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Kauf und Verkauf von Maschinen durch einen Auslandsdeutschen in Deutschland

| 08.10.2010 16:54 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren !
Durch die Umsiedlung meiner Familie lebe ich seit meinem 16. Lebensjahr nicht mehr in Deutschland, sondern in Thailand. Dort bin ich seit nunmehr 28 Jahren selbstständig, habe eine Daueraufenthalts-, Arbeitsgenehmigung und zahle dort Steuern.
Für meine Firma (Baustoffproduktion) kaufe ich von Zeit zu Zeit gebrauchte Maschinen in Deutschland. Den Preis dafür incl. Demontage, Inlandstransport, Verpackung, (was ich vor Ort organisiere) ... strecke ich in Deutschland vor. Nach erfolgter Verschickung überweist mir meine Firma den Preis für die Maschinen und die vielen geleisteten Ausgaben als eine Position auf mein deutsches Konto. Ich bin jediglich 2-3 Wochen pro Einkaufsbesuch in Deutschland, wo ich keinen festen Wohnsitz habe.
Da ich vor Ankunft in Deutschland meistens nicht weiß, welche Maschinen ich zu welchem Preis wo bekomme, kann ich die Bezahlung nicht vorher regeln. Die meisten Gebrauchtmaschinen werden ohne Demontage ab Standort verkauft und vor Demontagebeginn bezahlt. Die Verkäufer wollen mit Export nichts zu tun haben, da es keine Maschinenhändler, sonder Produktionsbetriebe sind.


Frage:
Muss ich das deutsche Finanzamt über diese Aktionen informieren, auch wenn kein Gewinn anfällt?
Müssen eventuelle Gewinne in Deutschland oder Thailand (mein Wohnsitz) versteuert werden. Wenn in Deutschland, dann bei welchem Finanzamt?
Wie kann man solche Maschinenkäufe ohne Meldung beim deutschen Finanzamt abwickeln?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihren Angaben zufolge erzielen Sie keine Einkünfte in Deutschland, sondern Sie schließe Verträge ab, lassen die Maschinen nach Theiland verfrachten und zahlen sie hier. Aus einem Vertrag an sich wird vermutet, dass er keinen Gewinn bringt; die Maschinen gehören zum Vermögen Ihres Unternehmens in Thailand, sie werden auch gezahlt. Sie haben somit keine Einkünfte in Deutschland; es fällt auch kein Gewinn in Deutschland an, wie Sie zutreffen sagen. Die Versteuerung ist daher ausgeschlossen.

Wenn Sie Gewinne in Deutschland erzielen würden, dann wären Sie gem. § 1 Abs. 4 EStG iVm. § 49 Abs. 1 Nr. 3 EStG bzw. § 49 Abs. 1 Nr. 2 lit. d EStG beschränkt einkommenssteuerpflichtig, auch wenn Sie keinen Wohnsitz in Deutschland haben.

Die Besteuerung beschränkt Steuerpflichtiger würde sich nach §§ 50, 50 a, 50 d EStG (Einkommenermittlung, Steuertarif, Steuerabzugsverfahren) richten.

Die Zuständigkeit des FA würde sich ach § 20 Abs. 4 AO richten: Befindet sich weder die Geschäftsleitung noch der Sitz noch Vermögen der Steuerpflichtigen im Geltungsbereich des Gesetzes, so ist das Finanzamt örtlich zuständig, in dessen Bezirk die Tätigkeit im Geltungsbereich des Gesetzes vorwiegend ausgeübt oder verwertet wird oder worden ist.


Ich hoffe, Ihnen einen ersten Einblick in die Rechtslage verschafft zu haben.

Nachfrage vom Fragesteller 09.10.2010 | 15:06

Sehr geehrter Herr Koca!
Für Ihre Stellungnahme danke ich und sehe die Sache etwas klarer. Mir ist nur ein Punkt nicht deutlich. Sie schrieben „wenn ich Gewinne in Deutschland machen würde."
Wann mache ich Gewinn in Deutschland, und wann in Thailand.
Ich kaufe in Deutschland Maschinen im Wert von x Euro und verschicke diese nach Thailand. Nach meiner Rückkehr in Thailand lege ich den Wert fest, den meine Firma nach Deutschland überweist, also x + Gewinn. Den Gewinn sende ich wieder zurück nach Thailand auf mein Privatkonto. Da ich in Thailand steuerpflichtig bin und ich in Thailand die Entscheidung treffe, ob und wieviel Gewinn ich bei diesem Handel mache, so müsste ich den Gewinn doch eigentlich dort verbuchen. Der Besuch in Deutschland ist doch reine Abwicklung.
Anfang des Jahres hatte ich eine Maschine in Frankreich gekauft, die Bezahlung und die Verschiffung aber über Deutschland abgewickelt. Bin ich für die Maschine in Frankreich, in Deutschland oder in Thailand steuerpflichtig, wo der Gewinn letztendlich auf meinem Konto landete?

Was ist ausschlaggebend dafür, wo man Gewinn macht?



Über eine kurze erweiternde Information würde ich mich freuen und verbleibe mit herzlichem Gruß.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.10.2010 | 16:51

Es ist natürlich was anderes, wenn Sie auch den Einkaufswert zzgl, der Pauschale für Ihre Leistung bzw. Gewinn nach Deutschland auf Ihr Konto in Deutschland überweisen. In diesem Fall machen Sie Verluste in Thailand und Gewinne in Deutschland, wobei es in DE zwei Einkünfteermittlungsarten gibt (Bilanzen und Einkommensüberschussrechnung).

Wenn Sie hierher kommen als Vertreter Ihres Unternehmers und lassen sich von Ihrer Firma in Thailand durch Gehalt zahlen und die Maschine für den gleichen Preis nach Thailand verschiffen bzw. die Rechnung einfach weiterreichen an Ihre Firma in Thailand und sich dabei eines deutschen Kontos bedienen, dann haben Sie hier gar keine Einkünfte.

Für Sie wäre vielleicht Errichtung einer Niederlassung nahc deutschem Recht hier in Erwägung zu ziehen, weil die Bundesregierung für mittelständische investierende Unternehemer in den ersten Jahren nach der Gründung gute Besteuerungsgrundlagen geschaffen hat. Wenn Sie Interesse über die Möglichkeit der wirtschaftlichen Betätigung in Deutschland haben, kann ich Sie per Direktanfrage beraten, welche Geselschaftsforum für Sie in Betracht käme und mit welchen Kosten für die Gründung Sie rechnen müßten, sowie mit der späteren Möglichkeiten, Besteuerungsgrundlage zu mindern.

MIt besten Grüssen aus dem sonnigen Frankfurt!

Bewertung des Fragestellers 09.10.2010 | 17:28

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