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Keine Info über Umbuchung auf ein anderes Schiff

| 01.02.2019 16:53 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Krueckemeyer


Sehr geehrte Damen und Herren, sie konnten uns schon einmal bei der Lösung eines Sachverhalts gut beraten. Heute geht es um Reiserecht und in welcher Höhe der Reiseveranstalter zu Zahlungen verpflichtet werden kann. Mein Mann und ich, haben im Reisebüro über Dertour eine 8tägige Rundreise mit einem Katamaran in Tailand gebucht. Es wurden zwei Schiffsgrössen angeboten. Ein kleineres mit nur Standardkabinen und ein größeres mit zusätzlich 2 Superior Kabinen auf dem Oberdeck. Größer als Standard und ohne Treppe bequem zu erreichen. Da wir unbedingt eine dieser beiden Kabinen haben wollten, haben wir bereits 10 Monate vor Reiseantritt bei Dertour gebucht. Uns wurde diese Kabine schriftlich bestätigt. Wir sind angereist und waren pünktlich am Treffpunkt. Wir wurden sofort mit den anderen Mitreisenden zur Anlegestelle des Katamarans gebracht. Wir waren noch nie auf einem Katamaran und kennen solche Schiffe nur von Bildern. Wir gingen also alle an Bord. Das Schiff fuhr los und es wurden die Kabinen verteilt. Erst da erkannten wir, wo wir uns befinden, nämlich auf der kleineren Variante der beiden angebotenen Schiffe, das nur über Standardkabinen im Rumpf des Schiffes verfügt. Erreichbar über eine schmale Treppe nach unten. Genau das haben wir nicht gewollt und deshalb so früh gebucht, um eine von nur zwei vorhandenen Oberdeck Kabinen zu bekommen. Wir waren bereits unterwegs, alle Kabinen belegt und wir konnten nichts tun . Als wenn das nicht schon Ärger genug wäre, hat man uns eine Kabine zugewiesen, die, wenn überhaupt, nur für eine Person gedacht sein konnte. Sie befand sich im vorderen Rumpf, war sehr schmal und verfügte über ein Hochbett in 1.40m Höhe ohne Leiter. Man musste sich also irgendwie hochziehen und dann am besten rückwärts nach unten rutschen. Vorwärts wäre ich beinahe mal abgestürzt. Die zweite „Schlafmöglichkeit „ bestand aus einer gepolsterten Bank, die an der Schulter 80cm breit war, nach unten hin schmaler wurde und am Ende 40cm breit war. Bei Seitenlage hing der Po in der Luft. So haben wir dann 8 Nächte verbracht. Die andere gleiche Kabine wurde von einem jungen Mann bewohnt. Wir sind 59/68 Jahre alt. Wir haben sofort Kontakt zu unserem seit Jahren bekannten Reisebüro aufgenommen, die schockiert waren und das nicht glauben konnten. Zu keiner Zeit wurden wir von irgend einer Seite darüber informiert, dass das von uns gebuchte Schiff im Winter 2018 nicht zur Verfügung steht. Crewmitglieder sagten uns das. Mitreisende wurden vor Reiseantritt von Dertour davon unterrichtet, dass ein anderes Schiff auf der Rundreise eingesetzt wird. Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne die Möglichkeit zu entscheiden, ob wir die Reise unter diesen Umständen überhaupt antreten wollen. Eine Kabine, wie von uns gebucht, gab es auf diesem Schiff nicht. Unser Reisebüro hat reklamiert und Dertour hat uns, ohne auf die Gründe unserer Reklamation einzugehen, 10% des Reisepreises auf unser Konto rückerstattet. Unsere Reise kostete 2.600 Euro. Unser Reisebüro hat Dertour mitgeteilt, dass wir damit nicht einverstanden sind und eine deutlich höhere Entschädigung erwarten. Was können wir tun? Zu was ist und war Dertour uns gegenüber verpflichtet und welche Forderungen können wir stellen? Danke schon jetzt für Ihre Beurteilung.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Zunächst ist zu unterscheiden ob es sich bei Ihrer Reise um eine Pauschalreise oder lediglich um eine Einzelbuchung gehandelt hat.

Handelt es sich um eine Pauschalreise, wenn zum Beispiel auch der Flug mit gebucht wurde oder sonstige Reiseleistungen quasi als Paket mit angeboten wurden, ist eine Minderung von 10 % des gesamten Reisepreises das wahrscheinliche Ergebnis einer Gerichtsverhandlung wenn nur das falsche Schiff mit der falschen Kabine beachtet wird. Durch die untragbare Schlafsituation hielte ich weitere 20 % Preisminderung für angemessen.

