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Kilometerpauschale oder nicht?

| 27.06.2010 16:21 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Hallo,

wir haben folgendes Problem seit Jahren:

Mein Mann ist angestellter Außendienstler einer Versicherung. Er hat keine feste Arbeitsstelle, sondern "besucht" die Kunden bei denen Zuhause. Er fährt morgens von zu Hause los und klappert die einzelnen Kunden ab. (Entschuldigung für die saloppe Beschreibung). Dieses Jahr haben wir rund 29000 km eingereicht.

Er führt ein Fahrtenbuch und trägt morgens die Anfangskilometer ein, die Orte, die er abgefahren ist und den Endkilometerstand am Abend. Mittlerweile nutzt er das Fahrzeug nur noch geschäftlich und hat sich auch einen Kleinstwagen (er hatte mal einen Van) gekauft, weil das Finanzamt alles moniert (man muss ja keine Edelkarossen fahren und wer weiß, ob sie den nicht doch privat nutzen, war der Satz dazu). Wir haben insgesamt 2 Fahrzeuge (1 Familienwagen und den "geschäflichen". Wir haben dieses mal sämtliche Werkstattrechnung mit eingereicht um die Kilometer belegen zu können.

Vom Arbeitgeber erhält er kein km-Geld.

Neuerdings möchte das Finanzamt nun Kundendaten haben, wie Name, Adresse und was für ein Abschluss der Kunde getätigt hat. Dies ist aber nicht möglich, da er vom Arbeitgeber diesbezüglich eine Schweigepflicht hat und keinerlei Kundendaten preisgeben darf. Der Steuerberater hilft uns leider wenig.

Nun sollen wir Tätigkeitsnachweise bringen und die tatsächlich entstandenen Kosten belegen!!! Warum? Ist es nicht so, dass es dafür einen Pauschalbetrag gibt?

Das Finanzamt will nun das Kilometergeld auf 15 Cent kürzen und dazu noch knapp 8000 km abziehen.

Langsam wissen wir nicht mehr weiter!

Falls Informationen fehlen, reiche ich die gerne nach.

Das FA hat bis jetzt nicht moniert, dass er keine Uhrzeiten miteinträgt, dass haben wir auch schon gelesen, aber der Steuerberater hat gesagt, das wäre nicht zwingend erforderlich.

Sehr geehrter Fragesteller,

haben Sie zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich im Folgenden gerne beantworte.

Das Finanzamt kann von den Pauschalwerten abweichen, wenn diese zu einer offensichtlich unzutreffenden Besteuerung führen würden. Eine unzutreffende Besteuerung ergibt sich beispielsweise dann, wenn die tatsächlichen Kosten weitaus geringer sind als die mit einem pauschalen Kostenansatz ermittelten. Offensichtlich geht das Finanzamt davon aus, dass die Kilometerpauschale für die beruflich genutzte Fahrzeugklasse zu hoch ist. Sie sollten daher – wie vom Finanzamt erbeten - alle Belege einreichen, damit die tatsächlichen Kosten ermittelt werden können.

Des Weiteren gilt die vertragliche Verschwiegenheit nicht gegenüber den Finanzbehörden. Ihr Mann kann die Kundendaten daher offenlegen, ohne seine Vertraulichkeitspflicht zu verletzen.

Bitte bemühen Sie bei Unklarheiten die kostenlose Nachfragefunktion. Ich hoffe, Ihnen hiermit weitergeholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 27.06.2010 | 18:22

Erstmal vielen Dank für die schnelle Antwort. Bis hierher haben Sie mehr sehr geholfen.

Werkstattrechnung sind ja schon eingereicht, Tankquittungen wären schwierig, da wir eine "Tankkarte" haben und beide damit tanken und natürlich nicht jetzt noch sagen können, wer wann getankt hat und bei welchem km-Stand. Wenn er alle Verträge offen legen sollte, müsste wir ganze Kartons hinschicken und was ist mit den Terminen, wo es keinen Abschluss gab, also keine Papiere gibt? Diese gibt es ja nun auch und das nicht so selten. Dafür gibt es dann ja keine "Beweise"?!

Die letzten Jahre hat das Finanzamt das immer so akzeptiert, daher ist das für uns jetzt alles schlecht nachvollziehbar und viele Unterlagen sind einfach nicht mehr zu beschaffen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.06.2010 | 18:52

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Der Verbrauch des Fahrzeugs kann notfalls auch über die Herstellerangaben ermittelt/geschätzt werden.

Um ein Missverständnis zu vermeiden: das Finanzamt fragt nicht nach den Vertragsabschlüssen, sondern möchte lediglich wissen, wann Ihr Mann welchen Kunden wo besucht hat. Sie müssen im Augenblick auch keinen Beweis führen, sondern die angegebene berufliche Nutzung des Fahrzezugs lediglich plausibel machen.

In Zeiten sinkender Steuereinnahmen verschärfen die Finanzämter auch schon mal Ihre Praxis. In Zukunft sollten Sie daher darauf achten, private und berufliche Belege weitgehend zu trennen, um Ihren Mitwirkungspflichten bei der Veranlagung so weit wie möglich nachkommen zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 29.06.2010 | 08:12

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