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Kann meine Frau unsere Tochter nach der Scheidung einfach so mitnehmen?


| 20.08.2006 11:40 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frau und ich wollen uns nach fast 10 Ehe trennen bzw. Scheiden lassen.

Das Umfeld :
Ich bin 44 Jahre alt, meine Frau 40 Jahre. Wir sind beide berufstätig. Meine Frau nur halbtags. Mein Verdienst beträgt
mit der neuen Steuerklasse (1) etwas 2400,00 Euro Netto, das meiner Frau liegt bei etwa 800,00 Euro. Wir haben eine gemeinsame 8 Jährige Tochter.

Meine Frau möchte aus unserem Haus das wir ungefähr 5 Jahre abzahlen, ausziehen. Unsere Tochter möchte im Haus wohnen bleiben, also mei mir dem Vater wohnen. Von der Betreung her ist
das kein Problem, ich arbeite bereis seit 4 1/2 Jahren 2 ganze Tage pro Woche von Zuhause aus (Homeoffice) und werde noch einen dritten Tag beantragen. Sie selbst geht an zwei Tagen in der Woche ganztags, und an weiteren zwei Tagen halbtags arbeiten. Wir werden das gemeinsame Sorgerecht leben, unsere Tochter wird also wechselweise bei den Eltern schlafen.

Auch nach der Trennung wäre ich noch in der Lage das Haus
allein zu bezahlen. Im Grunde ist es jetzt auch schon so,
da meine Frau lediglich 25,00 Euro an den Gesamtkosten trägt.

Zu meinen Fragen :

Frage 1 :
Inwieweit läßt sich bein einem 8 Jährigen Kind das gemeinsame
Sorgerecht durchziehen ? Wie gesagt, meine Tochter möchte im
Hause wohnen bleiben da die Schule nur 5 Minuten zu Fuss entfernt ist, und alle ihre Freunde hier leben !

Frage 2:
Kann meine Frau unsere Tochter einfach so mitnehmen ? Also
sie ausschließlich in ihrer Wohnung leben lassen ?
Oder kann ich dies verhindern ?

Frage 3:
Wie sieht es mit dem Unterhalt aus ? Bei einem gemeinsamen
Nettoeinkommen von 3200,00 Euro würdem jeden Ehepartner 1600,00
zustehen. Abzüglich der 800,00 Euro die meine Frau selbst
verdient. Wie sieht es hier mit der Hypothek aus ? Schließlich
muss das Haus erst einmal weiter unterhalten werden.
Hinzu kommen Kosten wie Fahrgeld, Kredit für das Auto usw.

Frage4:
Wer legt fest WER aus dem Haus auszieht ? Meine Frau möchte das
Haus verkaufen, ich stimme aber nicht zu und möchte das Haus behalten ! Bei einem Verkauf ist mit einem Verlust von 20.000
bis 30.00 Euro zu rechnen, eine Zwangsversteigerung würde zu
einen noch größeren Verlust führen ! Dies könnte man verhindern
indem ich das Haus halte ! Ich bin beruflich auf das Haus angewiesen da wegen des Homeoffices, also der Telearbeit vom
Arbeitgber ein gesonderter Raum verlangt wird !

Danke im voraus

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Sehr geehrter Rasuchender,

Ihre Fragen möchte ich Ihnen wie folgt beantworten,

1. das gemeinsame Sorgerecht wird beiden Eltern bei der Scheidung ohne Antrag übertragen, wenn keine Seite einen gesonderten Antrag stellt.

Sie habe hier die Frage zur Ausgestaltung. Auch bei einem 8-jährigen Kind bestehen keine Bedenken gegen das von Ihnen und Ihrer Frau gewählte Wechselmodell. Vielfach erleichtert gerade das, die Trennung der Eltern besser zu bewältigen.

2. Das Sorgerecht beeinhaltet auch das sogenannte Aufenthaltsbestimmungsrecht für das Kind. Das bedeutet, dass jeder Elternteil das Kind zu sich nehmen kann.

Dieses kann nur dadurch verhindert werden, dass Sie bei dem Familiengericht einen Antrag stellen, dass Ihnen das Aufenhaltsbestimmungsrecht - als Teil des Sorgerechtes - allein übertragen wird.

3. Eine konkrete Unterhaltsberechnung ist in diesem Forum leider nicht möglich. Es muss nämlich bekannt sein, in welcher genauen Höhe Sie zur Zeit die Leistungen für das Haus erbringen. Während des Trennungsjahres werden diese von einem Teil der Oberlandesgerichte in voller Höhe in Abzug gebracht. Nach der Scheidung nur noch zum Teil in Höhe der Zinsen. Weiter wird auf Ihrer Seite , wenn Sie im Haus bleiben, aber auch ein sogenannter Wohnvorteil wieder dem Einkommen hinzugrechnet. Ehebedingte Schulden werden von Einkommen ebenfalls in Abzug gebracht. Ebenso können berufbedingte Aufwendungen in Abzug gebracht werden.

Sie sehen an Hand meiner nicht abschließenden Aufzählung, dass eine genaue Unterhaltsberechnung hier nicht erfolgen kann. Dazu ist die Einsicht in die Unterlagen erforderlich; insbesondere die Höhe der jeweiligen Belastungen.

Darüberhinaus ist auch beim Wechselmodell der Kindesunterunterhalt zu berücksichtigen.

Sie sollten also insoweit einen Kollegen vor Ort aufsuchen, der ganz konkret die Berechnung vornehmen kann.


4. Wenn Sie und Ihre Frau sich nicht einig sind, wer in dem Haus bleibt, kann ein Antrag beim Familiengericht auf Wohnungszuweisung gestellt werden.

Dabei wird natürlich auch eine Rolle spielen, dass Sie offensichtlich beruflich auf das Haus angewiesen sind.

Ich verstehe Ihre Frage aber eher dahingehend, ob Ihre Frau einen Verkauf "durchsetzen" kann, da diese nach Ihrer Sachverhaltsschilderung im Haus nicht wohnen bleiben will.

Wenn beide Eheleute im Grundbuch eingetragen sind, kann Ihre Frau das Haus nicht allein verkaufen und Sie auch nicht zur Zustimmung zwingen.

Was Ihre Frau aber machen kann, ist die zwischen ihnen besthende Miteigentumsgemeinschaft aufzuheben, in dem sie die Teilungsversteigerung beantragt und Ihre Zustimmung gerichtlich ersetzt verlangt.

Sie sollten, wegen des drohenden finanziellen Verlustes auf Ihre Frau einwirken und unter Umständen daran denken, Ihrer Frau deren Anteil abzukaufen, wenn dieses möglich ist.

Ich wünsche Ihnen alles Gute

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle



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