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Kaufvertrag, Teppich mit erheblich Grbauchsspuren nach kurzer Zeit

| 07.07.2019 12:10 |
Preis: 45,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Pilarski


Zusammenfassung: Es geht um Gewährleistungsrechte aus dem Kauf eines Teppichs.

Am 17.02.2018 haben wir bei einem renommierten Möbelhaus einen Teppich gekauft. Größe 2 x 3 m, Handknüpfteppich, Herati beige Indien, Kosten 2.000,00 € (reduziert von 3.000,00 €)
Vor dem Kauf haben wir dem Fachberater den Einsatzort und die Gebrauchsbedingungen geschildert und abgefragt ob der Teppich den zu erwartenden Belastungen Stand halten wird.
2 Personenhaushalt, Rentber, Wohnzimmer, Sessel und Wohnzimmertisch.

Der Fachverkäufer hat mehrfach, vor Zeugen bestätigt, dass der Teppich den geschilderten Belastungen Stand halten wird und dass der Flor sich nicht niederlegen wird. Als Zeitrahmen hat er min 10 Jahre angegeben.
Nur aufgrund dieser Zusicherungen haben wir diesen Teppich gekauft.

Bereits nach einem Jahr zeigt der Teppich nun deutliche Gebrauchsspuren. Auf ca. einem Drittel liegt der Flor komplett nieder und ist erheblich abgelaufen.

Mit Brief vom 17.03.2019 haben wir dies reklamiert und Abhilfe eingefordert.

In der Folge hat der Fachberater den Teppich in Augenschein genommen, die Beanstandungen Bestätigt, jedoch keine besondere Ursache feststellen können. Weiterhin hat er uns empfohlen den Teppich zu drehen.

Die Vertragsfirma hat danach den Hersteller des Teppichs beauftragt diesen zu prüfen.
Der Geschäftsführer der Herstellerfirma hat dann den Teppich geprüft und ebenfalls bestätigt dass der Flor niederliegt und der Teppich abgelaufen ist. Allerdings konnte er vor Ort dafür keine besondere Ursache ausmachen. Es liegt wohl kein augenschlicher Fehler in der Qualität der Schurwolle oder der Verarbeitung vor.

Die Vertragsfirma lehnt einen Tausch oder andere Maßnahmen ab. Bei dem geschilderten und vor Ort festgestellten Zustand würde es sich um „normale Abnutzung/Gebrauchspuren" handeln.



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich haben Sie erst einmal einen wirksamen Kaufvertrag über den streitgegenständlichen Teppich mit der Vertragsfirma geschlossen. Der Kaufvertrag begründet für beide Seiten Rechte und Pflichten. Sie sind zur Zahlung des Kaufpreises, die Vertragsfirma zur mangelfreien Übergabe und Übereignung des Teppichs verpflichtet.

Die Kernfrage ist hier folglich, ob ein Mangel am Teppich im Sinne des Paragraphen 434 BGB vorliegt.

Das ist vereinfacht gesagt der Fall, wenn der Ist-Zustand von dem Soll-Zustand abweicht. Das kann in folgender Reihenfolge festgestellt werden.

1. Abweichung von der vereinbarten Beschaffenheit
2. Abweichung von der vereinbarten Verwendung
3. Abweichung von der gewöhnlichen Verwendung oder Beschaffenheit

Wenn vereinbart wurde, dass der Teppich die von Ihnen angesprochene Beschaffenheit haben muss und die Vertragsfirma dies zugesagt hat, dann liegt ein Mangel vor gemäß Nr. 1 vor, wenn der Flor komplett niedergelegt ist nach so kurzer Gebrauchsdauer.

Wenn Sie mit der Vertragsfirma eine bestimmte Verwendung des Teppichs vereinbart haben und die Firma diese zugesagt hat, dann liegt ein Mangel gemäß Nr. 2 vor, wenn der Teppich trotz der klaren Mitteilung der beabsichtigten Art und des Ortes der Verwendung nicht dort genutzt werden kann, weil nach so kurzer Zeit durch die Verwendung der Flor niedergelegt ist.

Bezüglich der Nr. 3 einen Mangel zu begründen, wird meiner Ansicht nach schwieriger, da der Teppich zunächst unter Umständen die gewöhnliche Eigenschaft und Beschaffenheit aufweist und lediglich optisch nicht ganz einwandfrei ist. Aber auch über einen Mangel gemäß Nr. 3 kann man diskutieren.

Meiner Ansicht nach liegt daher im Ergebnis ein Sachmangel vor, der Ihnen die Rechte aus Paragraph 437 BGB einräumt, wenn er bei Übergabe bereits diesen Mängel aufwies. Sie können dann Nacherfüllung verlangen, die aber unmöglich sein dürfte, mindern, zurücktreten oder Schadenersatz fordern.

Gerne kann ich Ihnen anbieten, Sie in der Sache zu vertreten, wenn Bedarf und Interesse bestehen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 07.07.2019 | 14:18

Sehr geehrter Rechtsanwant,
sind die Aussagen des Fachverkäufers beim Verkaufgespräch (wurden nicht schriftlich festgehalten) als Vereinbarung einer Beschaffenheit bzw Verwendung zu werten oder sind das lediglich (folgenlose) Anpreisungen und Aufhübschungen?
Kann man bei einem Teppich für € 2.000,00 nicht erwarten dass er nach einem Jahr auch optisch noch einwandfrei ist? (Gewöhnliche Verwendung oder Beschaffenheit)

Viele Grüße


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.07.2019 | 16:01

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage:

Ob die Aussagen des Verkäufers als Vereinbarungen in dieser Weise zu verstehen waren, ist letztendlich eine Frage der Auslegung. Meiner Ansicht nach können Sie als solche Vereinbarungen ausgelegt werden, natürlich kann ein Gericht das anders beurteilen. Das ist das Prozessrisiko, das besteht. Das Problem ist regelmäßig, dies nachzuweisen, aber Sie haben scheinbar Zeugen für die konkreten Aussagen.

Ja, meiner Ansicht nach kann man sehr gut vertreten, dass ein Teppich für solch einen Preis, dessen Beschaffenheit zehn Jahre halten soll, nach nur einem Jahr zumindest so beschaffen ist, dass der Flor nicht niederliegt, da man mit der Einrichtung von Teppichen auch optische und dekorative Zwecke verfolgen.

Ich hoffe, ich konnte alle Unklarheiten ausräumen.

Mit freundlichen Grüßen

Pilarski
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 09.07.2019 | 12:44

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FRAGESTELLER 09.07.2019 5/5,0
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