Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kaufvertrag am Telefon zu Eintrittskarten

| 24.05.2011 18:17 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Hallo,
ich habe telefonisch bei einem Veranstalter Tickets für ein Rockkonzert gekauft und nach Angabe meiner Kreditkartennnummer wurden diese sofort bezahlt und mir der Versand für den Folgetag zugesichert.

Am Folgetag rief ich erneut an, um mich nach dem Versanddatum zu erkundigen. Mir wurde mitgeteilt, dass meine Bestellung storniert werden wird wegen Missachtung der AGB.
Im Genauen wird mir vorgeworfen, die erworbenen Tickets bei ebay zum Kauf angeboten zu haben.
Dies erfolgte noch am Tag der telefonischen Bestellung nach Bezahlung und als Auktion zum Ende in 5 Tagen.
Da mich die Verkäuferin am Telefon nicht auf die AGB hinwies, finde ich den Kauf gerechtfertigt und würde auf Einhaltung des Kaufvertrags bestehen.
Eintrittskarten sind meines Erachtens Inhaberwertpapiere, also der Handel nicht strafbar. Zum Zeitpunkt des Auktionsendes hätten mir die Tickets vorgelegen, also wäre ich bei Vertragsabschluss Inhaber gewesen.
Telefonisch bestellt hatte ich 4 Tickets, bei ebay davon zwei angeboten.

Gewerbeschein zum Handel mit Eintrittskarten liegt vor.

Meine Frage zielt darauf ab, dass ich wissen will, ob ich auf die AGB hätte hingewiesen werden müssen?
Der Auktionspreis lag bei Stornierung der Bestellung noch weit unter dem Originalpreis, sodass ein gewerblicher Weiterverkauf nicht stattgefunden hat.Kann die Bestellung dann einfach storniert werden?

Sehr geehrter Ratsuchender,
Ihre Frage beantworte ich wie folgt:
Gemäß § 305 Abs. 2 BGB werden Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) nur dann Bestandteil eines Vertrages, wenn der Verwender (der Verkäufer der Eintrittskarten) bei Vertragsschluss
Nr. 1: die andere Vertragspartei (sie)ausdrücklich oder, wenn ein ausdrücklicher Hinweis wegen der Art des Vertragsschlusses nur unter unverhältnismäßigen Schwierigkeiten möglich ist, durch deutlich sichtbaren Aushang am Ort des Vertragsschlusses auf sie hinweist und Nr. 2: der anderen Vertragspartei die Möglichkeit verschafft, in zumutbarer Weise, die auch eine für den Verwender erkennbare körperliche Behinderung der anderen Vertragspartei angemessen berücksichtigt, von ihrem Inhalt Kenntnis zu nehmen, und wenn die andere Vertragspartei mit ihrer (damit sind die AGB gemeint)Geltung einverstanden ist. Auch bei einem Vertragsschluss über Telefon ist ein ausdrücklicher Hinweis zwingend erforderlich.
Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die AGB in Ihrem Fall nicht Bestandteil des Kaufvertrages über die Eintrittskarte wurden, da Ihnen keine Möglichkeit eingeräumt wurde, von dem Inhalt der AGB Kenntnis zu nehmen und sie auch nicht mit Geltung der AGB einverstanden sind. Im Übrigen ist die Stornierung der Bestellung nur möglich, wenn dies vertraglich vereinbart wurde und die Voraussetzungen für eine Stornierung vorliegen. In ihrem Fall wurde die Stornierung wegen Missachtung der AGB (Verkauf bei Ebay) begründet. Da die AGB nicht Bestandteil des Vertrages wurden, ist auch eine Stornierung unter Berufung auf die AGB nicht möglich. Es ist fraglich, ob eine Klausel in den AGB wirksam ist, die den Weiterverkauf von Eintrittskarten über ebay verbietet. Durch den Erwerb der Eintrittskarte werden Sie Eigentümer der Karte und können damit machen, was Sie wollen.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben und stehe für weitere Fragen gerne im Rahmen der Nachfragefunktion zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Erik Hauk
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 24.05.2011 | 20:40

Das spiegelt auch mein Verständnis der Angelegenheit wieder. Fraglich ist nur, inwiefern ich nun an die bereits gebuchten Karten (traumhafte Sitzplätze mit enormer Gewinnspanne beim Weiterverkauf) komme, wenn der Veranstalter diese Tickets mittlerweile anderweitig verkauft hat? Lohnt sich ein Rechtsstreit?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.05.2011 | 16:28

Sehr geehrter Herr Baier,
da Sie die Karten gekauft haben, haben Sie einen grundsätzlich einen Anspruch auf Aushändigung der Karten. Wie Ihnen bereits mitgeteilt, wurden die AGB nicht Bestandteil des Vertrages. Zu unterscheiden ist jedoch, ob Sie die Eintrittskarten für private oder geschäftliche Zwecke gekauft haben. Wie ich Ihrer Schilderung in Ihrer Direktanfrage entnommen habe, wollen Sie die Karten über ebay gewerblich weiterverkaufen. Hier ist das Markenrecht zu beachten (vgl. meine Ausführungen in der Beantwortung Ihrer Direktanfrage). Die Untersagung des Weiterverkaufs in den AGB soll Ihnen ihre Rechte nur verdeutlichen; erforderlich ist dies nicht. Auf das Markenrecht muss in AGB nicht hingewiesen werden. Daher spielt es in Ihrem Fall keine Rolle, ob die AGB Bestandteil des Kaufvertrages bezüglich der Eintrittskarten wurden oder nicht.
Ich bedauere, Ihnen keine positive Auskunft geben zu können.
Mit freundlichen Grüßen
Erik Hauk
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 24.05.2011 | 20:59

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 24.05.2011 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 71334 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
alles Bestens, meine Fragen wurden hinreichend beantwortet. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Klare Beantwortung meiner Fragen. Danke. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort kam sehr schnell und alles wurde nachvollziehbar und ausführlich beantwortet. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER