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Kann mein ehemalige Lebenspartnerin Kindesunterhalt fordern, obwohl ich bereits Kindesbetreuung, Kle

| 29.03.2010 15:09 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Guten Tag,

seit September lebe ich von meiner Lebenspartnerin getrennt. Wie haben ein gemeinsames Kind im Alter von 7 Jahren.

Die Besonderheit ist, dass wir alleine ein Zwei-Familien Haus bewohnen. Ich bin um nah bei meinem Kind zu bleiben, im Haus geblieben und in die zweite Wohnung gezogen.

Weiter erledige ich meine Zahlungen anteilig für den gesamten Haushalt, Kleidung für das Kind, Kinderbetreuung, Strom, Gas und Lebensmitteleinkäufe wie zuvor.

Meine ehemalige Lebenspartnerin fordert nun von mir Kindesunterhalt.

Kann Sie das, wenn ich ich wie oben beschrieben meine Zahlungen wie in früheren Zeiten leiste?

Vielen Dank für Ihre Beurteilung.

Sehr geehrter Fragesteller,

der Kindesunterhaltsanpruch ist eigener Anspruch des Kindes. Von daher kann die Kindsmutter in gesetzlicher Prozessstandschaft Kindesunterhalt von Ihnen einfordern und zwar auch dann, wenn Sie bislang freiwillig Zahlungen für das Kind leisten. Zahlen Sie den auf das Kind entfallenden Unterhalt, können Sie freilich die Zahlungen, die Sie bislang freiwillig leisten, einstellen.

Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Scholz, RA

Nachfrage vom Fragesteller 30.03.2010 | 09:49

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Wenn meine freiwilligen Zahlungen wie gehabt weiter laufen würden, und ich nicht explizit Kindesunterhalt zahle: Könnte meine ehemalige Partnerin dann zu einem späteren Zeitpunkt den Kindesunterhalt für unser Kind rückwirkend einfordern?

Vielen Dank.

mfg


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.03.2010 | 11:50

Sehr geehrter Fragesteller,

ja, das könnte die Kindsmutter in der Tat tun und zwar rückwirkend bis zu dem Zeitpunkt, ab dem Sie mit der Forderung, einen bestimmten Betrag als Kindesunterhalt zu zahlen, in Verzug sind oder ab dem Sie aufgefordert worden sind, Auskunft über Ihre Einkommensverhältnisse zu geben. Sie sind in der Beweispflicht dafür, Kindesunterhalt tatsächlich zu zahlen und gezahlt zu haben. Wenn Sie daher im Moment Zahlungen an die Kindsmutter für das Kind vornehmen, müssen Sie unbedingt den Zweck der Zahlung klarstellen. Dies können Sie bspw. durch den Zusatz "Kindesunterhalt für ...." bei Überweisungen. Im Übrigen kann die Kindsmutter auch bei freiwilliger Zahlung den Anspruch titulieren lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Scholz, RA

Bewertung des Fragestellers 30.03.2010 | 12:30

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