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Kassenbetrug - welche Strafe erwartet mich - kann mir fristlos gekündigt werden?


21.03.2007 09:30 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,
seit ca. 5 Jahren bin ich bei einem Untern. beschäftigt.Vor einigen Jahren habe ich ständig Kassendifferenzen festgestellt.Es fehlten über Monate immer kleine Beträge in der Kasse(20-30€)die ich als verantwortliche aus meiner eigenen Tasche ausgeglichen habe.Die gesamte Summe lag ca. bei 1500-2000€. Das Ganze wurde durch die Schlampigkeit meiner Kollegen (Quittungen vergessen usw.) aber auch durch die finanzielle Notlage(Gehälter alle 2-3Monate bekommen)verursacht.Ich habe meinen damaligen Chef über diese Vorfälle mehrmals informiert, aber das Thema wurde von ihm ignoriert.Ich wurde mit der Situation alleingelassen und war auch nicht mehr bereit das Ganze zu finanzieren(die Kasse musste stimmen)also bin ich wie folgt vorgegangen:Die Kunden haben die Ware bar bezahlt.Über den jeweiligen Betrag habe ich einen schon einmal eingelösten Gutschein nochmals ausgestellt und diesen im Kassenbuch abgeheftet(Bargeld eingesteckt), so dass manche Gutscheine im Laufe der Monate doppelt eingelöst wurden. Das habe ich ca. 5-6 Mal getan(Summe ca.1500-2000€). Auf diese Weise wollte ich mir mein Geld zurückholen.Heute weiss ich, dass es nicht richtig war, es gab bestimmt andere Lösungen, nun muss ich jetzt für die Sache gerade stehen. Ich bin nicht vorbestraft.In der Zwischenzeit habe ich einen neuen Chef. Bitte herzlich um Prognose.
Welche Strafe erwartet mich? Kann mir mein neuer Chef aufgrund der Vorfälle fristlos kündigen? Bei ihm habe ich mir nichts zur Schulden kommen lassen.
Vielen lieben Dank
Petra
21.03.2007 | 10:02

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes wie folgt.

Auch wenn Sie es nicht explizit erwähnten gehe ich aufgrund Ihrer Schilderung davon aus, dass bereits ein Ermittlungsverfahren gegen Sie eingeleitet wurde. Sollte dem nicht so sein, bitte ich im Rahmen der Nachfragefunktion um kurze Korrektur.

Grundsätzlich wird Betrug nach § 263 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Da Sie nach eigenen Angaben bislang nicht vorbelastet sind, ist, für den Fall einer Verurteilung, mit der Verhängung einer Geldstrafe zu rechnen, deren Höhe sich im Bereich von 40-60 Tagessätzen bewegen dürfte. Beachten Sie jedoch, dass die Höhe der Strafe am Ende dem Tatrichter obliegt und eine genaue Prognose regelmäßig schwierig ist.

Interessant ist in Ihrem Fall, dass Sie durch die Entnahme des Geldes nur Ihren eigenen Schaden wieder ausgleichen wollten. Dies lässt die Tat in einem deutlich milderen Licht erscheinen, was sich am Ende auch im Strafmaß niederschlägt. Unter Umständen wäre aufgrund der geschilderten Konstellation auch daran zu denken, auf eine Einstellung des Verfahrens wegen geringer Schuld nach § 153a StPO hinzuwirken. Danach kann ein Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt werden, wenn aufgrund der Gesamtumstände eine Bestrafung nicht erforderlich erscheint. Dies wäre, nicht zuletzt aus Gründen des Arbeitsplatzerhaltes, sicher die beste Option. Sie gelten in diesem Fall nicht als vorbestraft.

Ob Ihr neuer Arbeitgeber Ihnen kündigen kann, wenn es zu einer Verurteilung kommt, hängt nicht zuletzt von Ihrer dortigen Tätigkeit ab. Wenn Ihre Position eine besondere Vetrauensstellung beinhaltet, die sich u.a. durch den Umgang mit Firmengeldern niederschlägt, wäre eine Verurteilung in der Tat geeignet, das Vertrauen in Sie zu zerstören. Dies rechtfertigt regelmäßig eine außerordentliche Kündigung.

Aus den v.g. Gründen ist Ihnen dringend zu raten, einen Strafverteidiger zu beauftragen, der nach Akteneinsicht die notwendigen Schritte in die Wege leitet. Gerne stehe ich Ihnen hierfür zur Verfügung. Erfahrungsgemäß erhöht die einschaltung eines Verteidigers die Chance einer Verfahrenseinstellung nicht unerheblich.

Ich hoffe Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und stehe im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion gerne für Ergänzungen zur Verfügung. Ebenso ggf. für die weitere Interessenwahrnehmung im Rahmen Ihrer Verteidigung. Wenden Sie sich bei Interesse bitte unter o.g. Rufnummer an mein Büro.

Abschließend sei mir der Hinweis gestattet, dass sich meine Antwort auf den geschilderten Sachverhalt bezieht. Unvollständige oder fehlerhafte Schilderungen können die Angelegenheit in einem anderne Licht erscheinen lassen und zu differierenden Ergebnissen führen.

Mit freundlichen Grüßen


Marc N. Wandt
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 21.03.2007 | 10:57

Es ist kein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, da die sache noch nich rausgekommen ist. Allerdings ist eine Prüfung der Unterlagen angekundigt worden, daher ist es bestimmt bald soweit.
Ich arbeite immer noch in diesem Unternehmen, das Warten auf den Tag wo es rauskommt macht mich krank und es ist vor Angst unmöglich ein normales Leben zu führen.
Ich wurde mich sehr freuen, wenn Sie mich im im Falle des Falles verteidigen wurden und bedanke mich herzlichst für Ihre schnelle Antwort.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.03.2007 | 11:09

Sehr geehrte Fragestellerin,

aufgrund der gegebenen Informationen, für die ich mich bedanke, ergänze ich meine Antwort wie folgt.

Wenn Sie noch in dem gleichen Unternehmen tätig sind, dann dürfte bei Entdeckung der unerfreulichen Angelegenheit tatsächlich wohl eine Kündigung erfolgen. In wie weit diese, unter Berücksichtigung aller Umstände, vordem Arbeitsgericht Bestand hätte, vermag nur schwer prognostiziert zu werden. Dem Grunde nach dürfte sie jedoch rechtmäßig sein.

Unter Umständen wäre anzudenken, dies jedoch erst nach gründlicher Prüfung der Angelegenheit, in wie weit es empfehlenswert wäre, sich unter gleichzeitiger Rückzahlung der Beträge zu offenbaren. Dies würde Ihnen zumindest einen Teil des Druckes nehmen und unter Umständen ein Strafverfahren vermeiden können, so man Ihren Arbeitgeber zum Absehen einer Strafanzeige vewranlassen könnte. Ihren Arbeitsplatz wären Sie jedoch höchst wahrscheinlich auch in dieser Konstellation los.

V.g. Schritte sollten jedoch nicht unüberlegt sondern, ich sagte es bereits, erst nach sorgfältiger Prüfung getätigt werden.

Es tut mir leid, Ihnen keine bessere Auskunft geben zu können und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Marc N. Wandt
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

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