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Kauf von Pferd ohne Vertrag

06.07.2008 14:52 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Ich habe am Di 1.7.08 eine Tinkerstute gekauft. Vorher wurde mehrfach telefoniert u gemailt. Wir haben die Stute in ihrem Heimatstall besichtigt u dann ohne Vertrag gegen Quittung bar bezahlt u mit nach Hause genommen. Bei der Begutachtung im Heimatstall fielen mir rosane Hautpartien u kl Schorfstellen am Mähnenkamm auf-wonach ich nach Sommerekzem fragte, was aber von der Verkäuferin verneint wurde. Nun hat die Stute sich am Fr begonnen sich so stark zu kratzen, dass der ganze Mähnenkamm blutig ist u die Haare ausfallen. Wir wohnen in Nordfriesland an der Nordsee also eher Ekzemer freundlich.Ich möchte das Pferd nun gerne wieder zurückgeben o.ä. was für Möglichkeiten gibt es da?

Sehr geehrte Fragenstellerin,

die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt auf Grundlage der von Ihnen bereitgestellten Informationen. Meine Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Orientierung, da das Weglassen oder Hinzufügen von Details zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich. Die Beantwortung Ihrer Frage im Rahmen dieser Plattform kann daher nicht die Beratung durch einen Rechtsanwalt vor Ort ersetzen.

Zur Sache:
Nach Ihrer Schilderung haben Sie mit der Verkäuferin keinen Gewährleistungsausschluss vereinbart. Insofern haftet die Verkäuferin für Mängel nach den Gewährleistungsvorschriften.

Ein Sommerekzem ist als Mangel zu werten. In den ersten 6 Monaten nach Übergabe des Pferdes obliegt es der Verkäuferin, die Mangelfreiheit, also die Gesundheit des Pferdes bei Übergabe zu beweisen. Gelingt ihr der Beweis nicht, haben Sie zunächst die Wahl zwischen der "Lieferung" eines neuen, gleichwertigen Pferdes oder der Nachbesserung. Ein Rücktritt vom Vertrag ist erst nach zweimaligem Scheitern des Nachbesserungsversuchs möglich. Als Nachbesserung kommt in Ihrem Fall eine medizinische Behandlung in Betracht. Ist nach zweimaligem Behandlungsversuch die Krankheit nicht beseitigt, können Sie vom Vertrag zurücktreten. Vorher leider nicht.

Für eine abschließende Beurteilung des Sachverhalts empfehle ich, die Rechtslage mit einem Rechtsanwalt Ihres Vertrauens konkreter zu erörtern. Bitte beachten Sie, dass hierbei weitere Kosten entstehen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierung gegeben zu haben.

Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Maurice Moranc
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 06.07.2008 | 16:58

Vielen Dank für ihrer schnelle Antwort.
Ich fühle mich von der Verkäuferin getäuscht, da sie auch am Telefon vorher versicherte, dass dieses Pferd gesund sei u. auf Nachfrage dieses dann beim Besichtigungstermin noch einmal versicherte. Wie raten sie vorzugehen? Ich habe noch nicht mit der Verkäuferin gesprochen, da ich mich erst einmal über die rechtliche Lage informieren wollte.Sollte man zunächst versuchen die Verkäuferin so anzuschreiben oder bringt man sich dadurch in die schlechtere Position? Sollte ich jetzt morgen zu meiner Sicherheit eine Tierärztin hinzuziehen, die das Sommerekzem u event. das schon längere Krankheitsbild bestätigt. Denn es ist defintiv so, dass die Haut zwar rosa u leicht schorfig war, aber nicht so blutig wie jetzt bei uns im Stall, aber ich weiß ja auch nicht, ob das Pferd dort event. behandelt o. mit Decke lief usw.
Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.07.2008 | 17:43

Sehr geehrte Fragenstellerin,

Sie sollten sich in jedem Fall die Krankheit mit ärztlichem Attest bestätigen lassen. Für die tatsächliche Erkrankung sind Sie nämlich beweispflichtig.

Das weitere Vorgehen hängt von Ihren Interessen ab:
Möchten Sie das Pferd behalten und die Krankheit durch ärztliche Behandlungen auskurieren, wäre es sinnvoll, die Verkäuferin schriftlich (Einschreiben Rückschein) über die Erkrankung des Pferdes zu informieren und sie zur Nachbesserung, also zur Übernahme der Behandlung oder deren Kosten auszufordern. Sollte das Pferd durch die Erkrankung an Wert verlieren, könnten Sie darüber hinaus den Kaufpreis mindern.

Bevorzugen Sie das Pferd zurückzugeben, gibt es hierfür zwei Möglichkeiten, die aber höhere Anforderungen haben. Für den Fall, dass Sie der Verkäuferin eine arglistige Täuschung nachweisen können, Sie also Beweise dafür haben, dass der Verkäuferin die Erkrankung schon bei Vertragsabschluss bekannt war und diese verschwiegen hat, können Sie den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten. Sie könnten das Pferd zurückgeben und eventuelle Schadensersatzansprüche geltend machen.
Gelingt Ihnen der Beweis der arglistigen Täuschung nicht, besteht lediglich die möglichkeit, die Verkäuferin wiederum schriftlich (Einschreiben Rückschein) zur Nachbesserung aufzufordern und nach dem 2. fehlgeschlagenen Behandlungsversuch das Pferd zurückzugeben.

Sollte die Verkäuferin alle in Frage kommenden Gewährleistungspflichten ablehnen, ist dringend zu empfehlen einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens mit der Angelegenheit zu beauftragen.

Ich hoffe, Ihnen mehr Klarheit gegeben zu haben.

Mit freudlichen Grüßen

Maurice Moranc
Rechtsanwalt

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