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Kann mir das Sorgerecht entzogen werden, wenn ich mich über einen Beschluss hinwegsetze

19.10.2008 22:51 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich benötige Ihre Hilfe bei folgendem Sachverhalt.

Mein ehemaliger Lebensgefährte und ich haben eine gemeinsame Tochter (10 Monate). Nach Trennung klagte mein Freund das alleinige Sorgerecht von mir auf Ihn zu übertragen und es kam zum Streit. Wir haben über unser Anwälte ziemlich viel dreckige Wäsche gewaschen. So meldete er dem Gericht, ich würde an einer psychischen Störung leiden und das Kind vernachlässigen. Ich meldete, er würde mich physisch und psysisch misshandeln. Eine Verfahrenspflegerin und das Jugendamt wurden eingeschalten. Bei der Verhandlung wurde festgelegt, dass mir das Sorgerecht für das Kind nicht weggenommen wird und dass auf Anraten von Jugendamt und Verfahrenspflegerin ein gemeinsames Sorgerecht niemals in Betracht käme, da die Wechselhaftigkeit in der elterlichen Beziehung (on-Off-Beziehung mit mehreren Neuanläufen) dem kindlichen Wohle schaden könnte.
Ich bin nach dem Urteil nach Sachsen gezogen und stehe hier nun unter Beobachtung vom Jugendamt. Ich hatte auch noch einmal mit der Verfahrenspflegerin telefoniert und ihr gesagt, dass ich schon manchmal schwach werde und denke, ich könnte es mit meinem Ex nochmal probieren. Darauf drohte Sie mir, dass mir dann das Kind auf jeden Fall weggenommen würde.

Jetzt möchte ich schon wieder nach Baden-Württemberg zurück, jedoch nicht wieder in eine Beziehung zu meinem Ex; sondern einfach in BW mit meiner Tochter leben. Damit mein Ex auch öfter Umgang mit seiner Tochter haben kann und auch von den Lebensumständen ist BW einfach besser als Sachsen.

Frage: kann mir Jugendamt oder Gericht jetzt nach dem Beschluss, dass ich das alleinige Sorgerecht habe, doch noch das Sorgerecht entziehen, wenn ich wieder nach BW zurück kehre. Denn während der Anhörung im Familiengericht musste ich bezeugen, dass ich jetzt in Sachsen lebe und dort bleiben möchte und ich NIE wieder mit meinem Ex zusammen kommen werde... Aber ich will ja nur dort leben und nicht wieder mit dem Ex zusammen sein.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

unter Zugrundelegung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und in Ansehung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Voraussetzung für die Entziehung der Personensorge ist die Gefährdung des Kindeswohls. Sofern eine solche in einem reinen Umzug nach Baden-Württemberg nicht zu sehen ist, dürften Ihnen keine Maßnahmen des Jugendamtes in Bezug auf die Herbeiführung einer entsprechenden gerichtlichen Entscheidung drohen.

Jedoch könnte der Umzug in die Nähe des Kindesvaters unter Einbeziehung der gemeinsamen Vergangenheit, z.B. die von Ihnen beschriebene on-/off-Beziehung etc., die Befürchtung nahe legen, dass sich eine erneute Beziehung mit dem Kindesvater anbahnen könnte. Dafür spricht, dass auf Grund der räumlichen Nähe und der bestehenden Verbindung zwischen Ihnen und dem Kindesvater der neuerliche Versuch, eine Beziehung zu führen aus den Erfahrungen der Vergangenheit her mehr als wahrscheinlich erscheint. Allein diese Besorgnis könnte genügen, um zumindest eine erneutes Eingreifen des Jugendamtes zu veranlassen, was ein gerichtliches Verfahren nach sich ziehen würde. Hierbei müssten Sie diese Befürchtungen bei entsprechendem Vortrag des Jugendamtes entkräften. Inwiefern Ihnen das gelingen könnte, kann an dieser Stelle leider nicht beurteilt werden.

Daher sollten Sie im Interesse Ihres Kindes die Vor- und Nachteile des geplanten Umzuges gegen die Gefahr einer erneuten gerichtlichen Auseinandersetzung bzw. eines Eingreifens des Jugendamtes abwägen.

---

Abschließend erlaube ich mir, Sie auf Folgendes hinzuweisen: Bei der vorliegenden Antwort, welche ausschließlich auf Ihren Angaben basiert, handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiterführend, insbesondere im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Kristin Pietrzyk
Rechtsanwältin

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