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Kauf eines Gebrauchtschlepper


06.12.2006 21:49 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas M. Boukai



Sehr geehrte Damen und Herren

Wir haben dieses Jahr im September einen gebrauchten Schlepper gekauft. Den Schlepper haben wir von einem Händler für 35.000€ inklusive einer auf der Rechnung ausgewiesen MwSt erworben. Der Schlepper ist ein Fendt Xylon Baujahr 1997 und hat 4300 Betriebsstunden gelaufen. Wir haben jetzt ca 200 Betriebsstunden mit der Maschine gearbeitet. Mittlerweile habe ich festgestellt dass der Schlepper einige technische Mängel hat. So ist z.B.: die Zylinderkopfdichtung undicht und die Kupplung sehr verschlissen , welches an einigen Leckstellen am Kupplungsgeber zu erkennen ist. Die Reparaturen würden in einer Fachwerkstatt ca 6000€ kosten.

Nun meine Fragen:

1. Ist die Rechnung des Händlers genauso gut wie ein Kaufvertrag, weil eigentlich kein richtiger Vertag abgeschlossen wurde!

2. Gibt es in so einem Fall überhaupt eine Gewährleistung und wie lange hält diese an?

3. Muß der Händler für diese Schäden aufkommen oder evtl.zum Teil (Kupplung, Zylinderkopf)?


Vielen dank im voraus für Ihre Bemühungen

Mit freundlichen Grüßen

H.J.P.

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Sehr geehrte(r) Fragensteller(in).
Aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage wie folgt.
1.Für den Kauf von beweglichen Sachen, wie etwa hier den Schlepper, ist die Schriftform des Kaufvertrages nicht erforderlich. Dieser kann auch mündlich geschlossen werden. Eine Rechnung kann hier im Streitfall als Beweis dienen. In Ihrem Fall wird aber niemand den Kauf abstreiten können bzw. wollen.
2.Grundsätzlich hat der Käufer einer Sache bei Mängeln im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung primär Anspruch auf Nachbesserung, dann Minderung des Kaufpreises oder Rücktritt vom Kaufvertrag und/oder Schadenersatz. Für die Verjährung gibt es Fristen.Diese Beträgt in der Regel zwei Jahre.
Da es sich vorliegend um den Kauf einer gebrauchten Sache handelt ist es entscheidend ob Sie nun als Unternehmer oder als Verbraucher gekauft haben. Ihrem Vertragspartner unterstelle ich einmal (aufgrund der von Ihnen genannten Rechnung) als Unternehmer gehandelt zu haben. Gegenüber einem Verbraucher ist die Verkürzung der Gewährleistung auf ein Jahr möglich. Gegenüber einem Unternehmer kann diese ganz ausgeschlossen werden. Sofern hierzu nichts vereinbart wurde haben Sie also in beiden Fällen (als Verbraucher oder Unternehmer) die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren. Behauptet der Verkäufer etwa den Ausschluss oder eine Verkürzung wäre vereinbart, so ist er hierfür beweispflichtig. Der Verkäufer haftet selbstverständlich für die genannten Mängel sofern diese Ihnen nicht beim Kauf bekannt gewesen sind oder Ihnen diese infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt geblieben sind und der Verkäufer diese Arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Sache übernomen hat.
3.Sofern der Mangel wie bereits erwähnt erst nach dem Kauf erkennbar war haben Sie Anspruch auf Nachbesserung, Minderung, Rücktritt oder Schadenersatz. Bei gebrauchten Sachen sind jedoch je nach Alter die normale Abnutzung und Verschleißteile nicht unbedingt als Mangel anzusehen. Wenn jedoch die von Ihnen beschriebenen Mängel nicht auf normaler Abnutzung beruhen hätten Sie hier einen Anspruch gegen den Verkäufer.
Haben Sie als Verbraucher gekauft besteht in den ersten 6 Monaten nach dem Kauf eine Beweislastumkehr zu Ihren Gunsten. So wird innerhalb dieser Frist angenommen, dass der Mangel bereits bei Übergabe der Sache vorhanden war.
4.Zunächst einmal sollten Sie heruasfinden welcher Art der Mangel ist (kein normaler Verschleiß, keine fehlerhafte Bedienung Ihrerseits, etc.). Dann sollten Sie den Verkäufer auf die Mangelhaftigkeit hinweisen und Nachbesserung verlangen. Verweigert er diese oder schlägt sie zweimal fehl, so können Sie entweder den Kaufpreis mindern, vom Vertrag zurücktreten oder Schadenersatz verlangen.

Ich hoffe Ihre Fragen zufrieden stellend beantwortet zu haben.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.
Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf Ihren Angaben beruht und sich die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes nur bei Kenntnis aller Details der Sache vollumfänglich und sicher treffen lässt.
Mit freundlichen Grüßen,
Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -
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