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Katzenurin auf Holzboden


| 13.12.2012 09:40 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth



Meine Katze hat den Holzboden meiner Mietwohnung durch Urin beschädigt, so dass nach meinem Auszug im Oktober der Holzboden abgeschliffen werden musste. Es handelt sich hierbei um einen unbehandelten Holzboden. Der Boden wurde vor 9 Jahren verlegt und seitdem nicht mehr abgeschliffen. Nun fordert mein ehemaliger Vermieter von mir die Kosten von 2200 Euro. Der Boden hatte bei Einzug im Jahr 2007 allerdings schon leichte Gebrauchsspuren, die auch im Mietvertrag festgehalten wurden. Ausserdem befanden sich einige kleine Löcher von einem Regal im Boden. Meine Privathaftpflicht hat den Schadenersatz abgelehnt, da es sich um wiederkehrende Verunreinigung durch die Katze handelt.
Jetzt meine Frage: Muss ich tatsächlich die vollen Kosten übernehmen?
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:


Nach § 538 BGB hat der Mieter Veränderungen oder Verschlechterungen der Mietsache, die durch den vertragsgemäßen Gebrauch herbeigeführt werden, nicht zu vertreten.

Wenn die Katze allerdings wiederholt und mehrfach auf den Holzboden uriniert hat, gehören die davon herrührenden Abnutzungen/Beschädigungen des Holzbodens nach meiner Auffassung nicht zum üblichen Mietgebrauch.

Damit könnte der Vermieter einen Anspruch nach § 280 Absatz 1 BGB geltend machen.

Ein Ersatzanspruch könnte sich darüber hinaus auch unter dem Gesichtspunkt der Tierhalterhaftung nach § 833 BGB ergeben.

Nach § 833 Absatz 1 Satz 2 BGB tritt die Schadenersatzpflicht nicht ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, das dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt ist, und entweder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde.
Bei wiederholtem und mehrfachem Urinieren durch die Katze kann hiervon nach meiner Ansicht nicht ausgegangen werden.

Vor diesem Hintergrund, und vorbehaltlich einer eingehenden Prüfung in Kenntnis des Mietvertrages sowie der tatsächlichen Schäden vor Ort, sind Sie leider zum Schadenersatz verpflichtet.

Ob die geltend gemachten Kosten angemessen sind, kann von hier aus selbstredend nicht geprüft werden.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.




Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -

Rechtsanwaltskanzlei K. Roth
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Tel. 040/317 97 380
Fax: 040/31 27 84
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20459 Hamburg
Bewertung des Fragestellers 13.12.2012 | 10:59


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