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KfZ Standkosten


| 10.12.2017 22:38 |
Preis: 47,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Zusammenfassung: Kaskoversicherung und Standkosten


Sehr geehrte Damen und Herren,

durch einen Brand entstand an meinem Kfz ein Totalschaden.
Das Fahrzeug wurde anschließend durch einen Abschleppdienst auf das Gelände einer Werkstatt gebracht.
Durch Versäumnisse der Versicherung (verspätete Zusendung von Unterlagen für den Verkauf ) ergab sich eine Standzeit von 61 Tagen und einem Betrag von 580,- EUR
Ein Schreiben an die Versicherung mit der Aufforderung 50% der angefallenen Kosten
zu übernehmen wurde mit der Aussage beantwortet dass Standgebühren in der Teil- bzw.
Vollkasko nicht enthalten sind.
Was kann ich tun, gibt es für solche Urteile die weiterführende Hinweise enthalten?
Ich danke Ihnen für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichen Grüßen,
der Ratsuchende.

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Sehr geehrter Ratsuchender,

Kfz-Kaskorecht ist im Gegensatz zum Kfz-Haftpfllicht-/Schadensrecht (§ 249 BGB) Vertragsrecht.

Eine allgemeingültige Aussage zur Erstattungsfähigkeit von Standkosten ist daher ohne Kenntnis der Versicherungsbedingungen nicht möglich.

Es gibt zwar Muster-Vertragsbedingungen (Allgemeine Bedingungen für die Kfz-Versicherung AKB 2015 – Stand: 12.10.2017), die Sie auf der Homepage des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.) abrufen können.

Davon können die Versicherer aber abweichen.

Üblicherweise werden keine Standkosten übernommen, da es sich bei der (Voll-)Kaskoversicherung um eine Sachversicherung handelt.

Bei welchen Schadensergeignissen die Kasko zahlt, ist in A.2.2 der Muster-Versicherungsbedingungen geregelt.

Was gezahlt wird, regelt Ziffer A.2.5.1.1 Satz 1:
"Bei Totalschaden, Zerstörung [...] zahlen wir den Wiederbeschaffungswert unter Abzug eines vorhandenen Restwerts des Fahrzeugs."

Was nicht übernommen wird, können Sie Ziffer A.2.5.7.1, Satz 2 entnehmen:
"Ebenfalls nicht ersetzt werden Folgeschäden wie Verlust von Treibstoff und Betriebsmittel (z. B. Öl, Kühlflüssigkeit), Wertminderung, Zulassungskosten, Überführungskosten, Verwaltungskosten, Nutzungsausfall oder Kosten eines Mietfahrzeugs."

Folgeschäden werden nicht übernommen. Die Aufzählung ist nur beispielhaft und nicht abschließend.
Standkosten sind Folgekosten.

Theoretisch denkbar wäre die Zahlung der Standkosten bei Verzug der Versicherung als Schadensersatz gemäß § 286 BGB.

> Wenn die Verzugsvoraussetzungen nicht vorliegen, können Sie die Standkosten leider nicht ersetzt verlangen.
So auch AG Köln, Urt. v. 13.03.2012 - Az.: 264 C 79/11; zu Abschleppkosten bei Totalschaden: OLG Karlsruhe, Urt. v. 17.12.2015 - Az.: 12 U 101/15, nur zu erstatten über § 83 Abs. 1 S. 1 VVG zur Restwertverwertung.

Erlauben Sie mir die Nachfrage, warum Sie Unterlagen von der Versicherung für den Verkauf erhalten mussten.

Sobald das Schadensgutachten da ist, können Sie das Fahrzeug zum Restwert veräußern. Das weitere Aufbewahren eines total beschädigten PKW war nicht geboten. Der Versicherungsnehmer hat zudem für die "Abwendung und Minderung des Schadens zu sorgen" (§ 82 Abs. 1 VVG).

Nutzen Sie bei Bedarf und zur weiteren Aufklärung des Sachverhalts bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 11.12.2017 | 11:01

Sehr geehrter Herr Eichhorn,


vielen Dank für die schnelle Antwort.
Zum besseren Verständnis hier eine detaillierte Aufstellung der Ereignisse.

26.09.2017 Totalschaden durch Brand an meinem Kfz, telefonische Meldung des Schadens an die Versicherung.

27.09. Transport durch einen Abschleppdienst auf den Parkplatz einer Kfz-Werkstatt.

2.10.- 6.10 Die Versicherung beauftragt einen Gutachter.
Eine schriftliche Schadensmeldung incl. Serviceheft und Kfz Brief geht an die Versicherung.

4.11. Erhalt der Schadensregulierung, des Gutachtens sowie Restwertangeboten die durch den Gutachter eingeholt worden waren.
Die Preisbindungsfrist für den Restwert war zu diesem Zeitpunkt für alle Angebote bereits abgelaufen.
Versuche das Fahrzeug trotzdem an den Meistbietenten zum angegebenen Preis zu verkaufen schlugen fehl.

8.11. Eintreffen von Serviceheft und Kfz Brief.
Ein Verkauf vor diesem Zeitpunkt wäre wegen fehlender Unterlagen problematisch gewesen.

13.11. Telefonat mit der Versicherung über die Situation.
Ergebnis, das Kfz wird erneut auf der Restwertbörse eingestellt.

18.11. Erhalt von Restwertangeboten und einer neuen Schadensregulierung mit einem
niedrigeren Restwert.

20.11. Mit dem Käufer wird über cartv.eu eine Verbindung hergestellt.

27.11. Der Käufer transportiert das Fahrzeug ab.

Der Verkauf des beschädigten Kfz hätte innerhalb 30 Tagen abgewickelt
werden können.
Da ein Teil der Standzeit durch Versäumnisse des Versicherers verursacht wurde
Ist meine Forderung dass von ihm 50% der Standkosten übernommen werden.


Mit freundlichen Grüßen,
der Ratsuchende



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.12.2017 | 11:30

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für die weitere Schilderung.

Verzug liegt nicht vor, da Sie nicht gemahnt haben.

Ich sehe aber ein Verschulden bei der (Nicht-)Bearbeitung, insbesondere hinsichtlich der Übersendung des Gutachtens.
Es ist üblich, dass ein regionaler Gutachter beauftragt wird. Serviceheft und Kfz Brief müssen nicht an die Versicherung versendet werden.

29 Tage (07.10. - 04.11.) abzüglich Postlaufzeit sind als unnötiger Zeitablauf von der Versicherung verschuldet, wenn Sie keine Möglichkeit hatten, das Fahrzeug anderweitig zu verwahren und die Versicherung das Gutachten hat einfach liegen lassen.

Ist die Versicherung nicht einsichtig, können Sie kostenlos eine Eingabe beim Ombudsmann der Versicherungswirtschaft machen (https://www.versicherungsombudsmann.de).

Falls das auch nicht hilft, mahnen Sie die Versicherung und beauftragen einen Rechtsanwalt / eine Rechtsanwältin mit der Durchsetzung ihrer Forderung und klagen nötigenfalls.


Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 13.12.2017 | 10:38


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FRAGESTELLER 13.12.2017 3,8/5.0
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