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Kann mein Partner das alleinige Sorgerecht einfordern, wenn ich mich um das Kind kümmere?


16.02.2007 17:02 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Schweizer



Hallo,

ich lebe mit einem Mann zusammen, wir sind nicht verheiratet und haben ein Kind. Das Sorgerecht habe ich Ihm mit übertragen.

Wir verstehen uns nicht gut. Er sagte mal, er wollte nur das Sorgerecht.Als ich versuchte mich von Ihm zu trennen, wurde er gewalttätig mir gegenüber. Das größte Problem: Ich bin in dem Betrieb seiner Eltern angestellt, er ist Prokurist. Nun werde ich täglich gemobbt und mit Fangfragen belästigt, damit ich in Ihrer Hoffnung, den Job von allein aufgebe. Das werd ich aber nicht tun. Jetzt ist meine Frage: Kann man mich kündigen, aus Gründen der Privatangelegenheiten? Wenn ich mich irgendwie friedlich trennen kann, wird er versuchen das Sorgerecht für sich zu beanspruchen.
Er hat seines Berufes wegen kaum Zeit sich um das Kind zu kümmern. Ich bin die ganze Woche für das Kind da. Er hat aber viel Geld. Wonach wird das Wohl des Kindes gehen? Nach einem großen Haus und viel Geld, aber keine Zeit und Liebe? Oder hab ich mit einem Normaljob und einer schönen Wohnung auch Chancen im Ernstfall? Das Kind ist 2 Jahre alt.

-- Einsatz geändert am 16.02.2007 17:03:09

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Sehr geehrte Dame,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben und Einsatzes beantworten möchte:

1.)
Ob Ihnen aus Gründen der geschilderten Privatangelegenheiten gekündigt werden kann, hängt davon ab, ob das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) Anwendung findet.

Nach dem bis zum 31.12.2003 geltenden Recht war das Kündigungsschutzgesetz anwendbar, wenn ein Betrieb mehr als fünf Arbeitnehmer hatte. Auszubildende zählten hierbei nicht mit. Bei Teilzeitbeschäftigten musste unterschieden werden: Arbeiteten sie bis zu 20 Stunden pro Woche, so zählten sie zu 0,5, bis 30 Stunden pro Woche 0,75 und über 30 Stunden pro Woche voll.
Nach der aktuellen gesetzlichen Regelung gilt ein Schwellenwert von zehn Arbeitnehmern, allerdings nur für solche Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis mit oder nach dem 01.01.2004 begonnen hat (§ 23 KSchG).

Findet danach bei Ihnen das KSchG Anwendung, kann Ihnen unter der weiteren Voraussetzung, dass Sie ohne Unterbrechung länger als sechs Monate in dem Betrieb beschäftigt sind, nur dann gekündigt werden, wenn ein Kündigungsgrund vorliegt.

Nach § 1 KSchG kommt als Kündigungsgrund Folgendes in Frage:

• Gründe in der Person des Arbeitnehmers rechtfertigen die Kündigung des Arbeitsverhältnisses (personenbedingte Kündigung, z. B. als krankheitsbedingte Kündigung)
• Das Verhalten des Arbeitnehmers rechtfertigt die Kündigung des Arbeitsverhältnisses (verhaltensbedingte Kündigung wegen Fehlverhaltens)
• Dringende betriebliche Erfordernisse stehen einer Weiterbeschäftigung im Betrieb dauerhaft entgegen (betriebsbedingte Kündigung).

Aus Gründen der geschilderten Privatangelegenheiten könnte Ihnen demnach nicht gekündigt werden, zumal Gründe für eine fristlose Kündigung aus wichtigem Grund (§ 626 BGB) hier nicht ersichtlich sind.

Falls das KSchG jedoch keine Anwendung findet, könnte Ihnen unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist ohne Angabe von Gründen gekündigt werden, es sei denn, aus dem Arbeitsvertrag ergibt sich eine anderweitige Regelung.

2.)
Bezüglich des Sorgerechtes brauchen Sie sich keine großen Gedanken zu machen.
Sein etwaiger Versuch, das Sorgerecht für sich alleine zu beanspruchen, wird nur dann Erfolg haben, wenn er beweisen kann, dass er sich bisher schon überwiegend um die Kinder gekümmert hat, etwa

• weil die Frau voll berufstätig war,
• weil sie die Kinder für längere Zeit bei ihm zurückgelassen hat oder
• weil die Frau das Sorgerecht garnicht für sich beansprucht.

Bei der üblichen Beziehung - Vater arbeitet voll, die Mutter arbeitet gar nicht oder nur Teilzeit - hat der Vater kaum Aussichten das Sorgerecht zu erhalten:
In diesem Fall wird der Vater gezwungen, vor Gericht beweisen zu müssen, dass die Mutter zur Erziehung ungeeignet ist - ein Beweis, der praktisch nicht zu führen ist und der es notwendig macht, viel schmutzige Wäsche zu waschen, was wiederum ein schlechtes Bild auf den Vater wirft.
Vermeiden Sie es dabei soweit wie möglich, den Expartner schlecht zu machen. Argumentieren Sie stets mit dem Wohl des Kindes.
Theoretisch müssten sich Gericht, Jugendamt und ggf. Gutachter überlegen, bei welchem Ehepartner das Kind unter Berücksichtigung aller Umstände besser - oder weniger schlecht - aufgehoben ist. Praktisch findet eine solche Prüfung oft nicht statt, sondern es wird nur geprüft, ob massive Gründe gegen die Mutter sprechen.
Und das scheint hier nicht der Fall zu sein, da Sie die ganze Woche für das Kind da sind. Er hingegen hat wegen seines Berufs kaum Zeit, sich um das Kind zu kümmern.
Es zählt also nicht großes Haus und viel Geld, sondern Zeit, Zuneigung und Liebe!

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte und weise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion hin.
Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Einstweilen verbleibe ich

mit besten Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

E-Mail: reinhard.schweizer@gmx.net

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, sodass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Nachfrage vom Fragesteller 18.02.2007 | 21:23

Sehr geehrter Herr Schweizer,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Es lässt die Umstände etwas besser ertragen. Wissen Sie, hier wird von der anderen Seite massiv versúcht mich einzuschüchtern. Er weiß, dass er beweisen muss, das ich nicht mit dem Kind umgehen kann, um etwas zu erreichen. Da sie (das sind ER und seine Eltern) mir nichts anlasten können, versuchen Sie es so rüberbringen, als sei ich psychisch krank und agressiv.Das ist völlig absurd, zumal ich gerade einen wertvollen Berufabschluss mit 1,0 gemacht habe. Ich habe ein Aufnahmegerät gefunden, was 2 Streitgespräche von uns beiden beinhaltet. Das beweist zwar dem Verhalten des Kindes gegenüber rein gar nichts, aber wer weiß, was Sie noch alles im SInn haben, um mich zum Aufgeben zu zwingen. Können Sie mir einen Tip geben, wie ich mich am besten verhalte?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.02.2007 | 21:37

Sehr geehrte Dame,

zunächst einmal meinen herzlichen Glückwunsch zu Ihrem tollen Berufsabschluss.
Mit diesem vorzeigbaren Ergebnis sollten Sie sich vielleicht eine neue berufliche Perspektive suchen, sich dann von ihm trennen und mit anwaltlicher Hilfe das alleinige Sorgerecht beantragen.

Mit besten Grüßen und alles Gute
Reinhard Schweizer
RA, Dipl.-Fw.

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