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Kautionsabrechnung - Zuviel berechnet? Türaustausch

12.04.2018 19:39 |
Preis: 36,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Sehr geehrte Damen und Herren,

zum 31.12.17 bin ich aus meiner alten Wohnung ausgezogen. Bereits vor einiger Zeit wurde die Zimmertür inklusive Zarge durch eigenes Verschulden Beschädigt. Es handelte sich dabei um eine Furnierte Waben-platte. Der Vermieter wurde darüber in Kentniss gesetzt und wollte einen Kostenvoranschlag machen.
Diesen hatte ich bis heute nicht erhalten.

Allerdings bekam ich nun meine Kautionsabrechnung welche sich wie folgt zusammensetzt:
5h Arbeitszeit zu 43€/h
Einmal Tür mit Zarge zu 291,73 €
Und Entsorgung zu 5,50 €
Insgesamt mit MwSt: 609,55 €

Da ich selbst nach langen Suchen keine Tür dieser Qualität, zu diesen hohen Preisen finden konnte, frag ich mich, in wiefern diese Berechnung gerechtfertigt ist. Die Tür war mindestens 15 Jahre Alt und bereits mehrfach ausgebessert..
Macht es Sinn dagegen vorzugehen?
Eingrenzung vom Fragesteller
12.04.2018 | 19:42

Sehr geehrter Ratsuchender,

lassen Sie mich Ihre Frage wie folgt beantworten.

Ihren Zahlen kann ich keine Kautionsabrechnung entnehmen.

Der Vermieter hat bei einem von Ihnen schuldhaft verursachten Schaden einen Schadensersatzanspruch, § 280 Abs. 1, § 249 BGB.

Der Vermieter darf nur die erforderlichen Kosten erstattet verlangen.

Fünf Stunden für den Austausch einer Tür erscheint schon sehr viel.

Zudem kann der Vermieter nicht die Kosten für eine neue Tür verlangen, wenn die alte ausgebessert und schon 15 Jahre alt war.
Er stünde dann besser da, als er ohne Schaden stünde. Das sieht das Gesetz so nicht vor.
Es wird ein Abzug neu für alt vorgenommen.

Ausgehend von einer Lebensdauer einer Wohnungszimmertür von 25 Jahren, muss sich der Vermieter 15/25 = 3/5 = 60 % der Kosten einer neuen Tür abziehen lassen. Er kann also nur maximal 40 % der angemessenen Kosten einer neuen Tür verlangen, vermutlich noch weniger, da die Tür bereits ausgebessert war. Durch die neue Tür erhält der Vermieter mehr (eine neue Tür) als er ohne Beschädigung der alten Tür hätte.

> Es hat also durchaus Sinn, gegen das Verhalten des Vermieters vorzugehen.
Was ein angemessener bzw. üblicher Preis in Ihrem regionalen Umfeld ist, kann ich Ihn leider nicht beantworten.
Mehr als 100 € wird der Vermieter aber vermutlich nicht verlangen können.

> Weisen Sie die Forderung des Vermieters als nicht erforderliche Kosten zurück. Fordern Sie die Rückzahlung der Kaution.
Setzen Sie eine Frist. Nach Fristablauf befindet sich der Vermieter in Verzug und Sie können die entstehenden Anwaltskosten vom Vermieter erstattet verlangen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 12.04.2018 | 21:54

Sehr geehrter Herr Eichhorn,

vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.

Die Abrechnung besteht lediglich aus meiner Kautionssume und dem Abzug von 609,55 € unter der Position "Kosten für Ersatzleistungen", bezogen auf den weiter unten im Schreiben beschriebenen Punkt Austausch einer Zimmertür.

Könnten Sie mir bitte noch mitteilen, ob ich im Schreiben zur Fristsetzung eine konkrete Forderung stelle bzw. Summe nenne die mir korrekt erscheint?
Welche Frist ist angemessen?

Vielen Dank noch einmal!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.04.2018 | 22:06

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Die Kaution ist auch zu verzinsen (Zinssatz Spareinlage mit dreimonatiger Kündigungsfrist: https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Statistiken/Geld_und_Kapitalmaerkte/Zinssaetze_Renditen/S510ATSPAR3.pdf?__blob=publicationFile).

Fordern Sie die gesamte Kaution. (Ziehen Sie, wenn Sie möchten 100 € ab.)
Weisen Sie die Schadensersatzforderung als weit überhöht zurück.
Geben Sie dem Vermieter 14 Tage.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

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