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Kaputte Brille


22.05.2006 14:37 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Ich habe bei einer Bekannten einen Pilotenkoffer auf einen
Beistelltisch abgetellt und dabei übersehen, dass dort deren
Brille lag.
Ich habe den Vorgang meiner Haftpflichtversicherung (WWK)
gemeldet.
Die Geschädigte hat Fotos der beschädigten Brille -
Kratzer im GLas, verbogene Fassung, ein Glas aus der
Fassung gebrochen - und einen Kostenvoranschlag über
800,-- Euro eingereicht.
Unter Bezug auf BGB 249 und 251 und unter Hinweis auf
den durchschnittlichen Widerbeschaffungsrythmus einer
Brille (48 Monate), Abnutzungs- und Gebrauchsspuren ua.
bietet die Versicherung Euro 300,-- Schadenersatz.
Der Wiederbeschaffungswert liegt aber, w.o. erwähnt, bei
800,-- Euro (Fassung, Gleitsichtgläser, entspiegelt und
gehärtet).
Mir ist die Sache natürlich gegenüber der Geschädigten
sehr unangenehm und ich würde gerne versuchen, wenigstens
annähert die Kosten für die Wiederbeschaffung zu verlangen.
Welche Möglichkeiten gibt es und wie ist die Rechtslage?
Freundliche Grüße

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Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Der Schadensersatz ist gem. § 249 BGB nach dem Wiederbeschaffungswert (Verkehrswert) zu leisten. Dieser wird durch eine vergleichbare gleichwertige Sache ermittelt, so dass in diesem Falle eine entsprechende Brille mit dem gleichen Alter maßgebend wäre. Soweit eine solche gebrauchte Brille nicht erhältlich ist oder diese Art der Ersatzbeschaffung nicht möglich ist, ist eine neue vergleichbare Brille zugrunde zu legen, wobei hier ein Abzug neu für alt vorzunehmen ist.

Insoweit wären Sie gegenüber der Bekannten aus rechtlicher Sicht nur zum Ersatz des wirklichen Wertes der Brille verpflichtet. Gleiches gilt auch für die Haftpflichtversicherung vorbehaltlich natürlich den geltenden allgemeinen Versicherungsbedingungen.

Allerdings gibt es gerade für diese Fallproblematik erstinstanzliche Urteil die im Fall einer Brille anders entschieden haben.

Das AG Weinheim 2 C 365/02 vom 8. Januar 2003, sowie des AG Arnstadt, Aktenzeichen: 2 dC 912/ 98 – Urteil vom 06.09.1999, führen in Ihren Urteilsbegründungen aus, daß der Anschaffungspreis der Gläser bzw. der Brille zu ersetzen ist ohne das ein Abzug neu für alt vorgenommen wird.

Da es sich um erstinstanzliche Urteile handelt, kann ein Gericht was Ihren Fall zu entscheiden hätte, auch anders, u.U. dann für die Versicherung entscheiden und den Wiederbeschaffungswert als Maßstab nehmen.

Jedenfalls sollten Sie anhand dieser Urteil, deren Link ich unten angeführt habe, die Haftpflichtversicherung anschreiben und auf die Urteile verweisen und einen vollen Geldersatz fordern.

Möglicherweise ersetzt diese dann die gesamten Kosten. Zudem ist der Wiederbeschaffungsrythmus, soweit der den überhaupt einschlägig ist, zu kurz bemessen. Dieser beträgt in der Regel sechs und nicht vier Jahre.

http://www.haus.de/PH2H/PH2HV/ph2hv.htm?page=urteile/index.html&id=12581&suchworte=
http://verkehrsanwaelte.de/sachverstaendige_auch_designerbrille_muss_voll_ersetzt_werden.html

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit besten Grüßen
RA Schröter
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