Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Katze Freiläufer Mietwohnung


01.09.2007 13:18 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler



Vor gut einem Jahr nahmen wir eine zugelaufene Katze (Kater) auf. Laut Tierarzt war er
ca. 1 Jahr alt. Hatte vorher etwas im Internet bezüglich Katzenhaltung in einer Mietwohnung recherchiert. Dort hieß es meist, Katzen könnten grundsätzlich gehalten werden. Aus diesem Grund sahen wir auch keinen Anlass, beim Vermieter eine Erlaubnis einzuholen. Mittlerweile
musste ich aber feststellen, dass hier jedes Gericht eigene Ansichten offenbart.
(frage mich ernsthaft, wie so Etwas überhaupt möglich ist. Für mich einfach nicht nachvollziehbar ??)
Aber was ist gesetzmäßig in Deutschland überhaupt noch nachvollziehbar ?
Laut Mietvertrag werden Katzen und Hundehaltung nur mit Einwilligung des Vermieters gestattet.
Bis Ende Mai 2007 traten auch keine Probleme auf, bis wir dann am 22.05.2007 eine Abmahnung des Vermieters erhielten. Hier wurden wir aufgefordert dafür zu sorgen, die Katzen ! nicht frei im Mietobjekt laufen zu lassen. Hierzu muss ich sagen, dass wohl davon ausgegangen wird , wir besäßen 2 Katzen. Die Andere gehört jedoch unseren Nachbarn, dies schon seit ca. 5 Jahren. (Auch ohne Einholung einer Genehmigung.) (Eine weitere Mieterin hält 3 Katzen, allerdings nur in der Wohnung, mit Genehmigung.) Da es sich jedoch bei unserem Kater um einen Freiläufer handelt , ist ein völliges Wegsperren unmöglich. Die ganze Angelegenheit beruht auf Beschwerden anderer Mieter, die plötzlich nicht ertragen können , dass unsere Katze gelegentlich (selten) deren Terrasse besucht. (Meiner Kenntnis nach eventuell nur eines Mieters, mit dem ich auch ein Gespräch im Beisein meines Nachbarn führte. Hier erzählte dieser Mieter auch freimütig, er habe auch schon Nagel-Fallen aufgestellt. Da ich von diesem dann die Zusage erhielt die Katze von seiner Terrasse holen zu dürfen, falls nötig, habe ich dort auf einem Gartenstuhl unter einer Plane ein großes Stück Pappe entdeckt, gespickt mit ca. 50 Nägeln....von ca. 30mm Länge !! Darf man SOWAS ? Terrasse frei zugänglich...auch für KINDER !)
Bei geöffneten Türen soll unser Kater auch schon mal deren Wohnung betreten haben.
Dies ist jetzt kaum noch der Fall, da die anfängliche Neugier mittlerweile nachgelassen hat. Meist hält
unsere Katze sich mittlerweile nachts draußen auf , tagsüber in der Wohnung oder auf unserer Terrasse. Dies haben wir sowie unsere Nachbarin nach Wochen intensiver Beobachtung eindeutig feststellen können. Mitte Juni folgte die 2.te Abmahnung:! Kennzeichnung 1
Wollte hier Fotos einfügen, funktioniert leider nicht. Bitte hier Einsicht nehmen:
........freenet-homepage.de/Reldom/Gonzo.jpg (exakt so eingeben) (3Fotos zusammengefügt)
........und hier mal unser Gonzo....../Gonzo1.jpg

Und am 28.08.2007 ..... Kennzeichnung 2
Schäden oder Verunreinigungen wären uns mit Sicherheit zugetragen worden, daher absoluter Blödsinn. Noch nie in mittlerweile 1 Jahr ist diesbezüglich etwas passiert. Von Mietern der Wohnanlage direkt neben uns ist unser Kater sogar schon gelobt worden. Seit er dort seine Streifzüge unternimmt , sind keine Ratten mehr dort. Dies gilt auch für unsere Wohnanlage, hier tanzten die Ratten auf den Mülltonnen......seit einem Jahr wurde keine Ratte mehr gesichtet !
Meine Fragen: Kann ich aus den bisher erhaltenen Schreiben eventuell eine „Genehmigung“
der Katzenhaltung ableiten , da ja einer Haltung in der Wohnung nichts entgegensteht, sondern
gefordert wird ? Wenn einem Mieter Katzenhaltung erlaubt wird, kann es dann Anderen überhaupt verwehrt werden...Gleichbehandlung ?
Muss ich überhaupt reagieren, da hier eindeutig falsche Behauptungen vorgebracht werden .
Mehrere Katzen ! ?
Wie sähe es aus, wenn eine Person (Hauseigentümer) in direkter Nähe Eigentümer z.B. unserer Katze wäre. Als “Freiläufer“ wäre sie dann ja auch häufig bei uns im Gelände. Habe hier nur Urteile gefunden, das Katzen nicht eingesperrt werden müssen und Nachbarn gelegentliches streunen dulden müssen.
Hier ein Beispiel von vielen....Kennzeichnung 3

Mit freundlichen Grüssen
J.M.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Die Katzenhaltung ist dann grundsätzlich gestattet (außer wenn dies aus sachlichen Gründen untersagt werden kann), wenn der Mietvertrag keine Regelungen zur Tierhaltung enthält.

