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Kauf einer Einbauküche-Arbeitsplattenaustausch


11.07.2005 19:24 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden


Wir haben im Januar letzten Jahres eine Einbauküche incl. Arbeitsplatte und Elektrogeräte in einem Musterhausküchenfachgeschäft gekauft. Bei der Küche handelte es sich um eine hochwertige Ausstellungküche der Marke Pronorm. Die Arbeitsplatte wurde von einer Granitfirma angefertigt in Blue Pearl Granit.
Die Küche wurde am 12.07.2004 eingebaut. Die Arbeitsplatte sollte eine Woche später eingebaut werden, doch es verzögerte sich um vierzehn Tage. Obwohl die Küche vierzehn Tage nicht genutzt werden konnte, zahlten wir dem Küchenhaus einen Abschlagspreis und behielten 20 % ein. Als die Arbeitsplatte ein-gebaut war, stellten wir fest, dass es sich hierbei nicht um den gewünschten Granit handelte, vielmehr um einen Granit einer schlechteren Güteklasse mit weißen Anteilen statt mit blauen. Wir reklamierten mündlich und erhielten die Zusage, dass die Arbeitsplatte ausgetauscht werde. Mittlerweile ist fast ein Jahr rum. Im Oktober letzten Jahres mussten wir uns einen Granit bei der Firma ansehen, der dann für unsere Arbeitsplatte vorgesehen war. Anfang Juli erhielten wir ein Schreiben, in dem wir auf unsere Mitwirkungspflicht hingewiesen wurden. Wir sollen nun innerhalb vier Wochen den Austausch vornehmen lassen.
1. Wie lange ist eine angemessene Zeit für eine Mängelrüge?
2. Müssen wir einen im Oktober angesehenen Granit austauschen lassen ohne zu wissen, ob es sich um den richtigen handelt?
3. Können wir von dem Vertrag zurücktreten und uns von einem anderen Händler eine Platte machen lassen?
4. Können die 20 % Abzug noch eingefordert werden bzw. wieviel Prozent können selbst nach einem Austausch einbehalten werden?
11.07.2005 | 20:26

Antwort

von


141 Bewertungen
Nürnberger Strasse 24
63450 Hanau
Tel: 06181-6683 799
Web: www.glatzel-partner.com
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Sehr geehrte Rechtssuchende,

da es um den Einbau einer Einbauküche geht, richtet sich dieser Vertrag nach Kaufvertragsrecht.

Da die Küche nicht mit dem richtigen Marmor, sondern mit einer minderwertigen Marmorsorte besetzt wurde handelte es sich auch um einen Mangel gem. § 434 BGB.

Daher stehen Ihnen auch die Ansprüche aus § 437 BGB zu. D.h. Sie haben Anspruch auf Lieferung einer neuen Küche oder Einbau einer Platte mit dem richtigen Marmor. Wird dies durch den Verkäufer nicht erbracht, dann können Sie natürlich vom Vertrag zurücktreteten. Ansonsten haben Sie auch die Möglichkeit den Kaufpreis zu mindern.

Bedenken Sie aber, die Verjährungsfrist beträgt nur zwei Jahre, danach können Sie keine Rechte mehr geltend machen. Ich rate Ihnen daher, sich ab jetzt zu beeilen.

Übersenden Sie dem Küchenhaus ein Schreiben, in dem Sie Ihm eine Frist von drei Wochen geben die vertraglich vereinbarte Marmorplatte einzubauen. Nennen Sie ein genaues DAtum. Schreiben Sie weiter, dass Sie vom Kaufvertrag zurücktreten und den Kaufpreis zurückverlangen, wenn Sie bis dahin nicht die richtige Platte eingebaut haben.Geben Sie für den Fall der Nichterfüllung auch ein Datum an bis zu dem der Kaufpreis zurückzuzahlen ist. Sollten Sie gezwungen sein, die Küche auf Ihre Kosten wieder ausbauen zu lassen, können Sie diese Kosten natürlich noch als Schadensersatz geltend machen. Das sollten Sie auch androhen. Schicken Sie dieses Schreiben per Einschreiben mit Rückschein und behalten Sie eine Kopie des Schreiben für die Unterlagen. Sollten Sie als Ehepaar gemeinsam den Kaufvertrag unterschreiben haben, dann sollten Sie dieses Schreiben auch gemeinsam unterschreiben.

Kommt das Küchenhaus Ihrer Rückzahlungsforderung nicht nach, dann legen Sie unbedingt dieses Jahr noch Klage ein, um die Frist zu Verjährungsfrist zu wahren.

