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Keine Erstattung des Reisepreises, nur Gutschein

25.12.2021 15:44 |
Preis: 49,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


Guten Tag,

wir haben eine Unterkunft in Österreich gebucht ( für nächstes Jahr ).
Haben die Reise auch schon komplett gezahlt.
Sollten wir stornieren müssen, würde es kein Geld zurück geben, sondern nur ein Gutschein für einen späteren Aufenthalt.

Dies wurde auch vorab kommuniziert durch die Unterkunft.

Ich würde nun gerne wissen, ob es in diesem Fall tatsächlich keinerlei Chancen gibt, das Geld zurück zu bekommen????

Müssten wir im Falle einer Stornierung, den Gutschein akzeptieren, da die Unterkunft eine Erstattung des Geldes von vornherein ausschließt?

26.12.2021 | 16:07

Antwort

von


(391)
Gräfelfinger Str., 97a
81375 München
Tel: 089 1222189
Web: http://www.kanzlei-richter-muenchen.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Vertraglich oder gesetzlich

Nach deutschem recht gilt gem. §651h BGB:

(1) 1Vor Reisebeginn kann der Reisende jederzeit vom Vertrag zurücktreten. 2Tritt der Reisende vom Vertrag zurück, verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis. 3Der Reiseveranstalter kann jedoch eine angemessene Entschädigung verlangen.
(2) 1Im Vertrag können, auch durch vorformulierte Vertragsbedingungen, angemessene Entschädigungspauschalen festgelegt werden, die sich nach Folgendem bemessen:

1. Zeitraum zwischen der Rücktrittserklärung und dem Reisebeginn,
2. zu erwartende Ersparnis von Aufwendungen des Reiseveranstalters und
3. zu erwartender Erwerb durch anderweitige Verwendung der Reiseleistungen.
2Werden im Vertrag keine Entschädigungspauschalen festgelegt, bestimmt sich die Höhe der Entschädigung nach dem Reisepreis abzüglich des Werts der vom Reiseveranstalter ersparten Aufwendungen sowie abzüglich dessen, was er durch anderweitige Verwendung der Reiseleistungen erwirbt. 3Der Reiseveranstalter ist auf Verlangen des Reisenden verpflichtet, die Höhe der Entschädigung zu begründen.

Vorliegend ist jedoch bereits fraglich, ob deutsches oder österreichisches Recht anwendbar ist und was im Vertrag zu Entschädiigungen gereget ist.

2. Rücktritt nach §313 BGB

Eine andere Möglichkeit ist ein Rücktritt wegen §313 BGB.
Hiernach ist ein Rücktritt möglich, wenn es eine wesentliche Änderung der Vertragsgrundlage gegeben hat.
Wenn also etwa zum Zeitpunkt der Buchung keine Beschränkungen gab und dann nachträglich 2G eingeführt wird, dann wäre das eine wesentliche und unzumutbare Änderung der Vertragsgrundlage.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 28.12.2021 | 08:18

Guten Tag,
Leider wurde meine Frage damit nicht zu 100% beantwortet.

Grundlage ist das Österreichische Recht. Und, die Unterkunft hat uns auch VOR der Buchung informiert, das " im Falle einer Stornierung" Es NUR einen Gutschein geben wird und KEINE Erstattung des Geldes.

Hier war meine Frage: Gibt es hier eine Möglichkeit doch das Geld erstattet zu bekommen???

Vielen Dank für Ihre Mühe.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.12.2021 | 08:33

Sehr geehrter Fragesteller,

Wenn es ein gesetzliches Rücktrittsrecht gibt, haben Sie Anspruch auf Erstattung, egal ob im vornherein vertraglich ein Gutschein als Erstattung vereinbart wurde.

Es ist anzunehmen, dass das es auch im österreichischen Recht ein gesetzliches Rücktrittsrecht gibt. Das ist also die zentrale Frage, die Sie mit einem österreichischen Anwalt klären müssen.

Bitte habe Sie Verständnis dafür, dass wir auf dieser Plattform deutsches Recht voraussetzen.

Es spricht vieles für ein gesetzliches Rücktrittsrecht.

Dass eine Epidemie das Vorliegen eines unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umstands darstellt, ergibt sich bereits aus dem Erwägungsgrund 31 der Pauschalreise-Richtlinie, der den Ausbruch einer schweren Krankheit am Reiseziel gerade als Beispiel für das Vorliegen eines solchen Ereignisses nennt.

In diesem Fall müssen Sie sich nicht mit einem Gutschein zufrieden geben.

Ich hoffe, die Frage jetzt beantwortet zu haben.

Beste Grüße
RA Matthias Richter

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