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Kapitalerhöhung UG (haftungsbeschränkt) / Aufgeld


29.12.2010 22:37 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Hallo,

ich habe eine UG mit einem Stammkapital von 100 Euro. Jetzt will ein Investor einsteigen und 200.000,- € in die Firma einzahlen, aber nur wenn sie gleichzeitig bei der Kapitalerhöhung in eine GmbH umgewandelt wird.
Ich werde nach der Kapitalerhöhung 80% der Anteile bei einem dann entstehenden Stammkapital von 25.000,- € zeichnen. Das bedeutet, dass ich 20.000,- € als Stammkapital einzahlen müsste.
Das Problem: Die habe ich nicht.
Der Investor wäre bereit diese Zahlung für mich zu übernehmen und dann von den 200.000,- € abzuziehen.
Wie kann man das am geschicktesten gestalten? Kann man einen Teil des Aufgeldes des Investors auch an mich als Alt-Gesellschafter ausschütten?
Kamm man einen Teil des Aufgeldes des Investors vielleicht direkt für mich in das Stammkapital einzahlen lassen?

Für eine Stellungnahme/Hilfestellung wäre ich dankbar.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

1. Zunächst wäre ein notarieller Kauf und Abtretungsvertrag mit dem Investor zu schließen. Darin verkauft Ihr dem Investor 20 % der Anteile zu einem Preis von EUR 20.000.

2. Im Nachgang erfolgt die Umwandlung in eine GmbH und eine Kapitalerhöhung. Hierzu ist ein Gesellschafterbeschluss erforderlich. Die Umwandlung und Kapitalerhöhung ist notariell zu beglaubigen, da diese zum Handelsregister angemeldet wird.

Die Kapitalerhöhung erfolgt in Höhe des Mindeststammkapitals für die GmbH. D.h. Sie zahlen die von dem Investor erhaltenen EUR 19.925,- ein, der Investor EUR 4.975,-.

3. Die verbleibenden EUR 175.000,- können durch den Investor als Agio eingebracht werden oder in Form eines Nachrangdarlehen, welches wie Eigenkapital zu deklarieren ist.

Für den Investor ist das Agio von Nachteil, da Sie mit Ihren 80 % 160.000,- des Eigenkapials zugerechnet bekommen, der Investor hingegen nur EUR 40.000,-.

Daher wird der Investor ein Nachranddarlehen oder ein einfaches Darlehen an die umgewandelte GmbH als Investitionszulage vorziehen. Das Agio könnte im Rahmen der Kapitalerhöhung eingebracht werden.

Für die Einbringung der Investition als Darlehen ist ein einfacher Darlehensvertrag ausreichend.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und stehe für den Fall einer Nachfrage zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 30.12.2010 | 01:04

Sehr geehrter Hr. Schröter,

Ihr Vorschlag ist leider sehr gefährlich und birgt viele Risiken. Eine seperate und von der Kapitalerhöhung unabhängige Abtretung von 20% der Anteile für 20.000,- € ist in sich erstmal ein abgeschlossener Vorgang. Dadurch werden die Anteile weit unter Wert verkauft und der Investor muss keine Kapitalerhöhung mehr durchführen und hat sich einen großen Batzen schon mal gesichert.

Deshalb noch einmal die Fragen:
Kann man einen Teil des Aufgeldes des Investors auch an mich als Alt-Gesellschafter bei der Kapitalerhöhung ausschütten?
Kamm man einen Teil des Aufgeldes des Investors vielleicht direkt für mich in das Stammkapital einzahlen lassen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.12.2010 | 21:10

Der Investor kann auf im Rahmen eines Anteilkaufes ein Agio zahlen, welches dann der Gesellschaft zugute kommt und in die Rücklagen eingestellt wird. Aus diesen Rücklagen kann dann die Kapitalerhöhung erfolgen. Dies wäre aus meiner Sicht die sicherste Möglichkeit um bei Erhalt Ihrer Anteilsmehrheit die Investition zu ermöglichen.

Eine Einzahung des Aufgeldes durch den Investor für Ihre Verpflichtungen ist zwar grundsätzlich auch denkbar, jedoch handelt es sich hierbei um eine Schenkung, die steuerpflichtig wäre.

Im Ergebnis wäre daher aus meiner Sicht der Anteilsverkauf mit Agio und anschließender Kapitalerhöhung die bessere Lösung.

Mit besten Grüßen

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