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Kauf eines gebrauchten PKW - 1 1/2 später stellt sich raus etwas war defekt


| 10.03.2005 15:20 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Ich habe mir im August 2003 ein Auto (gebraucht) von einem Händler gekauft. Bei der Probefahrt war mir und einem Freund, der dabei war, aufgefallen, dass beim Anfahren vom Auspuff her ein rasselndes Geräusch kam. Es war nicht extrem störend, aber gut hörbar (nicht wirklich im Auto, aber außerhalb). Wieder beim Autohändler sprach ich den Verkäufer darauf an, der zwar davon nichts wusste, aber mir anbot, den Werkstattmeister noch einmal danach zu fragen. Das Auto wurde zunächst einmal für mich reserviert und ich hatte ein paar Tage Bedenkzeit. Als ich dann wieder zum Autohaus kam, um den Wagen zu kaufen, fragte ich zuerst nach, was denn wegen des Auspuffs herausgekommen sei. Der Verkäufer sagte mir, der Meister hätte ihm gesagt, das sei bei diesem Autotyp normal. Ich habe diese Aussage so hingenommen, weil mich das Rasseln auch nicht sonderlich störte.

Ich habe also das Auto gekauft und in der Folgezeit fiel mir auf, dass das Rasseln durchaus auch lauter sein konnte, als es bei der Probefahrt war. Allerdings nie so laut, dass man es im Innenraum hört. Draußen oder bei heruntergelassenem Fenster allerdings teilweise doch recht heftig.

Als ich heute mein Auto wegen einer Jahresinspektion in die Werkstatt gebracht habe, hat ein Techniker den Wagen einmal kurz auf die Hebebühne gefahren und angehoben und dabei auf den ersten Blick gemerkt, dass ein sog. „Flexrohr“ defekt sei. Dieses sei für das Rasseln verantwortlich. Das hat zwar bisher keinen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit des Autos, müsste aber prinzipiell schon irgendwann einmal ausgetauscht werden - Kostenpunkt 600 €. Es ist also anzunehmen, dass dieses Rohr auch schon beim Kauf defekt war.

Sehe ich das richtig, dass ich hier aus §§ 437 Nr. 1, 439 I gegen den Verkäufer, der mir das Auto damals mit TÜV und komplett inspiziert verkauft hatte und außerdem diesen Mangel in der Mängelliste nicht angegeben hatte, Anspruch auf Beseitigung des Mangels habe? Gibt es beim Autokauf irgendwelche Sondervorschriften oder Einschränkungen der RSpr, die ich hier beachten müsste?
Cic schließe ich wegen des wohl fehlenden Vorsatzes in diesem Fall einmal aus.
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Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Da Sie Ihren PKW nach 2001 erworben haben gilt Folgendes:

Für Gebrauchtwagen müssen Händler seit 2002 generell mindestens ein Jahr Gewährleistung einräumen. Der kommerzielle Verkäufer hat die Möglichkeit, den Zustand für gebrauchte Fahrzeuge vertraglich festzuhalten. Somit wird lediglich eine vertragsgemäße Beschaffenheit geschuldet.

Sie müssen als Kunde generell nicht mehr den Nachweis führen, dass ein Mangel schon beim Kauf eines Autos vorhanden war. Innerhalb des ersten halben Jahres wird automatisch vermutet, dass der PKW bereits von Anfang an fehler- oder mangelhaft war. Erst nach dieser Frist liegt die Beweislast wieder bei Ihnen.

Dies bedeutet, Sie haben zum Einen Anspruch auf Beseitigung des Mangels. Sollte der Kauf weniger als 6 Monate zurückliegen, würde angenommen, dass der Mangel von Beginn an vorlag. Sollte der Kauf länger zurückliegen, müssten Sie den Mangel beweisen, was mit Ihrem Zeugen (Freund) auch möglich erscheint.

Als Beweismittel dient hier auch die Aussage des Technikers, welcher das Fahrzeug nun begutachtet hat.

Die Beweislage für Sie ist also als gut einzuschätzen.

Weitere Sondervorschriften für den PKW Kauf greifen hier nicht.

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt
www.net-rechtsanwalt.de



Nachfrage vom Fragesteller 10.03.2005 | 15:42

Hallo, vielen Dank für die schnelle Antwort!
Eine kurze Nachfrage. Verstehe ich das richtig, dass, da zumindest ein Indiz, das auf den Fehler hinweist, von Anfang an da war und ich dies auch belegen könnte, der Händler den Nachweis führen müsste, dass das Auto mangelfrei war und die Beweislast nicht deswegen zu meinen Lasten geht, weil ich es erst jetzt bemerkt habe?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.03.2005 | 15:58

Nach Ablauf von 6 Monaten müssen Sie den Mangel beweisen. Allerdings dürfte dies Ihnen nicht schwerfallen, da Sie durch Zeugen beweisen können, dass der Mangel dem Verkäufer bereits bei Kauf bekannt war.
Die Beweislastumkehr kommt leider nur bis 6 Monate nach dem Kauf zum tragen.

Bewertung des Fragestellers |


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