Wenn Sie vom Vertrag nicht zurücktreten wollen, können Sie natürlich den Kaufpreis auch mindern.
Die Minderung berechnet sich wie folgt:

Sie ziehen den Verkehrswert der Einauküche mit dem minderwertigen Marmor von dem Verkehrswert der Küche mit hochwertigen Marmor ab. Die Differenz ist der Wert uim den Sie mindern können.

Beispiel: Einbauküche mit hochwertigen Marmor Verkehrswert 8.000

./. Einbauküche mit minderwertigen Marmor VK 5.000

Betrag um den gemindert werden darf 3.000 EUR.

Allerdings müssten Sie wahrscheinlich erst durch einen Sachverständigen die Verkehrswerte ermitteln lassen.

Sie sollten die Minderung schriftlich per Einschreiben mit Rückschein erklären. Geben Sie darin den Wert an, um den gemindert werden soll. Behalten Sie eine Kopie des Schreibens für die Unterlagen. Sollten Sie als Ehepaar gemeinsam die Küche gekauft haben, dann unterschreiben Sie unbedingt beide.
Wenn Sie mindern wollen, dann schicken Sie den Brief unbedingt noch in diesem Jahr ab.

Sollte der Vertrag alleine mit dem Küchenhaus über die Einbauküche geschlossen worden sein, dann ist dieses Unternehmen auch der richtige Geschäftspartner gegenüber dem Sie mindern oder zurücktreten können, soweit in den Vertragsgeschäftsbedinmgungen nichts anderes vereinart sein sollte. Sollten Sie allerdings mit Blue Pearl Granit einen Extra Vertrag abgeschlossen haben, dann wäre dieses Unternehmen der richtige Ansprechpartner.

Ich rate Ihnen auf jeden Fall,sich mit der Geltendmachung Ihrer Ansprüche ab jetzt zu beeilen.

Im Übrigen kommen Sie Ihrer Mitwirkungspflicht als Gläubiger schon dann nach, wenn Sie die Handwerker zur Monatge der Platte in Ihr Haus zum vorgesehenen Termin reinlassen.


Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben und stehe Ihnen zur Durchsetzung Ihrer Rechte gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 11.07.2005 | 20:43


Falls die Platte ausgetauscht wird, woher können wir dann davon ausgehen, dass es sich um den Granit handelt, den wir im Oktober gesehen haben? Was wenn es schon wieder der falsche ist? Können wir auch eine andere Firma beauftragen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.07.2005 | 10:14

Sehr geehrte Rechtssuchende,

natürlich kann Ihnen niemand garantieren, dass Ihnen der Granit geliefert wird, den Sie sich angesehen haben.

Eine andere Firma, die Ihnen die richtige Marmorplatte liefert können Sie grundsätzlich nur dann beauftragen, wenn es sich bei der Lieferung und dem Einbau der Marmorplatte um einen Werkvertrag handelt. Steht allerdings in erster Linie die Lieferung der Platte und keine Werkleistungen im Vordergrund des Vertrages ( zB Platte existiert nur im Rohzustand muss zunächst speziell auf die Küche zugeschnitten werden ) findet weiterhin Kaufrecht Anwendung.
Sollte also die Werkleistung im Vordergrund stehen und es sich deshalb um einen Werkvertrag handeln, dann können Sie dem Händler bei einer falschen Platte schriftlich eine Nachfrist zum Einau und Lieferung der richtigen Platte liefern. Sollte die Nachfrist dann nicht eingehalten worden sein, können Sie eine andere Firma beauftragen und auf Kosten des Händlers eine neue Platte liefern und einbauen lassen.

Sollte es sich allerdings um einen Kaufvertrag handeln, dann können Sie nach einer schriftlichen Nachfrist zwar auch selber beseitigen. Sie können aber nicht die Selbstbeseitigungskosten dem Händler ohne weiters in Rechnung setzen. Vielmehr muss Ihnen der Händler nur dass erstatten was IHM an Aufwendungen durch IHRE Selbstbeseitigung erspart wurde.
Des Weiteren verlieren Sie alle Kaufvertragsrechte. D.h. die Selbstbeseitigung im Kaufrecht ist eher nachteilig.

Sollten Sie sich nicht sicher sein, welche Vertragsform bei Ihnen Anwendung findet, dann setzen Sie lieber eine Nachfrist mit Rücktrittsandrohung, dann gehen Sie zumindest sicher, dass Ihnen der volle Kaufpreis zurückerstattet wird, des Weiteren können Sie auch noch Schadensersatzansprüche geltend machen.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt

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