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Kapitalertragssteuer bei Wohnsitz in England

14.08.2014 17:55 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung:

Gem. DBA-Dtl-UK ist, wer in Dtl. weder Wohnsitz noch Aufenthalt hat und so nur beschränkt einkommenssteuerpflichtig ist, nur in UK ansässig. Das Besteuerungsrecht für Zinsen hat nur UK (Art. 11 DBA). Für Dividenden kann es zu einer Doppelbesteuerung kommen. Es gibt aber Obergrenzen (max. 15%).

Sehr geehrte Damen und Herren

Ich habe meinen Wohnsitz seit ca. 10 Jahren in England, besitze aber noch einen Online Banking Account in Deutschland auf dem Kapitalertraege anfallen. Diese Kapitalertraege versteuere ich in England wobei es hier die Wahl gibt entweder alle Ertraege als "englische" Kapitalertraege zu versteuern, oder gegen eine Zahlung von £50,000 saemtliche, sich aus auslaendischen Einkuenften ergebende, Steuerschuld abzugelten.

Meine Frage an Sie: Bin ich mit meinen Kapitalertraegen in Deutschland steuerpflichtig bzw. muss ich in Deutschland eine Steuererklaerung abgeben?

Vielen Dank

Einsatz editiert am 14.08.2014 18:46:43

Einsatz editiert am 14.08.2014 19:46:07


Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf der Basis des gegebenen Sachverhaltes wie folgt:

Aus Sicht des deutschen Steuerrechts sind Sie, da Sie hier weder Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthalt haben, nicht unbeschränkt einkommenssteuerpflicht (§1 Abs.1 EStG ). Sie sind aber beschränkt steuerpflichtig, da Sie Einkünfte aus Deutschland erzielen (§ 1 Abs.3 i.V.m. § 49 Abs.1 Ziff.5 EStG .(vtl)). Da Sie ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in England haben, kommt es nun auf das Doppel-besteuerungsabkommen zwischen Deutschland und England an, das auch für die deutsche Kapitalertrags-/Abgeltungssteuer gilt.

Auch in dessen Sinne sind Sie aber zunächst einmal nur in England ansäßig, da sich Ihre deutsche Steuerpflicht nur aus den hiesigen Einkünften ergibt (Art. 4 Abs.1 S.2 DBA-Dtl.-UK).

Welchem Staat das DBA das Besteuerungsrecht zuweist, hängt nun davon ab, aus welcher Art von Kapitalanlagen Sie diese Einkünfte erzielen.

Wenn es sich um Zinsen handelt, wird durch Art. 11 Abs.1 DBA in Ihrem Fall das ausschließliche Besteuerungsrecht England zugewiesen. Weitergehend als der übliche Alltags-sprachgebrauch gelten dabei als Zinsen, Forderungen jeder Art, die keine Dividenden sind (Art. 10 Abs.2.S.2 DBA).

Wenn es sich dagegen um Dividendenzahlungen aus Aktien oder Papieren, die diesen gleich gestellt sind wie z.B. Genussscheinen, handeln sollte, wird das Besteuerungsrecht zunächst beiden Staaten zugewiesen. Es gibt aber eine Obergrenze von maximal 15% (Art. 10 Abs.2 Ziff. c DBA) für die deutsche Besteuerung in Ihrem Fall. Für bestimmte Papiere gilt allerdings ein geringerer Steuersatz.

Da im Sachverhalt nur angegeben wird, dass es sich um Kapitalerträge auf einem Online-Konto handelt, unterstelle ich, dass es sich um Zinsen i.S.v. Art. 11 DBA handelt, die aufgrund Ihrer ausschließlichen Ansäßigkeit dort eigentlich auch nur in England zu besteuern wären.

Jetzt gibt es aber manchmal ein praktisches Problem, da die deutschen Banken die Abgeltungs/Kapitalertragssteuer auf die Erträge automatisch abziehen, außer man hat sie davon überzeugt, dass man wirklich ein reiner Steuerausländer ist und dass die betreffenden Einkünfte nur im Ansässigkeitsstaat zu besteuern sind.

Das beantwortet Ihre Grundfrage wie folgt: Nein, Sie müssen nicht unbedingt eine Steuererklärung in Deutschland abgeben. Es wäre aber eventuell sinnvoll das zu tun, um sich die deutsche Kapitalertrags/Abgeltungssteuer zurückerstatten zu lassen, sofern diese automatisch abgezogen wurde und nur die vielleicht günstigere englische Income/Captial-Gains-Tax zu bezahlen.

Bei Unklarheiten oder Verständnisfragen steht Ihnen ggf. eine kostenfreie Nachfragefunktion zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass sich die rechtliche Bewertung durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsteilen ändern kann.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn LL.M.

Rückfrage vom Fragesteller 15.08.2014 | 10:26

Vielen Dank - werden "echte" Kapitalertraege, d.h. die Differenze zwischen An- und Verkaufpreis wie Zinsen oder wie Dividenden behandelt?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.08.2014 | 11:46


Sehr geehrter Fragesteller,

Art. 10 Abs. 3 DBA-Dtl-GB definiert Dividenden als „Einkünfte aus Aktien, Genussrechten oder Genussscheinenm Kuxen, Gründeranteile oder sonstige Einkünfte, die nach dem Recht des Staates, in dem die ausschüttende Gesellschaft ansässig ist, den Einkünften aus Aktien steuerlich gleichgestellt sind, sowie Einkünfte aus Ausschüttungen auf Anteilsscheine an einem deutschen Investmentvermögen".

Ich folgere daraus, dass Veräußerungsgewinne Zinsen i.S.v. Art. 11 DBA-Dtl-GB sind und keine Dividenden, weil bei einer Veräußerung keine "Ausschüttung" vorliegt, sondern der wirt-schaftliche Inhaber der Anteile wechselt.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn

Ergänzung vom Anwalt 15.08.2014 | 12:02

Zur Klarstellung: Falls es hier um Veräußerungsgewinne aus Aktienhandel gehen sollte, was ich leider weder der Nachfrage noch dem Ursprungsposting sicher entnehmen kann, sind das natürlich auch "Einkünfte aus Aktien," die wie Dividenden zu besteuern sind.

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