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Kaufhausdiebstahl, wird meine Bewährung widerrufen?

05.09.2008 10:39 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Ich habe am 26.5.2008 im einem Kaufhaus Waren im Wert von 17,48 Euro geklaut und wurde dabei vom Detektiv erwischt. Es wurde die Polizei hinzugeholt da ich mich nicht ausweisen konnte.Am Dienstag den 09.09.08 ist jetzt Verhandlung und ich habe Angst das meine Bewährung widerrufen wird die noch bis 30.11.08 läuft.Die Bewährung habe ich wegen Kreditkartenbetruges in Bayern bekommen. Der Diebstahl war jetzt in Berlin.Insgesamt habe ich schon drei Strafen, sind alle weg bis auf die offene Bewährung. Ich habe so Angst ins Gefängnis zu müssen, ich bin alleinerziehend und habe einen Sohn von fast zwei Jahren und somit Angst ihn zu verlieren.
Ist es möglich das die Bewährung widderrufen wird bzw. das ich ins Gefängnis muss? Könnte ich auch eine eventuelle andrere Strafe bekommen wie Sozialstunden oder Bewährungsverlängerung?

Sehr geehrte Ratsuchende,

ich möchte Ihre Fragen auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Grundsätzlich kann eine gesicherte Aussage nur nach erfolgter Akteneinsicht gegeben werden, weshalb hier lediglich ein erster Überblick gegeben werden kann.

In aller Regel wird ein Verfahren wegen Diebstahls bei einem Wert von € 17,48 nach § 153 StPO wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Da in Ihrem Fall jedoch eine Vollstreckung der Strafe wegen Kreditkartenbetrugs zur Bewährung ausgesetzt war, ist nunmehr Anklage erhoben worden.

Die Strafaussetzung kann bei Bewährungsversagen widerrufen werden. Die Widerrufsgründe ergeben sich abschließend aus § 56 f StGB .

Insbesondere kann die Bewährung bei Begehung einer Straftat im Zeitraum zwischen Entscheidung über die Strafaussetzung und Ende der Bewährungszeit widerrufen werden, wenn sich aus der Straftat ergibt, dass die günstige Sozialprognose auf Grund derer die Bewährung gewährt wurde falsch war.

Das die Taten dabei in unterschiedlichen Orten begangen wurden ist dabei unerheblich. Ebenso findet auch das Vorhandensein von Kindern und der Alleinerziehung dieser grundsätzlich keine Berücksichtigung.

Da die Geringfügigkeit des Vergehens sicherlich mitberücksichtigt werden muss, kommt hier möglicherweise § 56 f Abs. 2 Nr. 2 StGB in Betracht.

Danach kann das Gericht von einem Widerruf der Bewährung absehen, wenn es ausreicht, dass entweder weitere Auflagen oder Weisungen erteilt werden, namentlich den Verurteilten einem Bewährungshelfer zu unterstellen, oder 2., die Bewährungs- oder Unterstellungszeit zu verlängert wird.

Im 2. Fall darf die Bewährungszeit nicht um mehr als die Hälfte der zunächst bestimmten Bewährungszeit verlängert werden.

Es ist also nicht in jedem Fall von einem Widerruf der Bewährung auszugehen.

Sie sollten sich jedoch aber auch darüber im Klaren sein, dass das jetzige Vergehen des Diebstahl als Vermögensdelikt neben dem früher begangenen Vermögensdelikt des Betruges sich als ungünstig darstellt.

Insgesamt schätze ich jedoch die Sache so ein, dass eher eine Verlängerung der Bewährungszeit in Betracht kommt, als ein Widerruf, ohne jedoch eine rechtsverbindliche Aussage geben zu können.
Neben der Verlängerung der Bewährungszeit, ist natürlich mit einer Sanktion des begangenen Diebstahls zu rechnen, sofern dieses Vergehen nicht noch im Termin zur Hauptverhandlung eingestellt wird.

Die Sanktion kann dabei Vielfältig sein und reicht von einer Freiheitsstrafe unter Einbeziehung der früheren Strafe, ausgesetzt nochmals zur Bewährung, bis hin zur Geldstrafe oder Sozialstunden.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.
Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen.

Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 16.09.2008 | 23:33

Sehr geehrte Ratsuchende,

sofern Sie den Widerruf Ihrer Bewährung befürchten, wäre es unratsam, hier eine Frage zu einen von Ihnen vorgeschlagenen Einsatz zu stellen und anschließend den von Ihnen eingesetzten Betrag nicht zu zahlen.

Diese Umstände legen den Verdacht eines Eingehungsbetruges sehr nahe, so dass eine weitere Begehung einer Straftat nicht auszuschließen ist.

Da es sich dabei um ein weiteres Vermögensdelikt handelt, wäre ein Widerruf der Bewährung nicht unwahrscheinlich.

Ich rege daher an, dass Sie Ihren Einsatz hier zahlen sollten.

Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

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