Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kapitalwert lebenslanges Wohnrecht

02.01.2019 17:35 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


20:01

Sehr geehrte Damen und Herren,

da ich jetzt einige Beiträge gelesen habe, bin ich noch mit dem Kapitalwert unsicher bzw. ob ich diesen aus einer offiziellen Tabelle gefunden habe.

Ist es korrekt, dass bei einer 65 jährigen Frau der Kapitalwert bei 12,58 liegt?
aus Tabelle: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Erbschaft_Schenkungsteuerrecht/2016-11-04-bewertung-eine-lebenslaenglichen-nutzung-oder-leistung-fuer-stichtage-ab-1-1-2017.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Das Immobilienvermögen wurde durch das Ortsgericht, ohne lebenslanges Wohnrecht der Eltern, mit 200.000€ begutachtet:

Berechnung: Für die bessere Rechnung wurden folgende Daten angenommen
100qm Wohnfläche, Mietspiegel 5.-€:

a. Monatsmiete: 500€ kalt
b. Jahresmiete: 6.000€ kalt

Berücksichtigung bei Lebenslangem Wohnrecht:

Jahresmiete x Kapitalwert: 6.000.- € x 12,58 = 75.480.- €

zugrundeliegendes Immobilien-Erbenvermögen bzw. Schenkung durch Eltern:

Schätzung der Immobilie - 75.480 € = 124.520.- €

d.h.:
Als Auszahlung wäre ein Betrag von 50% bei gleichem Erbe für den Erben der Immobilie an seine Geschwister zu zahlen, also 62.260.- €?

Hab ich das so richtig verstanden und bei anderen Voraussetzung entsprechend den Kapitalwert aus der obigen Tabelle nehmen?

Wie sind Kellerräume und Garten z.B. zu berücksichtigen?


Vielen Dank im Voraus :)!

Herzliche Grüße und ein gutes neues Jahr 2019

02.01.2019 | 18:38

Antwort

von


(562)
Mädewalder Weg 34
12621 Berlin
Tel: 030.56702204
Web: http://www.RafBB.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

für die Berechnung des Wohnwertes gibt es verschiedene Methoden. Die von Ihnen genutzte wird vor allem zur Berechnung der Erbschaftssteuer genutzt, da darin eine Abzinsung für zukünftige fiktive Einsparungen (die fiktive Miete) vorab vorgenommen wird.

Bei der Berechnung des realen Wertes des Wohnrechts, dass idR Anwendung findet wenn eine gesamte Immobilie mit dem Wohnrecht belastet ist, berechnet sich aus dem Jahreswert der Miete und der Lebenserwartung des Begünstigten.

Bei Ihrer Berechnung also: 6.000,00 € x 20,90 = 125.400,00 Wohnwert.

Ihre Berechnung für die Auszahlung der Immobilie kann hier nicht nachvollzogen werden, da unklar ist wie die Erbverhältnisse unter den Geschwistern ist und welches Ziel mit der Auszahlung verfolgt werden soll.

Bei einem Wohnrecht bleiben die Erben trotzdem Eigentümer und es muss keine Auszahlung erfolgen. Nach dem Ende des Wohnrechts können die Erben frei über die Immobilie verfügen.

Die Kellerräume und der Garten müssen bei der Berechnung des Jahreswertes der Miete mit berücksichtigt werden. Dazu können Vergleichsobjekte oder der Mietspiegel herangezogen werden.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, einen ersten rechtlichen Überblick verschafft zu haben.

Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

PS.: Wenn Sie diese Antwort bewerten, helfen Sie mit, diesen Service transparenter und verständlicher zu gestalten.


Rückfrage vom Fragesteller 02.01.2019 | 18:58

Sehr geehrter Herr Bordasch,

jetzt bin ich verwirrter als zuvor.

Um es konkret zu machen, ich werde das Haus erben bzw. vorzeitig überschrieben bekommen.

Somit stellt sich für mich die Frage, welchen Betrag muss ich bei vorheriger Annahme noch an meinen Bruder
zahlen, wenn meine Mutter (65) bzw. mein Vater (70) noch lebenslanges Wohnrecht haben?
Meine Eltern möchten, dass alles gerecht vorgeht, so dass niemand benachteiligt ist.
Aus welcher Quelle haben Sie die 20,9?
Mit welchem Anteil geht der Garten in die Rechnung mit ein, wie Balkon bei der Miete halbe qm?

