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Kapitalertragsteuer, Zinsen bei Vergleich


| 20.03.2007 14:46 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Ich habe einer Firma (Immobilienvermittlung) als Privatmann ein Geschäfts-Darlehen gewährt und dafür selbst ein Darlehen bei einer Bank aufgenommen. Für das gewährte Darlehen habe ich 2% mehr Zins erhalten, als ich meiner Bank an Zinsen zahlen musste. Nach mehreren Jahren (5)der ordnungsgemäßen Zinszahlung, eröffnete mir der Firmeninhaber, dass er das Kapital nicht mehr zurückzahlen kann und bot mir einen Vergleich zu 35% an. Nach langen unschönen Verhandlungen, bei denen ich Insolvenzantrag stellte, einigten wir uns schließlich auf folgenden Vergleich: 100% Kapitalrückzahlung, Verzicht auf die 2% ige Zinsmarge, die ich erzielt habe.
In meiner Steuererklärung (2005)machte ich den zurückbezahlten Zinsenüberschuss als Werbungskosten geltend, da ich im Jahr des Vergleichs (2005) und davor die bisher erhaltenen Zinsen (effektiv Zinsüberschuss)in meiner Steuererklärung angegeben habe. Das Finanzamt hat dies jedoch nicht anerkannt. Die in 2005 erhaltenen Zinsen wurden mir zwar als Einkünfte berechnet, die zurückgezahlen Zinsen jedoch nicht als Werbungskosten anerkannt. Begründung: Ich habe freiwillig auf die Zinsen verzichtet. Nach § 9 Abs. 1 Satz 1 und 2 ESTG sind Werbungskosten Aufwendungen zum Erwerb, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen, was in diesem Fall nicht zutrifft.
Frage: Kann ich mit einem Einspruch gegen diese Einschätzung des Finanzamtes Erfolg haben?
Sehr geehrter Herr,

im Rahmen einer Erstberatung beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Vorliegend handelt es sich um Einkünfte aus Kapitalvermögen , § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG. Aufwendungen sind in diesem Zusammenhang, auch wenn sie gleichzeitig der Sicherung und Erhaltung des Kapitalstamms dienen, nur insoweit als Werbungskosten zu berücksichtigen, als Sie zum Erwerb, Sicherung und Erhaltung von Kapitaleinnahmen dienen.
Schuldzinsen für die Refinanzierung eines Darlehens sind abziehbar.
Der Verzicht auf die Schuldzinsen gegenüber dem Darlehennehmer war hier wohl nicht freiwillig, da dieser insolvent war, deshalb würde ich gegen die ablehnende Haltung des Finanzamtes Einspruch einlegen.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zu Verfügung oder auch im Rahmen einer Mandatserteilung; am besten per mail: info@kanzlei-hermes.com.

Mit besten Grüßen

RA Hermes

Nachfrage vom Fragesteller 21.03.2007 | 10:32

Sehr geehrter Herr Hermes,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Ich bin jetzt leider immer noch nicht viel klüger.
1. Die an meine Bank gezahlten Schuldzinsen wurden stets als Werbungskosten anerkannt. Das war nicht meine Frage.
2. Ich habe bereits Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid eingelegt. Dieser wurde abschlägig beschieden in Bezug auf die im Vergleich zurückbezahlten Zinsen: Begründung des Finanzamtes: Ob freiwillig oder unfreiwillig, das spielt keine Rolle. Die zurückgezahlten Zinsen sind keine Werbungskosten!
Wie sehen Sie die steuerliche Situation? Sind es doch Werbungskosten, oder sind möglicherweise gar keine Einkünfte entstanden, da die Zinsen wieder zurückgezahlt wurden, zumindest in Höhe der in 2005 vorläufig erhaltenen Zinsen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.03.2007 | 23:14

Vielen Dank für die Nachfrage. Wenn Sie in 2005 Zinsen erhalten haben und diese zumindest partiell in 2005 wieder zurückgezahlt haben, liegt nur in Höhe des tatsächlichen Endsaldos ein Zufluss vor und somit Einkünfte. Die übrigen Zinsen, auf die verzichtet wurden, sind zumindest negative Einkünfte aus Kapitalvermögen.
Gerne stehe ich auch außerhalb des Portals zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

RA Hermes

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