Handelt es sich bei der Buchung nur um die Buchung der Unterbringung, sieht dies anders aus. Dann kann für den Schiffswechsel von einem Ersatz von 10 % ausgegangen werden. Für die zu kurze Schlafmöglichkeit können weitere 35 % Reisepreisminderung verlangt werden. (AG Offenbach 31 C 6017/00 ).

Sie sollten abwarten ob Dertour auf die Forderung des Reisebüros reagiert. Sollte dies nicht der Fall sein oder sollte eine zu geringe Zahlung angeboten werden, empfehle ich die Einschaltung eines Anwalts. (Gerne stünde ich zur Verfügung). Häufig sitzen größere Reiseunternehmen Reklamationen einfach aus. Ein Anwalt kann hier etwas Bewegung in die Sache bringen. Als Einstieg würde ich eine Erstattung von 45 % des Reisepreises fordern (wohlwissend, dass es sich dabei um eine Maximalforderung handelt, von der man etwas wird abrücken müssen.)
Gut wäre es wenn Sie die Schlafmöglichkeiten dokumentiert hätten und man somit einen Beweis vorbringen kann.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten rechtlichen Überblick verschaffen. Sollten Rückfragen bestehen, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.02.2019 | 18:37

Danke für die Möglichkeit der Nachfrage. 1. Es wurde über Dertour nur die Schiffsreise gebucht. 2. Ihre Ausführungen verstehe ich so, dass es offenbar nicht schwerwiegend ist, uns uniformiert anreisen zu lassen und allein schon deshalb eine Minderung zu erhalten. 3. Wenn diese Tatsache keinen Grund für eine Minderung des Preises darstellt, hätten wir wohl auch nicht von der Reise zurücktreten können, obwohl die mit 500 Euro Mehrpreis bezahlte Kabine, mit der speziellen Lage und Ausstattung, auf diesem Schiff gar nicht existiert hat. 4. Einen Anspruch auf entgangene Erholung und Urlaubsfreude haben wir demnach auch nicht, denn wir erhielten eine Schlafmöglichkeit, welcher Art auch immer! Vielen Dank und Grüße aus der Schweiz

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.02.2019 | 18:53

Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für die Nachfrage.

1. In diesem Fall gilt die zweite Hälfte der Ausführungen. Also 45% Minderung.

2. Da habe ich mich möglicherweise nicht ausführlich genug ausgedrückt. Dass Sie nicht informiert wurden, ist der Grund, dass Sie überhaupt ein Minderungsrecht haben. Wären Sie informiert worden und hätten die Reise dennoch angetreten, entfielen Ihre Ansprüche.

3. Die Möglichkeit wegen Umbuchung Ihre Reise zu stornieren wurde Ihnen ja gerade nicht gegeben. Deshalb können Sie ja eine teilweise Erstattung des Reisepreises verlangen.

4. Keinesfalls ist die Schlafmöglichkeit hinzunehmen. Gerade in dieser Situation ist ja die entgangene Urlaubsfreude ausgedrückt (35% Reisepreiserstattung ist ein erheblicher Anspruch).

Die Ansprüche habe ich auf Grundlage einer Reihe von Urteilen geschätzt. Die entgangene Urlaubsfreude wird dabei mit der mangelhaften Schlafmöglichkeit "in einen Topf geworfen".

Ich hoffe, ich konnte zur Klarstellung beitragen. Bei weiteren Rückfragen können Sie mich via E-Mail kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 02.02.2019 | 10:11

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"Die Antwort auf unsere Nachfrage ließ uns mit einem Fragezeichen zurück. Unter Punkt 2 wurde ein Sachverhalt dargelegt, der von Anwaltskollegen in ähnlichen Fällen anders beschrieben wurde. Denn dort wurde auf die Möglichkeit des Reiseantritts unter Vorbehalt hingewiesen. Denn es kann ja nicht sein, dass ein Reiseveranstalter, ohne Rückforderungen fürchten zu müssen, eine Leistung zusagt, bei der von vorn herein klar ist, dass er sie gar nicht erbringen kann. Wir haben 500 Euro Aufpreis bezahlt für nichts. Im Gegenteil haben wir vor Ort noch nicht mal eine Standardkabine erhalten, sondern mussten uns rumquälen wie bereits beschrieben. Wir denken daher, dass die Beurteilung unseres Anliegens eher grob war und nicht genügend auf einzelne Punkte eingegangen wurde. "
Stellungnahme vom Anwalt:
Die Frage wurde zweimal beantwortet. Wenn zweimal gesagt wird "Sie haben einen Schadenersatzanspruch auf 45% des Reisepreises" und die Bewertung lautet dann, man wisse nicht warum es keinen angemessenen Ersatz gibt, kann ich es nur bedauern, dass der Fragesteller das Angebot nochmals via E-Mail nachzufragen nicht angenommen hat.
FRAGESTELLER 02.02.2019 3/5,0
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