Zunächst wäre die Wirksamkeit der Tierhaltungsklausel zu überprüfen: Wenn auch Kleintiere vom Verbot umfasst sind, ist die Klausel ungültig (so. AG Konstanz, Urteil vom 26.04.2007, Az. 4 C 62/07) und die Aufforderung der Gegenseite kann – wenn keine sachlichen Gründe der Tierhaltung entgegenstehen - zurückgewiesen werden.

Ist dies aber nicht der Fall, muss die Erlaubnis der Vermieterseite eingeholt werden. Vorbehaltlich der Prüfung weiterer Dokumente (insbesondere der Abmahnungsschreiben), scheint diese Erlaubnis im Hinblick auf eine Haltung des Katers innerhalb der Wohnung erteilt worden zu sein. Allerdings haben Sie sich nicht an diese Auflage gehalten, da sich der Kater weiterhin im Freien aufhält. Die Tatsache, dass er offenbar fremde Wohnungen betritt/betreten hat, kommt erschwerend hinzu. Im Hinblick auf die Auseinandersetzung ist es unbeachtlich, dass bei Ihnen die Haltung von zwei Katzen vermutet wird, da Sie ja zumindest eine halten und sich die Aussagen dann eben nur auf den Kater beziehen.

Sie sollten versichern, den Kater künftig nur noch in der Wohnung zu halten (und dies dann auch tun) und mit Hinblick auf die Katzenhaltung in anderen Wohnungen (gehören diese dem gleichen Vermieter?) auf eine Genehmigung aus Gleichbehandlungsgründen bestehen. Eine Reaktion ist auf jeden Fall erforderlich, da ansonsten (mit ggf. erheblichen Mehrkosten verbundene) gerichtliche Maßnahmen gegen Sie drohen. Allerdings könnte eine solche Versicherung aus Gründen des Tierschutzes sittenwidrig sein, was aber nicht ausschließt, dass Sie den Kater ggf. dennoch in andere Hände geben müssen.

Wenn ein Nachbar den Kater halten würde, wäre die Angelegenheit anders zu beurteilen, da Ihr Vermieter dann zur Duldung verpflichtet wäre. Hier geht es aber leider um Ihr Vertragsverhältnis.

Ich rate Ihnen dazu, mit einem Rechtsanwalt vor Ort gegen die Aufforderung des Vermieters vorzugehen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 14.09.2007 | 13:38

Sehr geehrter Herr RA Böhler,
Danke erstmal für die schnelle Antwort.Habe eine entsprechenden Brief geschrieben und darin auch deutlich gemacht, daß wir uns momentan intensiv um eine neue Wohnung bemühen.Haben diesbezüglich auch schon gute Aussichten.Fanden auch einen neuen "Halter" für unsere Katze (vorübergehend und in der Nähe) , jedoch kehrt sie immer wieder zurück.Ein Anruf beim Tierheim Duisburg hat ergeben,daß derzeit keine Katzen aufgenommen werden können.Trotz des Hinweises,daß wir uns um eine anderweitige Wohnung bemühen,soll laut einem erneuten Schreiben ,daß Tier sofort "verschwinden".Muß uns hier eine angemessene Frist gewährt werden? Sollte es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen,wie hoch könnten die Kosten werden ?
Mit freundlichen Grüssen
J.M.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.09.2007 | 15:22

Sehr geehrter Ratsuchender,

grundsätzlich muss eine angemessene Frist gesetzt werden. Wird dies nicht getan, verlängert sich die zu kurze Frist auf eine angemessene. Im Einzelfall kann, insbesondere wenn bereits Fristen verstrichen sind, auch eine "Sofort-Frist" angemessen sein - hier dürfte aber im Hinblick auf das Tierschutzgesetz anderes gelten, wenn sie nachweisen können, intensiv nach einem anderen Aufenthaltsort für den Kater gesucht zu haben.

Wie teuer die gerichtliche Auseinandersetzung wird, kann abschließend erst nach Einsicht in sämtliche den Fall betreffende Dokumente gesagt werden, da sich hieraus die den Gegenstandswert bestimmenden Faktoren ergeben.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER