Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.405
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kautionseinbehalt trotz Nachmieter (mündl.Mietvertrag)


07.06.2006 15:12 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe zum 02.Mai 2006 ein teilmöbliertes Zimmer in einer möblierten Wohnung - gemeinschaftliche Nutzung von Wohnzimmer, Bad und Küche durch mich und Untervermieterin - auf unbestimmte Zeit gemietet. Die Kaution in Höhe von 800 € sowie die erste Monatsmiete (420 €) habe ich im Vorfeld auf das Konto meiner Untervermieterin ( = Mitbewohnerin) gezahlt.

Vor der eigentlichen schriftlichen Fixierung des Mietverhältnisses ergab sich bei mir jedoch eine berufliche Veränderung, sodass ich am 04.Mai (3. Werktag des Monats) eine sofortige mündliche Kündigung des noch mündlichen Mietvertrages aussprach. Folglich kam es nie zu einer schriftlichen Festsetzung des Mietverhältnisses.

Nach Ablauf des Monats (Mai) bin ich ganz normal aus dem Zimmer ausgezogen. Im zeitlich direkten Anschluss (Juni) zog in dieses Zimmer ein neuer Untermieter ein und wohnt bis dato dort.

Nach Rückfrage bezüglich meiner ausbleibenden Kaution schilderte mir meine Untervermieterin nun, dass sie zum Ausgleich der Kündigungsfrist meine Kaution einbehalten will.

Meine konkreten Fragen lauten daher wie folgt:
1. Welche Kündigungsfrist ist in meinem Fall anwendbar???
(§ 549 BGB: "Wohnraum, der Teil der vom Vermieter selbst bewohnten Wohnung ist und den der Vermieter überwiegend mit Einrichtungsgegenständen auszustatten hat, sofern der Wohnraum dem Mieter nicht zum dauernden Gebrauch mit seiner Familie oder mit Personen überlassen ist, mit denen er einen auf Dauer angelegten gemeinsamen Haushalt führt")??? ==> 1 Monat Kündigungsfrist???

2. Ist es rechtens, dass meine Untervermieterin - trotz Nachmieter und ohne zeitliche Unterbrechung - sich die Kündigungsfrist anrechnen läßt, obwohl dass Zimmer für mich nicht mehr nutzbar ist??? Und wenn ja, kann ich dann nicht auf mein Wohnrecht bestehen und sagen, dass der derzeitige Mieter ausziehen soll??? (neuer schriftlicher Mietvertrag zwischen Nachmieter und Untervermieterin wurde vor meinem Auszug geschlossen)

3. Ist es in Bezug auf die Kündigungsfrist von Relevanz, ob ich einen Vertrag mit der Untervermieterin oder der eigentlichen Vermieteren der Wohnung eingehe???


Mit einem Dankeschön im Voraus verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen.


Guten Tag,

Krux an Ihrer Fragestellung ist die nur mündlich erfolgte Kündigung des Mietverhältnisses. Während ein Wohnraummietvertrag in der von Ihnen geschilderten Konstellation auch mündlich geschlossen werden kann, setzt § 568 I BGB zwingend eine schriftliche Kündigung voraus.

Insoweit ist das von Ihnen begründete Untermietverhältnis juristisch noch nicht beendet. Dies läßt Sie aber nicht schutzlos zurück. Sie sollten zunächst zur Klarstellung schriftlich noch einmal kündigen. Die Kündigung kann, da es sich, wie Sie richtig anmerken, um Wohnraum i.S. des § 549 I Nr. 2 BGB handelt, gem. § 573 c III BGB bis zum 15. eines Monats zum Ablauf des Monats erklärt werden.

Hierbei ist es gleichgültig, ob Sie das Zimmer von der Mieterin oder der Vermieterin der Wohnung angemietet haben.

Wenn Ihre Vermieterin das Zimmer ab dem Juni 2006 wieder vermietet hat, muß sie sich die Miete, die Sie hierfür kassiert, im Verhältnis zu Ihnen anrechnen lassen. Wenn Sie also den gleichen Mietzins hätten zahlen müssen, den auch Ihr Nachmieter zahlt, bleibt für Sie als Zahlungsverpflichtung bis zum Ende des Mietverhältnisses nichts mehr über. Ihre Vermieterin kann also nicht doppelt kassieren.

Da das Mietverhältnis formell noch besteht, kann Ihre Vermieterin auch die Kaution zumindest bis zum Ende -bei jetziger Kündigung also bis zum 30.06.- noch einbehalten. Danach ist eine Einbehaltung nicht mehr möglich.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60164 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Toll. vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,0/5,0
Meine Frage wurde ausreichend beantwortet, jedoch finde ich es nicht besonders hilfreich wenn man nur auf Paragraphen verweist, die zur Anwendung kommen, ohne deren Inhalt bzw. deren Auswirkung zu nennen. In meinem Fall hätte ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank an RA Fork! Kurz und präzise auf den Punkt, zügige Rückmeldung - jederzeit gerne wieder! ...
FRAGESTELLER