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Kernbohrung durch Fußboden zum Keller

| 08.01.2020 10:45 |
Preis: 25,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Lembcke


Guten Tag,

derzeit stehe ich in Kaufverhandlungen einer Eigentumswohnung, welche sich im EG befindet (6 Stufen bis zur Wohnungstür). Direkt unter einem der Zimmer dieser Wohnung befindet sich der dazugehörige gleichgroße Kellerraum (ca 16qm).
Nun habe ich die Absicht, diesen Kellerraum zu Wohnzwecken zu nutzen und durch den Fußboden eine Kernbohrung (Durchmesser 80-100mm) fachgerecht durchführen zu lassen, um (beispielsweise mit einer Stange, Strickleiter etc.) in den Kellerraum direkt gelangen zu können.
Die Decke des Kellerraumes ist nicht isoliert.
Handelt es sich beim Fußboden bzw der Decke um Sondereigentum oder Gemeinschaftseigentum?
Darf ich im Rahmen der Modernisierung der Wohnung die Bohrung (ohne Einverständnis der Verwaltung) durchführen lassen?

Freundliche Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Ein Deckendurchbruch zur Verbindung zweier Eigentumswohnungen oder Räume stellt regelmäßig eine unzulässige bauliche Veränderung dar, deren Beseitigung jeder Wohnungseigentümer verlangen kann (KG, OLGZ 90, 155 = NJW-RR 90, 334 = WE 90).

Hier läge ein Eingriff in die anfängliche Abgeschlossenheit der Räumlichkeiten vor.

Ferner handelt es sich bei der Decke regelmäßig um Gemeinschaftseigentum, sodass die Zustimmung der Übrigen Eigentümer erforderlich ist.

Auf die Zustimmung der anderen WEG-Eigentümer kann nur dann verzichtet werden, wenn der Durchbruch keine optischen, finanziellen oder technische Auswirkungen hat, die ohne die Wohnungsverbindung nicht eintreten würden (OLG Celle, 21.05.2002 - 4 W 93/02 - ZWE 2002, 533 ).

Ob die übrigen Eigentümer zustimmen müssen, hängt insoweit davon ab, ob und inwieweit sie beeinträchtigt sind. Stellt der bauwillige Eigentümer durch geeignete bauliche Vorkehrungen und schriftliche Nachweise (z.B. zur Statik) sicher, dass die Interessen der übrigen Eigentümer nicht beeinträchtigt werden, ist ihre Zustimmung nicht erforderlich. Dennoch muss die Maßnahme durch einen Mehrheitsbeschluss legitimiert werden! Stimmt die Mehrheit nicht zu, muss der Bauwillige klagen.

Die sogenannte Unbedenklichkeit der Maßnahme muss im Hinblick auf alle erdenklichen Beeinträchtigungen nachgewiesen werden. Zu berücksichtigen sind insbesondere Auswirkungen auf Statik, Brandschutz, Schallschutz, Nutzungsmöglichkeiten sowie Lärm-und Schmutzbelästigung während der Bauzeit etc. Vorsorgemaßnahmen und Nachweise sind in der Regel vor Baubeginn zu treffen bzw. vorzulegen.

Daher ist zu empfehlen, die Zustimmung der übrigen WEG-Eigentümer vor Durchführung der Baumaßnahme einzuholen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 08.01.2020 | 11:23

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