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Kind auf Mallorca von Elektro-Dreirad (Mieter ist Engländer) angefahren.

31.05.2016 16:35 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Unfall in Spanien

Urlaub auf Mallorca:
Vor dem Hotel befindet sich ein Fußgänger/Fahrradweg. Mittig der 1,3 m breite Fahrradstreifen, rechts und links für Fußgänger.
7-jähriger Sohn war bereits auf diese Situation vorbereitet worden und hat beim beabsichtigten Überqueren dieses Kombiweges im Fußgängerbereich gewartet und Ausschau gehalten. Gleich vorweg, dies ist durch diverse Zeugen gesichert!
Ein Engländer kam auf einem Elektro-Dreirad daher gesaust und fuhr am Sohn vorbei, ein zweiter Engländer (ca. 25 Jahre) kam vom Weg ab und fuhr direkt in den Jungen. Folge: Schienbeinbruch, diverse Hautabschürfungen etc., Polizei, ambulanter Krankenhausaufenthalt, Gips, restlicher Urlaub quasi nicht mehr vorhanden, dafür diverse Besorgungen und Telefonate.
Rückflug mit Schalengips (nicht gut, aber Voll-Gips wird von Fluggesellschaft nicht akzeptiert). In Deutschland festgestellt, dass sich die Situation verschlechtert hat und deshalb operiert werden muss. Konventionelle Heilung nicht mehr empfehlenswert.

Zum Engländer, Name und Mobiltelefonnummer bekannt (falls korrekt, da von ihm selbst). Ansonsten keine Daten bekannt, da diese von der spanischen Polizei nicht herausgegeben werden. Beabsichtigtes Weiterfahren (vor Eintreffen der Polizei) von Passanten verhindert!
Elektro-Dreirad geliehen, Verleiher unbekannt - wohl aber von Polizei ermittelt, keine Datenweitergabe an die Mutter. Fahrzeug ohne Kennzeichen, vermutlich rechtens. Unklar ob Fahrtrecht an der Promenade auf dem Fahrradstreifen besteht, vermutlich ja, da sehr viele mit solchen E-Fahrzeugen unterwegs waren.

Zur Polizei: Bericht wurde erstellt, in spanischer Sprache natürlich. Bericht wurde von der Mutter unterschrieben, obwohl sie dieser Sprache nicht mächtig ist. Ich bin dieser Sprache auch nicht mächtig, habe aber beim Anschauen dieses Berichtes das Gefühl, hier geht es nur um Allgemeines. Also, Ort und Zeitpunkt, Beteiligte. Weder kann ich eine detaillierte Unfallschilderung oder gar Zeichnung sehen, auch keine Zeugennamen. Lt. spanischer Polizei geht dieser Bericht an das spanische Gericht. Lt. spanischer Polizei können sich Krankenkassen und andere Berechtigte von dort Name und Adresse des Unfallverursachers holen.

Unfallbeobachter: Weder die Mutter noch deren Begleitung (Großvater) habe den Unfall selbst gesehen. Sie waren etwa 15 Meter entfernt aber nicht auf das Geschehen fixiert. Trotzdem gab es diverse Zeugen. Diese Personen gaben bereitwillig der Mutter ihre Daten um als evtl. Zeugen eine Aussage zu machen. Allesamt sind die Zeugen deutsche Staatsbürger und im gleichen Hotel abgestiegen wie die Mutter.
Der Vater war nicht mitgereist.

Wir haben also hier in Spanien einen Unfall (vermutlich kein Verkehrsunfall?), Beteiligte sind der deutsche Sohn und der englische E-Spaßmobil-Fahrer.
Hier steht man vor einer Wand!



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es gilt hier das Schadensersatzrecht von Spanien.

Gemäß der Richtlinie 2000/26/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16.05.2000 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der EU-Mitgliedstaaten über die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung und zur Änderung der Richtlinien 73/239/EWG und 88/357/EWG des Rates (4. Kraftfahrzeughaftpflicht-Richtlinie) und die jeweilige Umsetzung in nationales Recht ist die Durchsetzung der Rechte erheblich vereinfacht worden

Zur Anwendung der Richtlinie muss · der Geschädigte seinen Wohnsitz in einem EU-Mitgliedstaat haben und der gewöhnliche Standort des unfallverursachenden Fahrzeugs in einem EU-Mitgliedsstaat liegen und das Fahrzeug in diesem Land versichert sein.

Sie können sich bezüglich der Erfragung aller Daten an den Zentralruf der Autoversicherer wenden, diese sammeln die Daten und geben ihnen die Versicherung des Schädigers heraus. Diese Stelle wurde eingerichtet, damit Sie als Geschädigter gem. § 8a Abs. 1 Satz 1 PflVG die Daten erfragen können - Sie erhalten die Haftpflichtversicherung des Schädigers, dessen Schadenregulierungsbeauftragten, den Namen des Fahrzeughalters bzw. Fahrer sowie nähere Informationen zur Versicherung

Sie sollten die Regulierung jedoch nicht ohne Anwalt vornehmen, da der gesamte Ablauf und alle Details hier nicht beschrieben werden können. Gerne helfen wir weiter.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 01.06.2016 | 11:26

Guten Tag Frau Rechtsanwältin,
Ihre Auskunft ist definitiv nicht korrekt, da es sich bei dem Unfall-"Fahrzeug" nicht um einen PKW bzw. ein anderweitig kennzeichenpflichtiges Fahrzeug handelt. Der Zentralruf der Autoversicherer ist wie der Name schon sagt für eben solche.
In meiner Schilderung habe ich explizit das Fahrzeug geschildert und auch, ich zitiere "Fahrzeug ohne Kennzeichen" geschrieben.
Ich bitte herzlichst, entsprechend zu reagieren.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.06.2016 | 23:50

Es verwundert, dass ein solches Fahrzeug kein Kennzeichen hatte, hiervon bin ich ausgegangen und muss das wohl überlesen haben. Wenn es also kein Kennzeichen hatte, so müssen Sie zwangsweise sich irgendwie die Daten des Gegners beschaffen. Da ja die Polizei eigeschaltet wurde, können Sie über einen Anwalt die Daten bei Gericht einsehen.

Hier erfahren Sie dann auch die Versicherung des Gegners.

Dann können Sie bei seiner Privathaftpflicht, die auch im Ausland gilt, wenn der Gegner sich nicht länger als 1 Jahr auf Mallorca aufhielt, in Anspruch nehmen.

Die Zeugen sollten Ihnen eine Skizze über den Unfallverlauf schicken bzw. den Sachverhalt auf englisch.
Dieser ist dann der Versicherung mitzusenden, ebenso wie alle Kosten des Schadens, Arztberichte etc..

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg. Der Weg ist zwar etwas komplizierter als wenn es ein Auto mit Kennzeichen gewesen wäre, aber wenn Sie die Versicherung haben, ist dies nicht mehr kompliziert!

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