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Kapitalertragssteuer mindern


| 27.08.2006 05:42 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Ratgebende,

Ziel ist es hier, die Zinsabschlagssteuer zu mindern. Der Kontoinhaber ist deutscher Staatsbürger.

Ich möchte in Luxemburg ein Aktiendepot eröffnen und meine Fonds (z.B. Immobilien., Renten., Aktien.) dorthin übertragen bzw. dort erwerben.
In 2009 möchte ich diese zurückübertragen nach Deutschland mit dem Ziel hier für den Zeitraum nur einen ermässigten (2007-2009 20% statt 30% + 5,5%) Kapitalertragsteuersatz für die evtl. entstandenen Gewinne zu zahlen.

Ist dies so möglich?
Bzw. welchen andere Gestaltungsmöglichkeit habe ich hier, die Kapitalertragssteuer zu mindern.
Sehr geehrter Fragesteller,

Sie schreiben, der Kontoinhaber sei deutscher Staatsbürger. Ich gehe daher davon aus, dass er auch seinen Wohnsitz hier in Deutschland hat und damit hier unbeschränkt steuerpflichtig ist.

Die von Ihnen geschilderte Vorgehensweise wird keine Auswirkungen auf die zu zahlende Einkommensteuer haben.

Zunächst: Die Kapitalertragsteuer beträgt in Deutschland bei 20% für Gewinnanteile (Dividenden), 30% für Zinsen aus Kapitalanlagen und 35% für Tafelgeschäfte, jeweils zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag. Diese KapESt ist jedoch nur eine Einkommensteuer-Vorauszahlung. Dies bedeutet, dass die Zinserträge im Rahmen der Einkommensteuer-Veranlagung dem individuellen Steuersatz des Empfängers unterworfen werden und die gezahlte Kapitalertragsteuer als Vorauszahlung angerechnet wird.

Wenn Sie Ihre Kapitalanlagen nun nach Luxemburg verbringen, ersparen Sie sich zwar die deutsche Kapitalertragsteuer (bzw. zahlen nur die derzeit geringere luxemburgische Kapitalertragsteuer), die Zins- und Dividendeneinkünfte bleiben jedoch gleichwohl in Deutschland steuerpflichtig, denn aufgrund des deutschen Wohnsitzes ist das gesamte Welteinkommen hier einkommensteuerpflichtig. Dies bedeutet, dass Sie, wenn Sie keine Steuerhinterziehung begehen wollen, die luxemburgischen Erträge hier gleichwohl in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben und - mit Ihrem sich aus ihrem Gesamteinkommen ergebenden individuellen Steuersatz - versteuern müssen. Die endgültige Steuerbelastung ist daher im Ergebnis genauso hoch als wenn Sie die Anlagen in Deutschland belassen würden.

Wenn Sie die Kapitalertragsteuer mindern möchten, ist zunächst darauf hinzuweisen, dass die KapErtSt nicht erhoben wird, soweit ein Freistellungsauftrag reicht oder wenn eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorliegt. Der Freistellungauftrag ist dabei an die Höchstbeträge des Sparerfreibetrags gebunden und kann auf verschiedene Bankkinstitute verteilt werden.

Im übrigen besteht die Möglichkeit, durch Auswahl bestimmter Anlageprodukte die Einkommensteuerpflicht zu reduzieren. Dies setzt jedoch zunächst eine gründliche Analyse Ihrer persönlichen Situation voraus, die im Rahmen dieser Onlineauskunft kaum leistbar ist.

Da Sie insbesondere eine Anlage in Fonds erwähnen, ist darüber hinaus auch an eine entsprechende steueroptimierte Fonds-Auswahl zu denken. So existieren z.B. Aktienfonds, die darauf achten, möglichst wenig Dividendeneinkünfte, dafür aber umso mehr Gewinne aus Kurssteigerungen der enthaltenen Aktien zu realisieren. Mit derartigen Fondsprodukten kann ebenfalls die Steuerpflicht reduziert werden.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen ersten Angaben geholfen zu haben.
Mit freundlichen Grüßen
Udo Meisen
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Steuerrecht
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