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Kein Testament des Vaters

08.01.2016 17:15 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


19:54

Der leibliche Vater meiner Tochter, mein Exmann, verstarb im Dezember 2015. Er hat kein Testament hinterlassen und nun gibt es Ärger zwischen der Ehefrau/Witwe und meiner Tochter. Weitere Kinder sind nicht vorhanden.

Kurz vor seinem Tod hatte er sich eine Lebensversicherung auszahlen lassen in Höhe von ca.25.000 €, wovon er 12.000 € für einen Neuwagen (über 50.000 €) angezahlt hatte (Rest über Leasingvertrag). Das Fahrzeug wurde nicht gefahren, die Witwe versucht angeblich derzeit, den Leasingvertrag zu verkaufen.
Hat meine Tochter Anspruch auf einen Teil dieser Lebensversicherung?

Desweiteren hinterläßt er eine ca. 20 Jahre alte Doppelhaushälfte in einer guten Wohngegend. Beide Eheleute sind im Grundbuch eingetragen. Es besteht eine Resthypothek auf dem Haus von ca.20.000 €.
Hier nun etliche Fragen;
Wie wird das Erbe berechnet? Gibt es einen Gutachter, der den Wert des Hauses schätzt? Wer veranlasst diese Schätzung? Es ist doch richtig, dass meiner Tochter 1/4 des Hauses zusteht? Angeblich soll es lt. Witwe noch einige Schulden geben. Wer berechnet den genauen Nachlass (Plus/Minus incl. Beerdigungskosten)?
Die Witwe hat einen gemeinsamen Erbschein beantragt. Ist das eigentlich sinnvoll?

08.01.2016 | 18:00

Antwort

von


(1219)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
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Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Die Lebensversicherung hatte sich der Vater Ihrer Tochter zu Lebezeiten auszahlen lassen. D.h., zum Zeitpunkt des Eintritts des Erbfalles, also zum Zeitpunkt des Todes des Vaters, bestand die Lebensversicherung nicht mehr. Damit gehört der Lebensversicherungsvertrag auch nicht zum Nachlass (weil er nicht mehr existierte) und Ihre Tochter hat demzufolge auch keine Ansprüche aus der Lebensversicherung.

Etwas anderes könnte nur dann gelten, wenn die Tochter im Lebensversicherungsvertrag (auch) als Begünstigte aufgeführt gewesen wäre. Hiervon ist aber nach Ihrer Sachverhaltsschilderung nicht auszugehen.


2.

Aufgrund des Erbfalles ist Ihre Tochter zu 1/4 Miteigentümerin der Doppelhaushälfte geworden.

Geht man davon aus, dass die Witwe beabsichtigt, weiterhin in dem Haus zu wohnen, wird sie (die Witwe) Ihre Tochter in Höhe des Verkehrswerts zum Todestag des Vaters, bezogen auf den Anteil von 1/4, auszahlen müssen.

D.h., man muss den Verkehrswert des Hauses ermitteln und natürlich auch die Verbindlichkeiten. Schließlich gehört zum Nachlass nicht nur das Guthaben, vielmehr werden auch Schulden vererbt.

Bezüglich des Verkehrswerts des Hauses kann man sich, eventuell durch Vergleichsobjekte, auf einen bestimmten Wert verständigen, andernfalls müsste man den Verkehrswert durch einen Sachverständigen, der darüber ein Gutachten erstellt, ermitteln lassen. Kennt man den Verkehrswert und kennt man die Schulden, könnte man hiervon 1/4 errechnen und hätte damit den Geldbetrag, den die Tochter aus der Erbschaft hinsichtlich des Hausgrundstücks verlangen könnte.


3.

Dass die Witwe einen gemeinsamen Erbschein beantragt hat, ist korrekt. Schließlich sind Ihre Tochter und die Witwe Erben nach dem Tod des Vaters Ihrer Tochter geworden.

Der Vater wird ein Konto unterhalten haben, das in den Nachlass gefallen ist. Ferner kann Bargeld vorhanden sein, der Vater kann Aktien gehabt haben, um nur einige Beispiele zu nennen. Ihre Tochter wird über das Vermögen ihres Vaters vermutlich keine näheren Kenntnisse haben. Die Witwe dürfte aber über diese Kenntnisse hinsichtlich des Nachlasses verfügen. Deshalb sollte Ihre Tochter von der Witwe Auskunft über den Nachlass verlangen. Nach der Rechtsprechung ist die Witwe gemäß § 242 BGB verpflichtet, Auskunft zu erteilen.

Die Witwe muss dann sowohl über den aktiven als auch über den passiven (Schulden) Nachlass Auskunft erteilen und diese Auskünfte belegen.

Entsprechend dieser Auskünfte ist der Nachlass im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge sodann zwischen Ihrer Tochter und der Witwe aufzuteilen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 08.01.2016 | 19:01

Danke für Ihre Antwort.
Habe ich Sie richtig verstanden, dass meine Tochter, wenn sie den Erbschein in Händen hat, zur Bank gehen kann, um Einsicht in die Kontobewegungen und Geldanlagen ihres Vaters zu bekommen? 3 Tage vor seinem Tod bekam die Witwe am Sterbebett die Vollmacht für sein Konto und hat wahrscheinlich Geld abgehoben.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 08.01.2016 | 19:54

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Sie haben das vollkommen richtig verstanden: Mit dem Erbschein kann Ihre Tochter bei der Bank Auskunft über den Stand der Konten des Vaters verlangen.


2.

In diesem Zusammenhang sei noch auf Folgendes hingewiesen: Maßgebend ist das Vermögen, also auch der Kontostand, zum Zeitpunkt des Todes des Vaters. Wenn die Witwe also nach dessen Ableben Geld abgehoben hat, schmälert das den Nachlaß nicht.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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