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Kfz-Versicherung prüft seit sieben Monaten Zahlung für Marder-Schaden

| 02.11.2019 22:00 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


Ich habe ein Problem im Zusammenhang mit meiner Kfz-Versicherung:

Am 03.04.2019 befand ich mich mit meinem PKW auf dem Weg zur Arbeit, als auf der Autobahn plötzlich sämtliche Warnlampen des Fahrzeugs gleichzeitig aufleuchteten und der Bremskraftverstärker und andere technische Funktionen ausfielen. Der Wagen wurde mit Zustimmung der Versicherung zu meinem Stamm-Autohaus geschleppt.

Das Autohaus teilte mir vor der Reparatur mit, dass der Defekt als Folge eines "Marder-Besuchs" entstanden war. Der Marder hatte die Motorraum-Dämmung angefressen und das Dämm-Material im Motorraum verteilt. Dadurch entstand ein Kabelbrand in der Fahrzeugelektrik, der erhebliche Schäden verursachte.

Dies meldete ich entsprechend meiner Kfz-Versicherung, bei der ich eine Vollkasko-Police besitze. Die Antwort war, dass man die Kosten übernehmen werde, da es sich ja offensichtlich um einen Marderschaden handele. Nur unter dieser Prämisse beauftragte ich das Autohaus überhaupt mit der Behebung, da für meinen Golf VI mit einem Kilometerstand von rund 180000 km eine von mir bezahlte, kostenspielige Reparatur kaum sinnvoll gewesen wäre.

Schlussendlich wurde die Instandsetzung sogar noch erheblich teurer als zunächst veranschlagt: Die Gesamtrechnung belief sich auf rund 3300 Euro. Das Autohaus bot mir an, die Abwicklung der Angelegenheit mit der Versicherung zu übernehmen, was ich auch entsprechend unterschrieben habe. Nach Aussage des Autohauses habe man der Versicherung umgehend die notwendigen Informationen sowie Fotos des Schadens per Mail zugesandt.

Nachdem ich das Ganze als erledigt betrachtet hatte, erhielt ich am 01.08.2019, also etwa vier Monate nach dem Vorfall, ein Schreiben der Versicherung, ich möge bitte die beigefügte "Schadensanzeige Kfz-Unfall" ausgefüllt zurücksenden, was ich trotz meiner Verwunderung auch entsprechend tat (der Schadensservice war trotz vieler Versuche telefonisch nicht erreichbar).

Am 04.10. erhielt ich nun vom Autohaus ein Schreiben mit der Bitte um Ausgleich der Rechnung, da die "Versicherung sich bis jetzt weigert den Schaden zu regulieren". Nach zweimaligem persönlichen Aufsuchen einer Kundenberatung der Versicherung kam nun endlich ein telefonischer Kontakt mit dem Schadensservice zustande, der mir mitteilte, dass die Angelegenheit nach wie vor geprüft werde, da "es sich ja um einen Schmorschaden und nicht um einen Marderschaden handele" und "die vom Autohaus vorgenommenen Reparaturen damit zum Teil nicht in Übereinkang zu bringen seien". Man "werde sich melden, könne eine Regulierung des Schadens aber nicht versprechen".

Für mich stellen sich nun gleich mehrere Fragen: Erstens, ob ich den Rechnungsbetrag tatsächlich an das Autohaus überweisen soll und muss (das Zahlungsziel hierfür ist bereits überschritten, vermutlich erhalte ich also in Kürze eine Mahnung). Zweitens, wie ich die Versicherung nach mittlerweile sieben Monaten endlich zu einem Abschluss der Angelegenheit bewegen kann. Und drittens, wie ich mich bei einem negativen Bescheid der Versicherung verhalten sollte.

Mit freundlichen Grüßen

04.11.2019 | 01:31

Antwort

von


(339)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Fragen bezüglich des weiteren Vorgehens gegenüber Ihrer Kfz-Versicherung beantworte ich wie folgt:

1. Zahlung an das Autohaus
Zwischen Ihnen und dem Autohaus besteht ein Werkvertrag nach § 631ff. BGB über die Reparaturleistung an Ihrem Fahrzeug. Dabei ist es aus Sicht des Autohauses erstmal nicht relevant, ob die Versicherung den Schaden regulieren wird oder nicht, Vertragspartner und Schuldner sind Sie. Wie in Ihrem Fall geschehen helfen einige Werkstätten bei der Regulierung gerne mit, insbesondere weil dann der Schaden meistens schneller und direkt an diese gezahlt wird. Daraus ergibt sich hier aber keine Pflicht auf den Betrag der Versicherung zu warten. Das heisst für Sie, dass Sie die Reparatur schon bezahlen müssen bevor von der Versicherung eine Zahlung geleistet wurde. Allerdings sollten Sie das Autohaus nochmals auf die Problematik hinweisen und um einen Aufschub bitten, voraussichtlich wird Ihnen dieser auch gewährt. Sie sollten auch ermitteln wann durch das Autohaus welche Informationen an die Versicherung gegeben wurden, dies hilft dann ggf. bei den weiteren Schritten (s.u.).

2. Druck auf die Versicherung ausüben
Sie sollten die Versicherung nochmals mit einer kurzen Frist dazu auffordern die eingereichte Rechnung zu begleichen, 7 Tage reichen hier völlig. Zu dem Schmorschaden sollten Sie dabei nochmals kurz erklären, dass das Auto sich zunächst einige Kilometer fahren ließ und das Schadensbild daher rühren dürfte. Schicken Sie das Schreiben per Einschreiben, ggf. ncoh zusätzlich per email zum Beschleunigen und drohen Sie damit sich einen Anwalt zu nehmen. Erfolgt dann wieder keine zufriedenstellende Reaktion sollten Sie sich tatsächlich einen örtlichen Anwalt nehmen. Dabei ist übrigens davon auszugehen, dass dessen Kosten dann durch die Versicherung übernommen werden müssen. Generell kann man davon ausgehen, dass eine Prüffrist von 4 - 12 Wochen ausreicht, selbst bei komplexeren Sachverhalten. Es gibt hierzu verschiedene Urteile (z.B. LG Köln, 23.09.2011, Az. 2 O 203/11 ; OLG Rostock, 09.01.2001,Az. 1 W 3378/98) die alle auf den Einzelfall abstellen. Bei Ihnen ist der Sachverhalt allerdings vergleichsweise einfach, so dass Ihnen weiteres Abwarten nicht mehr zumutbar ist.

3. Verhalten bei Ablehnung der Versicherung
Wie schon unter 2. beschrieben sollten Sie bei weiterer Untätigkeit oder bei einer Ablehnung der Regulierung dann einen örtlichen Anwalt mit der Angelegenheit betrauen. Suchen Sie nochmals alle Unterlagen hierfür zusammen und lassen Sie sich auch (wenn noch nicht geschehen) eine Kopie des Schreibens durch das Autohaus an die Versicherung geben. So wie Sie den Schaden schildern scheint alles nur Hinhaltetaktik der Versicherung oder Überforderung des betreffenden Sachbearbeiters zu sein. Sie sollten hier auch keine Abschläge an der Rechnung in Kauf nehmen.

Ich hoffe Ihre Fragen zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen eine schöne Woche. Bei Rückfragen können Sie gerne die kostenlose Rückfragenfunktion nutzen.
Mit freundlichen Grüßen,

RA Fabian Fricke


Bewertung des Fragestellers 05.11.2019 | 15:26

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