Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Keine sachgemäße Installation einer Photovoltaik- Anlage

19.07.2010 23:22 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,
am 29.06.2010 wurde auf unserem Dach eine Photovoltaik- Anlage montiert und auch abgenommen.
Leider läuft diese Anlage aber nicht, da von dem Errichter und Verkäufer der Anlage (Elektriker) ein falscher Wechselrichter berechnet wurde. Wir bräuchten eine Startspannung, die wir mit den vorhandenen Modulen aber nicht erreichen können. Somit springt der Wechselrichter nicht an und wir können keinen Strom produzieren, geschweige denn diesen an die Gemeinde verkaufen. Außerdem haben wir nun festgestellt, dass der montierte Wechselrichter gar nicht für unsere Anzahl von Modulen zulässig ist. Dies hat uns der Hersteller bestätigt. Wir bekämen dann eine Schräglast ins Stromnetz, die für Ausfälle im Netz der Nachbarn sorgen könnte. In diesem Fall wären wir für eventuelle Schäden haftbar.
Unser Elektriker hat bis heute die Anlage nicht nachgebessert, da er die geeigneten Wechselrichter aufgrund von Lieferschwierigkeiten erst wieder im Oktober beziehen könnte. Ein anderer "Photovoltaik- Verkäufer" hätte 2 passende Wechselrichter und würde sie unserem Elektriker verkaufen. Dieses Angebot möchte er aber nicht annehmen.
Desweiteren hatten wir Module von LDK bestellt und auch bezahlt (Photovoltaik wird immer per Vorkasse bezahlt). Es handelt sich hierbei um eine Summe von knapp 32.000,- Euro. Im Nachhinein wurde aber festgestelt, dass wir Module von Best Solar auf das Dach montiert bekamen, die zwar baugleich, aber eben andere als die Bestellten sind. Diese Module tragen zwar ein TÜV- Siegel, sind aber laut TÜV selbst überhaupt nicht zertifiziert worden bzw. ist das Zertifikat bereits abgelaufen. Unser Elektriker sagte uns, dass die von uns bestellten Module nicht lieferbar gewesen wären.
Wir wollten aber die Anlage gerne vor dem 01.07.2010 in Betrieb nehmen und auch abgenommen bekommen, da ja die Vergütung für verkauften Strom ab 01.07.2010 gesenkt wurde.
Kurzum haben wir jetzt eine falsch berechnete, nicht funktionsfähige Anlage auf dem Dach, die zwar zum "alten Tarif" abgenommen wurde, aber keinen Strom produziert und außerdem in dieser Installation gar nicht erlaubt ist.
Unser Elektriker stellt sich stur, ist kaum erreichbar, kümmert sich nicht und speist uns mit der Aussage ab, dass die erforderlichen Wechselrichter und Module nicht verfügbar sind. Unsere Raten bei der Bank laufen aber ab 30.07.2010 trotzdem.
Was können wir tun, um den Elektriker vorwärts zu bewegen? Ein Einschreiben mit Rückantwort und einer gesetzten Frist die Anlage in Betrieb zu nehmen haben wir ihm bereits zugeschickt. Ohne Erfolg! Lohnt es sich in so einem Fall vor Gericht zu gehen? Eigentlich ist es doch Betrug, oder? Würden wir im Falle eines Komplett- Austausches der Anlage dann den neuen Vergütungs- Tarif bekommen oder können wir den alten Tarif behalten, da wir ja nachweisen können, dass der Elektriker Mist gemacht hat? Abgenommen wurde die Anlage ja. Es kommt eine Spannung an, nur kann diese eben nicht umgewandelt werden.
Wir sind völlig ratlos!
Vielen Dank im Vorraus für eine Antwort!
Freundliche Grüße,
Davina

Sehr geehrter Fragensteller,

ich bedanke mich für Ihre Frage und hoffe Ihnen auf Basis Ihrer Angaben wie folgt weiterhelfen zu können:

Hinsichtlich des falschen Wechselrichters handelt es sich um einen Sachmangel, den der Verkäufer (Werklieferant) selbstverständlich im Wege der Nacherfüllung entweder reparieren oder austauschen muss.

Er hat genau eine Möglichkeit der zweiten Andienung das bedeutet sobald sie ihm eine angemessene Frist zur Nacherfüllung setzen und er binnen dieser Frist das Gerät nicht austauscht oder repariert (soweit eine Reparatur überhaupt möglich ist) haben Sie ein Rücktrittsrecht und können sogar Schadensersatz verlangen.

