderjähriges Kind eine eigene Wohnung bewohnt, würde man den Bedarf eines Studierenden mit eigener Wohnung heranziehen. Dies sind aktuell 670 € monatlich. Darin sind allerdings nur 280 € Warmmiete enthalten.

Der Unterhalt ist nicht an die Mutter zu zahlen, da diese das Kind nicht (mehr) in ihrem Haushalt betreut. Ggf. ist zu überprüfen, ob auch sie sich an dem Unterhalt beteiligen muss. Dies hängt von ihrem Einkommen ab.

Ich gehe dabei davon aus, dass die Mutter mit dem Auszug des Kindes einverstanden ist. Sollte das nicht der Fall sein und die Mutter das Sorgerecht haben (allein oder gemeinsam mit dem Vater), könnte sie dem Auszug widersprechen.

Grundsätzlich benötigt das Kind 670 €. Anzurechnen ist das Kindergeld (184 €), das der Elternteil, der das Kindergeld erhält, weiterleiten muss. Die restlichen 486 € müssen als Unterhalt entweder vom Vater, ggf. auch von beiden Eltern anteilig, gezahlt werden.

Wenn keine billigere Wohnung zu finden ist, müsste über eine entsprechende Erhöhung des Bedarfs nachgedacht werden. Schließlich können von 220 € nicht alle sonstigen Kosten getragen werden. Die Differenz zwischen dem Mietanteil gem. Düsseldorfer Tabelle und der tatsächlichen Miete (170 €) wäre das Maximum, das zusätzlich aufzubringen wäre.

Nach dem 18. Geburtstag würde der oben dargestellte Bedarf zwischen den Eltern nach Leistungsfähigkeit verteilt. Beide Eltern haben einen Selbstbehalt von 1200 €, der darüber hinaus gehende Einkommensteil (bei Ihnen nach Abzug des Unterhalt für das andere Kind, soweit dies noch minderjährig ist) würde ins Verhältnis gesetzt. Um eine Unterhaltsberechnung vorzunehmen, müssten alle Einkommensdaten der Eltern bekannt sein, dies sprengt jedoch den Rahmen dieser Erstberatung.

Die Mutter kann auch nach der Volljährigkeit des Kindes grundsätzlich anbieten, statt Barunterhalt den Naturalunterhalt zu gewähren. Nur wenn dies absolut unzumutbar ist (wegen ganz gravierender Zerwürfnisse), kann das Kind eine eigene Wohnung beziehen und Barunterhalt verlangen. Grundsätzlich gilt das Wahlrecht des Unterhaltspflichtigen.

Bitte beachten Sie, dass dieses Forum eine erste Orientierung bieten, nicht aber die persönliche Beratung ersetzen kann. Häufig ergeben sich dabei Details, die zu einer anderen Bewertung führen.

Dennoch hoffe ich, dass Ihnen meine Antwort weiterhilft.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

Nachfrage vom Fragesteller 15.01.2013 | 21:14

Sehr geehrte Frau Holzapfel,

zunächst recht herzlichen Dank für die sehr kompetente Auskunft! Folgende Verständnisnachfrage: Es ist das Jahr 2014. Das Kind zieht wieder bei der Mutter ein, die inzwischen in eheähnlicher Partnerschaft (z.B. gemeinsames Kind) seit 2 Jahren zusammen wohnt. Ist der Vater überhaupt noch unterhaltspflichtig bei Einzug bzw. generell (egal wo das Kind wohnen möchte)?

Schöne Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.01.2013 | 06:57

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt: Auch wenn das volljährige Kind bei der Mutter wohnt, sind Sie weiter unterhaltspflichtig. Die Anteile der Eltern werden nach Leistungsfähigkeit ermittelt, wobei die Mutter ihren Anteil dann als Naturalunterhalt leistet, während Sie Ihren Anteil in bar zahlen. Die Unterhaltsverpflichtung beider Eltern besteht bis zum Abschluss der Ausbildung.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

Bewertung des Fragestellers 15.01.2013 | 21:17

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 15.01.2013 5/5,0
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