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Katze mit Gendefekt verkauft

04.04.2015 12:09 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Wir haben im Jahr 2013 ein American Wirehair Kitten gekauft, das aufgrund eines Gendefektes (Lungenfibrose) am 26. 3.2015 eingeschläfert werden musste.

Im Vertrag steht folgender Zusatz:

Es ist möglich, dass American Wirehair Katzen eine Krankheit bekommen, die ähnlich dem Felinen Asthma ist. Leider ist es dem Züchter nicht möglich, die Katzen aufgrund der Seltenheit auf diese Krankheit untersuchen zu lassen. Sollte Ihre Katze nun diese Krankheit bekommen, hat der Käufer Anspruch auf ein kostenloses Ersatztier.

Von einer tödlich verlaufenden Krankheit war nie die Rede, obwohl die Züchterin zu diesem Zeitpunkt bereits wusste, dass mehrere Katzen erkrankt waren, bzw. sind und auch eingeschläfert wurden.

Die Diagnose "Lungenfibrose" erfolgte allerdings erst Anfang letzten Jahres durch die Obduktion eines eingeschläferten Tieres.

Haben wir in diesem Fall Anspruch auf Erstattung der sehr hohen Tierarztrechnungen und des Kaufpreises ? Sie hat uns auch bereits ein Ersatztier angeboten.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich gelten bei einem Tierkauf über § 90a BGB die kaufrechtlichen Gewährleistungsrechte gemäß der §§ 437 ff. entsprechend. Der Verkäufer haftet daher dem Käufer gegenüber für Mängel (§ 434 BGB) des Tieres, die bei Übergabe des Tieres bestanden haben. Diese Gewährleistungsfrist beträgt grundsätzlich 2 Jahre.

Ein Gendefekt, der letztendlich zum Tode führt, kann durchaus als Mangel eingestuft werden. Schadenersatz kann aber nur verlangt werden, wenn der Züchter für den Gendefekt einzustehen hat. Dies wäre der Fall, wenn der Züchter bei Anwendung der erforderliche Sorgfalt den genetischen Fehler hätte verhindern können, z. B. durch vorherige Gentests bei den Zuchttieren. Inwieweit dies bei Ihnen der Fall gewesen ist, wird wohl nur ein Sachverständiger beurteilen können. Von dieser Beurteilung würde es dann auch abhängen, inwieweit der vertragliche Gewährleistungsausschluss hier greifen würde.

Bejaht man einen Mangel, der nicht vom Gewährleistungsausschluss umfasst war, hätte der Käufer zunächst ein Recht auf Nachbesserung gehabt, d.h. ihm hätte Gelegenheit gegeben werden müssen, den Mangel selbst zu beseitigen, indem er z.B. einen geeigneten Tierarzt beauftragt (es sei denn es handelt sich um eine dringende Notfallbehandlung, dann darf der Käufer zum Schutze des Tieres selbst einen Tierarzt aufsuchen). Haben Sie direkt den Tierarzt beauftragt, ohne den Verkäufer die Möglichkeit einer eigenen Beauftragung zu geben, muss der Verkäufer die Tierarztkosten regelmäßig nicht erstatten (wenn kein akuter Notfall vorlag).
Auch ein Rücktritt vom Kaufvertrag und Rückzahlungsanspruch des Kaufpreises erfordert in der Regel, dass dem Verkäufer Gelegenheit zur Nachbesserung gegeben wird. In diesem Zusammenhang müsste dann durch einen Sachverständigen auch geprüft werden, ob eine erfolgsversprechende Behandlung überhaupt möglich gewesen wäre.

Insofern besteht zumindest nach Ihrer kurzen Schilderung zunächst nur der vertragliche und von der Züchterin zugestandene Anspruch auf ein Ersatztier. Ob daneben auch Ersatz- und Rückzahlungsansprüche bestehen, kann leider nicht abschließend beurteilt werden - dies hängt von den oben genannten Punkten ab und kann wohl nur mit Hilfe eines Sachverständigen endgültig geklärt werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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