Vielen Dank.

Herzliche Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.01.2019 | 20:01

Sehr geehrter Fragesteller,

die 20,9 Jahre ist die statistische Lebenserwartung Ihrer Mutter übernommen aus der Tabelle auf die Sie verlinkt haben.

Die Sache ist leider noch etwas komplizierter als von Ihnen befürchtet:

Zunächst kommt es für die Bewertung darauf an, ob Ihre Eltern ein gemeinsames Wohnrecht über das Grundstück erhalten werden oder jeder für sich ein Wohnrecht über das gesamte Grundstück. Im letzteren Fall berechnet sich der Wert des Wohnrechts aus der Summe der statistischen Lebenserwartung Ihrer Eltern. Also 6.000,00 € x 31,69 (20,9 + 10,79 Jahre) = 190.140,00 €, da jedes Elternteil ein Wohnrecht über das gesamte Grundstück hat.

Im ersteren Fall beträgt der Wert des Wohnrechts 126.480,00 € (für die ersten 10,79 Jahre jeweils 32.910 für jedes Elternteil aus 6.000,00 € x 10,79) und für die für Ihre Mutter überschießene (statistische) Zeit von 10,11 Jahren 60.660,00 €. In Summe: 60.660 € + 32.910 € für Ihre Mutter + 32.910 € für Ihren Vater. Da sich zu Lebzeiten Ihres Vaters beide Elternteile das Grundstück teilen und danach Ihre Mutter das Grundstück allein nutzen kann.

Die Berechnung des Wertes des Wohnrechtes ist aber nur eine Möglichkeit um auf eine gerechte Teilung des Erbes zu kommen.

Je nach Ausgestaltung des Wohnrechts können unterschiedliche Kosten auf Sie als Eigentümer zukommen, die der Berechnung der Auszahlung Ihres Bruders berücksichtigt werden sollten.

Sollten Sie keine Kosten tragen müssen, könnte auch der Wohnwert vollständig unberücksichtigt bleiben, da sich durch das Wohnrecht nur der Zeitpunkt zu dem Sie vollständig über das Objekt verfügen können nach hinten verschoben wird, vergleichbar mit der Übertragung des Grundstücks zum Zeitpunkt des Erbfalls des letztversterbenden Elternteils.. Das ist jedoch letztlich Ihre Entscheidung bzw. die von Ihren Eltern.

Der Mietpreis eines Gartens und des Kellers sind nicht normiert. Erkundigen Sie sich welcher Gesamtmietpreis für eine vergleichbares Objekt in Ihrer Gegend verlangt wird und legen Sie diesen Betrag auf die Immobilie Ihrer Eltern um, um einen Gesamtmietpreis zu erhalten unabhängig vom qm Preis.

Insgesamt rate ich Ihnen jedoch mit Ihren Eltern und Ihrem Bruder einen Erbvertrag zu schließen und dort alle Angelegenheiten abschließend zu regeln. Andernfalls gehen sie das Risiko ein, dass Ihr Bruder bspw. Pflichtteilsergänzungsansprüche gegen Sie geltend macht, falls Ihre Eltern innerhalb von 10 Jahren nach Übertragung des Grundstücks an Sie versterben sollten.

Wie Sie sehen, ist die Sache, wie angekündigt, etwas komplizierter. Ich rate Ihnen daher einen Kollegen vor Ort mit der weiterführenden Beratung und ggf. Vertretung zu beauftragen, da viele Dinge in Ihrer Angelegenheit besser in einem persönlichen Gespräch geklärt werden können.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

ANTWORT VON

(562)

Mädewalder Weg 34
12621 Berlin
Tel: 030.56702204
Web: http://www.RafBB.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Erbrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, Familienrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 89454 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ich fühle mich sehr gut beraten. Schnell, freundlich, kompetent . ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr gute Anwältin habe schon ein Anwalt der sehr gut auch sehr schnell ist. Es ist schlimm wie sehr die Eltern und nicht die Kinder in Vordergrund stehen. Will hoffen obwohl ich nicht der Vater das Kind zurück bekommen kann.der ... ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Vielen Dank ...
FRAGESTELLER