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Kaufabsicht Eigentumswohnung

05.12.2005 17:28 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 1 Stunde
Über einen Finanzdienstleister wurde mir eine Eigentumswohnung angeboten. Zusammen mit diesem besuchte ich einen Notar (vor 7 Tagen), um, für mein laienhaftes Verständnis, meine Kaufabsicht zu beurkunden.

Nach meinem Verständnis kommt der Kaufvertrag erst zustande wenn der Verkäufer mich als Käufer akzeptiert. Die Wohnung müsste ich zu 100% über einen Kredit finanzieren. Diese Finanzierung habe ich bis jetzt nicht in die Wege geleitet, also keinen Kreditvertrag o.ä. unterschrieben. Auf meine Rückfrage wurde mir vom betreffenden Finanzdienstleister gesagt, dass der Verkäufer mich ohne den Nachweis eines Finanzierungsplanes ablehnen kann und wird. Mir sind in der Zwischenzeit Zweifel gekommen und ich möchte die Wohnung nicht mehr kaufen. Dazu habe ich folgende Frage(n):

Wenn ich die Finanzierung zum Kauf der Wohnung nicht abschliesse, was meine Absicht ist, kommt dann er Vertrag nicht zustande? Welche Bedeutung hat der Termin beim Notar, welche rechtlichen Verbindlichkeiten bin ich eingegangen? Kann ich generell meine „Kaufabsicht“ zurückziehen?
05.12.2005 | 17:47

Antwort

von


(252)
Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: http://www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund der mitgeteilten Tatsachen wiefolgt beantworten möchte:

1.Solange Sie keinen Vertrag zum Kauf unterschrieben haben, haben Sie in der Tat nur Ihre Kaufabsicht bekundet.

2.Wenn Sie nur eine "Absicht" kundgetan haben, müssen Sie unverzüglich Ihre Willenserklärung wiederrufen, am besten persönlich bei dem jeweiligen Notar zur Niederschrift. Lassen Sie sich davon eine Kopie geben und faxen Sie das ganze an den Verkäufer und den Vermittler.
Wenn Sie aber bereits einen Kaufvertrag einseitig unterschrieben haben und dem Verkäufer bzw. dessen Vertreter die Willenserklärung zugegangen ist - er also davon Kenntnis erlangt hat- können Sie diese nicht einfach widerrufen.

Allerdings sollten Sie dann versuchen, den Vertrag anzufechten wegen Täuschung oder Irrtums.

3.Eine Finanzierung zu 100% ist kaum vorstellbar, da die Banken abhängig vom Objekt grundsätzlich eine Eigenleistung fordern. Sie sollten dieses Objekt auf keinen Fall erwerben, wenn Sie nicht wenigsten einen Teil selber finanzieren können.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem Rechtsproblem weiter geholfen.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
Rechtsanwältin

info@anwaeltin-heussen.de
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