Genauso verhält es sich natürlich auch hinsichtlich der vermeintlich TÜV-Zertifizierten Geräte:

Denn soweit Sie ein Aliud, das heißt etwas anderes als das eigentlich Bestellte erhalten, stellt auch das einen Sachmangel im rechtsinne dar, mit den gleichen o.g. Konsequenzen.

Nachdem Sie dem Verkäufer (Elektriker) eine Frist bereits gesetzt haben und soweit diese angemessen war (hinsichtlich des Wechselrichters 1 Woche, hinsichtlich dem Austausch der gesamten Anlage 4 Wochen) hätten Sie das o.g. Rücktritts- und schadensersatzrecht.

Des Weiteren befindet sich der Verkäufer ab diesem Zeitpunkt im Verzug, sodass Sie auch den sog. Verzugsschaden (beispielsweise Anwaltskosten) von dem Elektriker verlangen könnten.

Zusammenfassend wäre Ihnen also anzuraten, den Verkäufer anwaltlich anschreiben zu lassen und den Elektriker nochmals aufzufordern Ihren Begehren nachzukommen.
Sollte auch dies scheitern bräuchten Sie sich nicht scheuen auch gerichtlich gegen den Elektriker vorzugehen.


Abschließend hoffe ich, Ihnen einen ersten Einblick* in die Rechtslage verschafft zu haben und stehe Ihnen jederzeit und ausgesprochen gern für (kostenlose) Rückfragen zur Verfügung!

Sollten Sie ein persönliches Gespräch wünschen, können Sie mich über 123recht.net auch im Wege einer (kostenpflichtigen) Telefonberatung konsultieren (http://www.123recht.net/loginvoip.asp?lawyerid=104930).

Da wir bundesweit tätig sind, vertrete ich Sie auch gerne anwaltlich, wenn Sie dies wünschen, wobei die Kommunikation auch via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen kann und einer Beauftragung nicht entgegen steht.

Ich bedanke mich nochmals herzlichst für Ihre freundliche Frage und verbleibe mit freundlichen Grüßen aus München,

Ihr
Alexander Stephens

__________________________________________________________________________________

*Hinweis:
Bei der obigen Beantwortung Ihrer Frage, die ausschließlich auf Ihren Angaben basiert, handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes. Bitte berücksichtigen Sie deshalb, dass dies eine umfassende juristische Begutachtung nicht ersetzen kann und soll.
Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung unter Umständen sogar völlig anders ausfallen. Nutzen Sie deshalb die kostenlose Rückfragemöglichkeit, sollten noch Fragen offen stehen. Über eine positive Bewertung durch Sie würde ich mich sehr freuen.

Nachfrage vom Fragesteller 20.07.2010 | 21:27

Hallo Herr Stephens!
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.
Der Elektriker hat sich heute- einen Tag vor Ablauf der von uns gesetzten Frist- gemeldet und wird morgen früh die Anlage provisorisch in Betrieb nehmen, indem er den jetzigen Wechselrichter umprogrammiert, sodass dieser auch bei einer geringeren Startspannung anspringt.
Die Anlage soll vorläufig so in Betrieb gehen bis die richtigen Wechselrichter und Module wieder lieferbar sind (vorraussichtlich im Oktober).
Können wir dieses Angebot des Elektrikers annehmen oder erklären wir uns quasi mit der Nutzung der jetzigen Anlage bereit diese auch im aktuellen Zustand zu akzeptieren?
Müssen wir sonst noch etwas beachten?

Vielen Dank und einen schönen Abend!
Freundliche Grüße,
Davina

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.07.2010 | 20:11

Sehr geehrte Fragenstellerin,

hinsichtlich des defekten Wechselrichters, sollten Sie durchaus mit dieser Lösung leben, denn soweit die Anlage dann einwandfrei funktioniert und keinen Schaden nimmt, liegt kein sachmangel vor.

Hinsichtlich der ALiudlieferung, also der anderen als der bestellten Anlage sollten Sie dies natürlich nicht akzeptieren und nochmals auf die Neulieferung binnen angemessener Frist oder eben eine rMinderung des Kaufpreises bestehen.

Denn Ihren Angaben zu Foge handelt es sich ja bei der gelieferten Anlage um keine TÜV- zertifizierte Anlage!

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und verbleibe mit ganz herzlichen Grüßen,

Ihr

Alexander Stephens

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70152 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Die Antwort und die Argumentation des Anwaltes hat mir gut gefallen. Ich denke, dass ich ihn mit einem Mandat beauftragen werde. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und kompetente Antwort. So gut, dass ich mit dem Anwalt meine Rechte in der Angelegenheit durchsetzen lassen werde. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Endlich mal ein Anwalt der eine eigene Meinung hat und nicht nur mit Allgemeinplätzen rumdruckst! ...
FRAGESTELLER