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Kauf über eBay Kleinanzeigen, nur Teilbetrag bezahlt, Verkäufer schaltet Anwalt ein

17.10.2015 12:31 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Guten Tag,

ich habe zwei Konzertkarten über eBay Kleinanzeigen gekauft. Der Verkäufer hat die Karten per Expressversand an mich verschickt und ich sollte anschließend die Überweisung tätigen. Da in dem Brief, denn ich am nächsten Tag erhalten hatte, nur eine der beiden Karten war, habe ich infolgedessen auch nur einen Teilbetrag (die Hälfte und die Versandkosten) überwiesen.
Ich dachte mir, warum soll ich mich mit dem Verkäufer streiten und habe den Mangel erstmal nicht mitgeteilt, sondern einfach den Betrag überwiesen und weiter nichts unternommen.

Nun habe ich ein Schreiben von einer Anwaltskanzlei erhalten, in dem der Verkäufer den Restbetrag zuzüglich Anwaltsgebühren fordert und mit gerichtlichen Schritten droht. Außerdem steht darin, dass der Verkäufer mir eine letzte Zahlungsfrist gesendet hätte, die ich aber nie erhalten habe. Muss ich dies beweisen können?

Muss ich beweisen, dass nur eine Karte ankam oder muss er beweisen, dass er beide Karten versendet hat?

Muss ich mit gerichtlichen Schritten gegen mich rechnen und muss ich die Kosten übernehmen, obwohl ich mir nichts vorzuwerfen habe?

Es handelt sich bei Käufer und Verkäufer um private Personen.

Vielen Dank im Voraus!

Sehr geehrte Ratsuchende,


bei einem Privatverkauf muss der Verkäufer "nur" nachweisen, dass er die Ware dem Transporteur (Post, DHL, etc) ordnungsgemäß übergeben hat. Damit geht dann das Risiko auf den Käufer über.

Etwas anderes gilt nur, wenn es ausdrücklich vereinbart worden ist, oder es sich um einen gewerblichen Verkäufer handelt.

So einen Nachweis kann der Verkäufer z.B. durch Zeugen erbringen. Ich würde an Ihrer Stelle davon ausgehen, dass solche Zeugen vorhanden sein werden.

Sie als Käuferin müssten nun den Nachweis erbringen, dass der ordnungsgemäß zum Transporteur gegebenen Warenumschlag bei Ihnen nicht vollständig angekommen ist.

Dazu müssten Sie aber auch nachweisen, dass es noch der original verschlossene Umschlag gewesen ist.

Denn sollte z.B. auf dem Transport die Ware teilweise abhanden gekommen sein, wäre das dann Ihr Problem.

Sie müssten also nachweisen, dass der vom Verkäufer benutzte Umschlag nicht unterwegs geöffnet worden ist und der Umschlag nur eine Karte enthalten hat.

Und ein Richter wird Sie dann sicherlich fragen, warum Sie das nicht gleich beim Verkäufer bemängelt haben.

Zwar besteht insoweit keine Pflicht, aber das Unterlassen einer solchen Mängelrüge wird dann bei der Beweisfrage sicherlich nicht zu Ihren Gunsten ausfallen.

Ob Sie eine Mahnung bekommen haben, dürfte egal sein, wenn ein bestimmter Zahlungszeitpunkt schon vereinbart worden ist. Nach Überschreiten befinden Sie sich dann mit der Zahlung in Verzug.

Sie werden also wohl mit gerichtlichen Schritten rechnen müssen. Und bei der Beweislage spricht viel dafür, dass Sie verlieren werden.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 17.10.2015 | 13:51

Vielen Dank für Ihre ausführliche Stellungnahme.

Die Sachlage sieht für mich nun leider nicht gut aus.

Soll ich also lieber gleich den Restbetrag und die Anwaltsgebühren bezahlen, bevor ein Gerichtsverfahren eventuell noch viel teurer wird?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.10.2015 | 14:25

Sehr geehrte Ratsuchende,

nach Ihrer Schilderung wird das Sinn machen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle, Oldenburg

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